Hamburg

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Übersicht

Deutschland, Freie und Hansestadt Hamburg


10.10.1904

Elisabeth Wiese wird vom Hamburger Schwurgericht wegen fünffachen Mordes an Kostkindern zum Tode verurteilt.


11.01.1905

Ein Gericht spricht vier Fabrikantensöhne trotz erwiesener Tat vom Vorwurf der Notzucht frei. Sie hatten nacheinander ein 15jähriges Dienstmädchen mißbraucht. Die Presse bezeichnet den Freispruch, angesichts der gesellschaftlichen Stellung der Angeklagten, als "Klassenjustiz".


22.03.1906

Auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg läuft der Große Kreuzer "Scharnhorst" vom Stapel.


13.01.1907

Eine Hamburger Firma erwirkt beim Landgericht in Frankfurt am Main einen Arrest, um die von dem Tierbändiger Hendriksen im Schumann-Zirkus vorgeführte Tigergruppe zu beschlagnahmen. Hendriksen hatte den einzigen Löwen der Gruppe, der sich durch einen besonders schönen Schweif auszeichnete, nach Hamburg verkauft, wo sich aber herausstellte, dass der Schweif angeklebt war.


03.10.1907

Das Kriegsgericht der 18. Division in Altona (Hamburg) verurteilt den Musketier Georg Bäumler zu fünf Jahren und einem Monat Gefängnis, weil er in betrunkenem Zustand Kameraden angerempelt hatte. Der Ankläger hatte diese Vorgänge als besonders schlimm bezeichnet, weil sie geeignet seien, die militärische Disziplin zu untergraben.


09.10.1907

Das Kriegsgericht der 18. Division in Hamburg verurteilt einen Landwehrmann zu zwei Monaten Gefängnis, weil er während eines Urlaubs an einem Gewerkschaftsausflug teilgenommen hatte. Dies sei ein Ausdruck "anti-patriotischer Gesinnung". Die Haft soll dem Mann, der nach eigenen Angaben kein Sozialdemokrat ist, Gelegenheit geben, zum "schwarz-weiß-roten Gesinnungsideal zurückzufinden".


24.04.1908

In Hamburg wird ein 23jähriger Student verhaftet, der jungen Mädchen die Zöpfe abgeschnitten hatte. Schon vor zwei Jahren waren in der Berliner Wohnung des offensichtlich Geistesgestörten 31 Mädchenzöpfe gefunden worden.


12.05.1908

Der Globetrotter Hans Hauslian trifft in Hamburg ein. Am 12. September 1900 hatte er nach einer Wette Wien verlassen und in einem Sportkarren seine Frau und seine Tochter um die ganze Erde geschoben. Er hat in den vergangenen acht Jahren 49 800 km zurückgelegt und dabei 104 Paar Schuhe verbraucht. Seine Frau ist auf der Reise gestorben.


20.03.1909

In Hamburg läuft der Schlachtkreuzer "Von der Tann" vom Stapel. Das Großkampfschiff mit 17 000 BRT ist das erste deutsche Schiff dieser Klasse.


17.09.1909

Der Senat der Hansestadt Hamburg lehnt den Antrag des Verlegers Campe ab, in der Stadt ein Denkmal für den Schriftsteller Heinrich Heine, den Verfasser autoritätskritischer Gedichte und Prosatexte, zu errichten.


12.10.1909

In Hamburg läuft das Schulschiff des deutschen Schulschiffvereins der Handelsmarine "Prinzeß Eitel Friedrich" vom Stapel und wird von der Namensgeberin in Anwesenheit des Kronprinzen getauft.


08.12.1909

Eine Explosion in einem Gaswerk in Hamburg fordert 20 Tote und über 40 Verletzte.


10.06.1911

Auf der Hamburger Vulkanwerft läuft das Linienschiff "Ersatz Heimdall" vom Stapel. Die Schwiegertochter des deutschen Kaisers, Prinzessin Alexandra Viktoria von Preußen tauft das neue Kriegsschiff auf den Namen "Friedrich der Große".


03.02.1912

Erstmals seit 20 Jahren haben die Hamburger Binnen- und Außenalster eine so starke Eisdecke, dass die Bewohner der Hansestadt hier Schlittschuhlaufen können. Der Schiffsverkehr im Hamburger Hafen ist infolge der Kälte und der Eismassen erheblich behindert.


14.05.1912

Auf seiner Heimreise von Nizza stirbt 69jährig in Hamburg der König von Dänemark, Friedrich VIII.


09.10.1912

Die Hamburger Bürgerschaft befürwortet den Anschluß der Landgemeinden Großborstel, Alsterdorf, Ohlsdorf, Fuhlsbüttel, Kleinborstel sowie eines Teils von Billwärder und Niederborstel an die Stadt Hamburg.


15.07.1915

Beim Sportfest des Hamburger Leichtathletik-Verbandes gehört u.a. Handgranatenwerfen zum Programm.


05.11.1918

Hamburger Soldaten und Arbeiter rufen auf einer gemeinsamen Veranstaltung den Generalstreik aus.


21.03.1919

Die Auslieferung der deutschen Handelsflotte an die Alliierten beginnt. "Bürgermeister Schröder" und "Bürgermeister von Melle" verlassen als erste Schiffe den Hamburger Hafen Richtung Liverpool.


25.03.1919

Im Hamburger Hafen trifft der erste ausländische Lebensmittelfrachter ein, die "West Carnifax" aus den USA.


23.04.1919

Nach blutigen Unruhen während der Ostertage wird über Hamburg, Altona und Wandsbek der Belagerungszustand verhängt.


25.06.1919

In Hamburg kommt es zu Lebensmittelunruhen, die sich an den wucherischen Preissteigerungen entzünden. Es werden fast 200 Menschen getötet.


01.07.1919

Deutsche Reichstruppen unter Paul von Lettow-Vorbeck besetzen Hamburg.


22.08.1919

Beim Reichskongress der Erwerbslosen in Hamburg diskutieren Abgesandte aus 90 Städten über die soziale und wirtschaftliche Situation der Arbeitslosen im Deutschen Reich.


14.09.1919

Der Frachter "Weimar" trifft als erstes Schiff nach Beendigung des Ersten Weltkriegs mit Stückgut aus London in Hamburg ein.


27.06.1920

Nach schweren Hungerunruhen verhängt Reichspräsident Friedrich Ebert den Ausnahmezustand über Groß-Hamburg.


28.10.1920

Die Hamburger Reederei Hamburg-Amerika-Linie (Hapag) stellt ihr erstes nach Kriegsende gebautes Schiff in Dienst.


09.10.1920

Eine am 17. September in Hamburg eingetroffene sowjetrussische Gewerkschaftsdelegation erhält von deutschen Behörden einen Ausweisungsbescheid für den 14. Oktober. Bis zu diesem Termin wird den Delegierten die Teilnahme an Arbeiterversammlungen untersagt. Daher können auch die vorgesehenen Verhandlungen zwischen den sowjetischen Gewerkschaftern und ADGB-Vertretern nicht stattfinden. Am 13. Oktober kommt es in der Reichshauptstadt Berlin zu zwei Protestversammlungen gegen den Ausweisungsbescheid.


28.12.1920

Die hamburgische Bürgerschaft verabschiedet mit 95 gegen 40 Stimmen die neue Verfassung der Freien und Hansestadt. Danach bildet der Senat die von der Bürgerschaft gewählte Landesregierung. Die aus 160 Abgeordneten bestehende Bürgerschaft wird auf drei Jahre gewählt. Gegen die Verfassung, die am 7. Januar 1921 verkündet wird, stimmen die Rechtsparteien und die Kommunisten.


06.01.1921

In Hamburg wird das Rembrandt-Gemälde "Abziehendes Gewitter in Herbstlandschaft" (entstanden um 1639) gestohlen. Es hat einen Wert von 2 Mio. Mark und wurde aus dem Kontor der Privatbank Heckscher entwendet.


03.08.1921

Die Hamburger Polizei veranstaltet eine Razzia im Chinesenviertel, bei der sie in den Hinterräumen einer Wäscherei und eines Gemüsegeschäfts "Opiumhöhlen" entdeckt. Insgesamt werden 100 Personen beim Drogenkonsum ertappt. Das Rauschgift und die Opiumpfeifen werden beschlagnahmt.


11.04.1922

Als erstes mit Kajüten ausgerüstetes Passagierschiff der Hamburg-Amerika-Linie nach dem Krieg verlässt die "Resolute" den Hamburger Hafen Richtung Atlantik. Einer der Passagiere ist der Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr, der sich mehrere Wochen in den USA aufhalten wird.


16.06.1922

Beim Ausdocken im Hamburger Hafen kentert der brasilianische Frachter "Avaré". 37 Menschen ertrinken im überfluteten Teil des Schiffes.


11.07.1922

Vor der Landung in Hamburg-Fuhlsbüttel stürzt ein Postflugzeug der Linie Berlin- Hamburg ab. Der Pilot Lothar von Richthofen, ein Bruder des berühmten Kampffliegers aus dem 1. Weltkrieg, stirbt an seinen beim Absturz erlittenen Verletzungen.


07.01.1923

Wegen der steigenden Kohlenpreise im Deutschen Reich wird das wöchentliche warme Bad zu einem teuren Vergnügen. Eine Alternative ist der Besuch öffentlicher Schwimmbäder, der in Hamburg für Erwachsene 60 Mark und für Kinder 30 Mark kostet.


09.01.1923

Wegen der drohenden Ruhrbesetzung verlegt das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat seinen Sitz von Essen nach Hamburg.


20.01.1923

Wegen der Inflation sind die Droschkenfahrer in Hamburg berechtigt, den angezeigten Fahrpreis mit 1000 (Kraftdroschken) oder 800 (Pferdedroschken) zu multiplizieren.


22.07.1923

Reichspräsident Friedrich Ebert besucht in Hamburg das argentinische Schulschiff "Presidente Sarmiento".


09.08.1923

Auf den Hamburger Werften streiken die Arbeiter. Im Verlauf des Streiks kommt es zu Krawallen. Auch die Unterelbelotsen treten in den Ausstand.


13.08.1923

In Hamburg wird wegen des drohenden Generalstreiks der Ausnahmezustand verhängt.


23.09.1923

In Hamburg findet ein zweistündiger Generalstreik statt.


23.10.1923

Nach schweren Kämpfen schlägt die Hamburger Polizei einen Kommunistenaufstand nieder. Die letzten Barrikaden im Nordosten der Stadt fallen am 25. Oktober. Kommunistenführer Ernst Thälmann gelang es nicht, die streikenden Dockarbeiter für die Erhebung zu gewinnen.


09.06.1933

Deutsche Boxmeisterschaft im Halbschwergewicht:
Der am 27.12.1907 in
Wilsche bei Gifhorn geborene deutsche Meister im Halbschwergewicht (Sinto) Johann Wilhelm Trollmann besiegt Adolf Witt. Da der Boxverband bereits mit Nazis durchsetzt und Trollmann Sinto war, wollte man den Kampf als “nicht gewertet” betrachten. Nur die Empörung des Publikums sorgte dafür, dass der Sieger auch als solcher ausgerufen wurde. Acht Tage später wird ihm der Titel jedoch wegen „armseligen Verhaltens“ (wohl unter dem Vorwand von Trollmanns Freudentränen nach dem Sieg) wieder aberkannt. Über seine Ermordung im KZ gibt es Widersprüchliche Aussagen. Eine besagt: Juni 1942 wird Johann „Rukeli“ Trollmann verhaftet und in das KZ Neuengamme gebracht, in dem er am 09. Februar 1943 für tot erklärt wurde. Aussagen eines Mithäftlings zufolge soll er unter anderem Namen ins KZ-Außenlager Wittenberge überstellt worden sein. Dort seien ihm seine Boxfähigkeiten zum Verhängnis geworden, da er von SS-Leuten immer wieder „herausgefordert“ wurde. 1944 trat ein Kapo gegen Trollmann an und wurde niedergeschlagen. Der Kapo war darüber so erbost, dass er einen Knüppel nahm und Trollmann erschlug. Eine andere Aussage besagt: Als in Neuengamme bekannt wurde, dass der ehemalige deutsche Meister im Halbschwergewicht eingeliefert worden war, begannen die SS-Männer ein grausames Spiel: Wann immer sie sich langweilten, zogen sie dem Häftling 721/1943 Boxhandschuhe über. Wer gerade Lust hatte, schlug den ausgemergelten Mann bewusstlos. Damit dieses Spiel möglichst lange währen konnte, bekam er für jeden erlittenen Ko ein Butterbrot. Ob Trollmann am 09.02.1943, dem Tag seiner Erschießung, so geschwächt war, dass er nicht mehr als Gegner taugte, ob er sich ein letztes Mal gewehrt hat oder ob es andere Gründe gab, auch das ist nicht bekannt.
Seine Urne wurde auf dem Hannoveraner Friedhof Ricklinger Anger beigesetzt. 1970 wurde das Grab eingeebnet.


05.08.1933

Die Frankfurter Zeitung meldet am 05.08.1933
Hamburg
„Der hamburgische Senat hat beschlossen, das Heinrich-Heine-Denkmal, das vielen ein Dorn im Auge ist, wird aus dem Stadtpark entfernt und wird wie uns mitgeteilt wurde, in irgendeinem Schuppen eingelagert.”


31.08.1933

Die Oberlandesgerichtsräte Dr. Rudolphi und Dr. Goldschmidt beide jüdischen Glaubens werden auf Anordnung des Senat der Hansestadt Hamburg in den Ruhestand versetzt. Prof. Dr. Richard Salomon Mitbegründer der Universität sowie eine eine größere Anzahl von jüdischen Professoren werden auf Weisung des Senat der Hansestadt Hamburg entlassen.


12.10.1933

Am 12.10.1933 wird der am 27. August 1886 in Kiel geborene deutsche Politiker (SPD und Mitglied des Reichstages), und Polizeipräsident von Altona (1929-1933), Otto Eggerstedt im KZ Esterwegen von dem SS-Mann Theodor Groten (* 21.02.1906) und dem SS-Scharführer Martin Eisenhut, (03.04.1912 in Hamborn, nach 1945 vom Amtsgericht Düsseldorf für Tod erklärt) ermordet.
Otto Eggerstedt wurde am 27.05.1933 wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Pressegesetz in Schutzhaft genommen und nach kurzer Haft im Polizeigefängnis Altona auf Anweisung von Regierungspräsident Anton Wallroth am 12. August 1933 ins KZ Esterwegen überstellt. Dort wurde er auf Verlangen der Gestapo-Leitstelle Osnabrück auf der Flucht erschossen.

(Gestapo-Leitstelle Osnabrück Kanzlerwall 18 ab 1938: Osnabrücker Schloss in der Straße der SA 30, 1940-1943: „Hotel Schaumburg“ am Schillerplatz 9, heute: Neuer Graben. Personalstärke März 1937: 34 August 1941: 90.
Die Gestapo bezog 1938 den Westflügel des Osnabrücker Schlosses. Zwischen 1940 und 1943 saß sie im „Hotel Schaumburg“ am Schillerplatz.
Das Schloss wird heute von der Universität Osnabrück genutzt. In den 1990er Jahren initiierte die Universität die Auseinandersetzung mit dem Ort. Seit 2001 ist im Keller des Westflügels, in dem sich die Gefängniszellen befanden, eine Gedenkstätte eingerichtet).

Überlebende Lagerinsassen berichten nach 1945 wie das Wachpersonal der SS Eggerstedt immer wieder seelisch und körperlich misshandelte: Am 12. Oktober 1933, seinem Todestag, schicken Aufseher Eggerstedt zu einem Sonderarbeitseinsatz in den Wald. Gemeinsam mit drei anderen Gefangenen schleppt er einen schweren Baumstamm, als plötzlich ein Schuss fällt. Eggerstedt - von einer Gewehrkugel aus der Waffe Grotens in den Rücken getroffen - wälzt sich am Boden. Daraufhin schießt ihm SS-Scharrführer Eisenhut aus nächster Nähe in den Kopf. Die offizielle Todesursache lautet: "Auf der Flucht erschossen."
Das Verfahren gegen die beiden SS-Männer wurde 1933 niedergeschlagen und offiziell mangels Beweisen eingestellt. 1949 wurde der SS-Mann Theodor Groten vom Landgericht Oldenburg wegen des Mordes an Eggerstedt zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Der SS-Scharführer Martin Eisenhut war während des Krieges gestorben.


Hamburger Tageblatt 10. November 1938

Überall spontane Kundgebungen
Demonstrationen gegen das Weltjudentum auch in Hamburg

Nach Bekanntwerden des Ablebens des durch feige jüdische Mörderhand niedergestreckten deutschen Diplomaten Pg. Vom Rath haben sich im ganzen Reich spontane Judenkundgebungen entwickelt. Die tiefe Empörung des deutschen Volkes machte sich dabei auch vielfach in starken antijüdischen Aktionen Luft.

In Hamburg wurde die Nachricht vom Ableben des Parteigenossen und jungen deutschen Diplomaten Ernst vom Rath gestern in den Abendstunden in weiteren Kreisen der Bevölkerung bekannt. Die Erregung der Bevölkerung über die gemeine jüdische Mordtat kam überall in lebhaften Gesprächen zum Ausdruck, bei denen besonders die bei den Juden Berlins in überraschend großem Umfang aufgefundenen Waffen erörtert wurden. Anschließend kam es in verschiedenen Stadtteilen zu Kundgebungen gegen das Judentum. Aus der empörten Menge heraus wurde gegen einzelne jüdische Geschäfte und Gebäude vorgegangen, wobei die jüdischen Geschäfte deutlich als solche gekennzeichnet wurden. Von der Bevölkerung wurde dabei selbst für Ruhe und Ordnung gesorgt, so daß die Polizei keinen Anlaß zum Eingreifen fand. Als ein betrunkener Jude heute in den frühen Morgenstunden sich an einer Schaufensterpuppe vor einem jüdischen Konfektionshaus in der Innenstadt vergreifen wollte, wurde er von den anwesenden Volksgenossen energisch zurechtgewiesen, noch ehe ein hinzukommender Polizeibeamter den Betrunkenen abführte. Kundgebungen verschiedener Art fanden im Laufe des Abends in verschiedenen, zum Teil weit voneinander entfernten Stadtteilen statt, so in Harburg, in der Kaiser-Wilhelm-Straße und am Steindamm. In der Innenstadt wurden die jüdischen Geschäftshäuser von Robinson und Hirschfeld, von Campbell am Neuer Wall und Unger am Jungfernsteg Gegenstand der Demonstrationen. Es wurden, um den beleidigten Gefühlen des Volkes gegen das Weltjudentum einen deutlichen Ausdruck zu geben, Schaufenster zertrümmert und die jüdischen Namen abgerissen. Dabei wurde es im Laufe der Straßenreinigungsarbeiten selbstverständlich als unerhörte Zumutung empfunden, daß die nichtjüdischen Angestellten, zum Teil junge Mädchen, die Glasscherben wieder auflesen sollten.

In der Erinnerung an die Bekanntgabe über die großen in jüdischen Händen gefundenen Waffenmengen und auf das Gerücht hin, daß in den Synagogen weitere Waffen versteckt sein sollten, wurden von den Kundgebungsteilnehmern einige Synagogen geöffnet. Die Kundgebungen richteten sich im einzelnen gegen die kleine Synagoge an der Rutschbahn, die kleine Dammtor Synagoge in der Beneckestraße und das Haus der Israelitischen Gemeinde in der Rothenbaumchaussee.

Die Erbitterung der Bevölkerung dauert noch an, doch ist kein einziger Jude angegriffen worden. Es sollte dem Judentum offenbar nur einmal mit einer handgreiflichen Warnung gezeigt werden, daß die Geduld des deutschen Volkes nicht unbegrenzt ist.

Heute Morgen wurden in einigen Straßenzügen die Schaufenster jüdischer Geschäfte mit entsprechenden Aufschriften gekennzeichnet. Die vielfach mit roter Farbe ausgeführten Aufschriften beschränkten sich jedoch überall auf das eine Wort ,,Jude“. Die vorzugsweise von Juden bewohnten Straßen am Grindel bieten das gewohnte Bild. Dort blieben die Juden von der Bevölkerung unbehelligt unter sich.

Auf vielen Häusern Hamburgs, besonders in den Wohnvierteln, anlässlich des neuen Blutopfers durch jüdische Mörderhand, sind heute spontan die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

In den Nachmittagsstunden des Mittwoch ist es in Dessau zu spontanen Demonstrationen gegen die Juden gekommen. Die Dessauer Bevölkerung machte ihrem Abscheu der feigen Mordtat in Paris gegenüber Luft. Die Polizei wurde zum Schutz der Juden eingesetzt. Trotz ihrer hellen Empörung hielten sich die Massen soweit zurück, daß es zu keinen ernsthaften
Ausschreitungen kam.


18./19.06.1940

RAF Bomber Command greift Hamburg an


16./17.10.1940

Das RAF Bomber Command greift (bei Nacht) Hamburg an


16./17.11.1940

Das RAF Bomber Command greift mit 127 Flugzeugen Hamburg an


13.03.1941

In der Nacht flogen 130 englische Flugzeuge über die Deutsche Bucht ein, Angriffsschwerpunkt war Hamburg. Bei Blohm&Voß sind erhebliche Schäden entstanden, die Gießerei ist stillgelegt, Kranverkehr fällt für 7 Tage aus.


08./09.05.1941

RAF-Bomber Command führt mit 359 Flugzeugen seinen bis dahin schwersten Nachtangriff auf Deutschland durch. Schwerpunkte sind Hamburg und Bremen, die von 317 Bombern angegriffen werden.


10./11.05.1941

RAF Bomber Command greift mit 110 Flugzeugen Hamburg an.


02./03.08.1941

Brit. Bomber greifen Hamburg an


15./16.09.1941

Angriff des RAF Bomber Command auf Hamburg, hierbei wird der schwedische Frachter Yarrawonga (4900 BRT) getroffen und sinkt


29./30.09.1941

Luftangriff des RAF Bomber Command auf Hamburg


01.10.1941

Nachtangriff des RAF Bomber Command auf Hamburg


26./27.10.1941

RAF Bomber Command greift Hamburg an. 78 Flugzeuge (von 105 gestarteten) werfen bei 5 Verlusten 103 to Bomben ab


31.10./01.11.1941

Nachtangriff des RAF Bomber Command auf Hamburg


09./10.11.1941

Leichte Luftangriffe der RAF auf Hamburg


30./31.01.1943

In den Nacht vom 30./31.01.1943 Angriff des RAF Bomber Command mit 184 Flugzeugen unter Einsatz des H2S-Radars auf Hamburg.


03./04.02.1943

In den Nacht vom 03./04.02.1943 Angriff des RAF Bomber Command mit 126 Flugzeuge (263 gestartet) unter Einsatz des H2S-Radars auf Hamburg sie werfen 344 t Bomben ab. Geringe Schäden, 16 Flugzeug-Verluste


03./04.03.1943

344 RAF-Bomber greifen in der Nacht vom 03. – 04.03.1943 Hamburg an. 913 t Bomben fallen, hauptsächlich auf den Vorort Wedel. 10 Flugzeuge gehen verloren.


17.06.1943

Hugo Bahrs, Obergefr. Brücke B 639; Fischer aus Hamburg; 17.06.1943
Im August 1941 lag ich mit meiner Zgkw. in Winnitza in Reperatur.
In einer Nacht wurde in einem Wohnviertel, das zum größten Teil von jüdischer Bevölkerung bewohnt war, ein »Flaksoldat« erschossen aufgefunden: Der Stadtkommandant, dessen Namen ich nicht kenne, befahl eine Razzia im Judenviertel und ließ 400 Juden auf Grund dieses Vorkommens erschießen. Es sollte »abschrecken(d)« wirken. In Losowaja lag ich einige Nächte bei dem Stab der 17. Armee in Quartier.
In den anliegenden Räumen war SS und Feldgendarmerie untergebracht. Nachts wurde ich durch furchtbare Schreie geweckt. Auf meine Frage, was los sei, wurde mir gesagt »Partisanen werden zum sprechen gebracht.« Man hatte Zivilisten verhaftet und durch grausame Folterung presste man Geständnisse aus ihnen heraus und am nächsten Morgen hingen sie an Telegraphenmasten an der Hauptstraße Krasnogrod Losowaja mit dem Schild um den Hals »So werden Partisanen behandelt«.


24./25.07.1943

RAF Bomber Command fliegt in der Nacht vom 24.07.1943 auf den 25.07.1943 im Rahmen der Operation Gomorrha den 1 von 4 Großangriffe mit 791 Bomber auf Hamburg. Hierbei finden die Window/Düppel-Metallfolien zur Störung der dt. Radar-Ortung Verwendung. Bei der Operation Gomorrha werden über 45.000 Zivilisten getötet sowie schwere Zerstörungen in den Wohnvierteln Hamburgs. Insgesamt 87 Bomber gehen dabei verloren.


25.07.1943

Die 8. US-Luftflotte fliegt am 25.07.1943 einen 1 Tagesangriff gegen die Industrieanlagen im Werftbereich von Hamburg. Bei diesem und dem Angriff am 26.07.1943 werden 252 Einsätze geflogen. Bei diesen beiden Angriffen gehen 17 Flugzeuge verloren. Es entstehen zwar nur beschränkte Schäden an den Hafeneinrichtungen und Werften, aber große Ausfälle an Arbeitsstunden wegen der Evakuierung der Arbeitskräfte. In der Werft von Blohm & Voss werden U 996 (in Ausrüstung) sowie U 1011 und U 1012 (auf Helling) zerstört. Der Passagierdampfer Vaterland (35000 BRT), in Ausrüstung, aber als Edelholzlager verwendet, wird getroffen und brennt aus, das Lazarettschiff Fasan (1257 BRT) sinkt, das Wohnschiff General Artigas (11.254 BRT) wird zerstört. In der Stülcken-Werft wird der Geleitboot-Neubau G 1 auf der Helling zerstört und das Wohnschiff Veendam (14.558 BRT) versenkt.


26.07.1943

Die 8. US-Luftflotte fliegt am 26.07.1943 einen 2 Tagesangriff gegen die Industrieanlagen im Werftbereich von Hamburg. Bei diesem und dem Angriff am 25.07.1943 werden 252 Einsätze geflogen. Bei diesen beiden Angriffen gehen 17 Flugzeuge verloren. Es entstehen zwar nur beschränkte Schäden an den Hafeneinrichtungen und Werften, aber große Ausfälle an Arbeitsstunden wegen der Evakuierung der Arbeitskräfte. In der Werft von Blohm & Voss werden U 996 (in Ausrüstung) sowie U 1011 und U 1012 (auf Helling) zerstört. Der Passagierdampfer Vaterland (35000 BRT), in Ausrüstung, aber als Edelholzlager verwendet, wird getroffen und brennt aus, das Lazarettschiff Fasan (1257 BRT) sinkt, das Wohnschiff General Artigas (11.254 BRT) wird zerstört. In der Stülcken-Werft wird der Geleitboot-Neubau G 1 auf der Helling zerstört und das Wohnschiff Veendam (14.558 BRT) versenkt.


26./27.07.1943

Bei dem Angriff im Rahmen der Operation Gomorrha handelte es sich um einen Störeinsatz von sechs britischen Maschinen vom Typ Mosquito in der Nacht vom 26. zum 27. Juli 1943, der nur Sachschaden anrichtete.


27./28.07.1943

RAF Bomber Command fliegt in der Nacht vom 27.07.1943 auf den 28.07.1943 im Rahmen der Operation Gomorrha den 2 von 4 Großangriffe mit 787 Bomber auf Hamburg. Hierbei finden die Window/Düppel-Metallfolien zur Störung der dt. Radar-Ortung Verwendung. Der Schwerpunkt der Bombenabwürfe lag in den Stadtteilen östlich der Innenstadt. Aus den Flächenbränden bildete sich wegen der ungewöhnlichen Wetterumstände, die in dieser Nacht über Hamburg herrschten, ein Feuersturm. Die orkanartigen Winde, die am Boden auftraten, fachten die umliegenden Brände weiter an. Die Stadtteile Rothenburgsort, Hammerbrook und Borgfelde wurden fast völlig zerstört, auch in Hamm, Eilbek, Hohenfelde, Barmbek und Wandsbek gab es größere Zerstörungen. Bei der Operation Gomorrha werden über 45.000 Zivilisten getötet sowie schwere Zerstörungen in den Wohnvierteln Hamburgs. Insgesamt 87 Bomber gehen dabei verloren.

Verluste dt. Schiffe:
Lazarettschiff Fasan

Frachtdampfer der Argo-Reederei in Bremen, Stapellauf 18. April 1936. (Tonnage: 1.275 BRT, Länge: 80,15 m, Breite: 11,7 m, Geschwindigkeit: 12,5 kn). Das Schiff wurde am 26. August 1941 als Lazarettschiff in Dienst gestellt. In der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1943 wurde das Schiff bei einem Fliegerangriff auf Hamburg versenkt. Später gehoben und repariert und am 21. November 1944 erneut schwer beschädigt. Nach dem Krieg erneut repariert und der Argo-Reederei zurückgegeben.


29./30.07.1943

RAF Bomber Command fliegt in der Nacht vom 29.07.1943 auf den 30.07.1943 im Rahmen der Operation Gomorrha den 3 von 4 Großangriffe mit 777 Bomber auf Hamburg. Hierbei finden die Window/Düppel-Metallfolien zur Störung der dt. Radar-Ortung Verwendung. Die Bomben fielen hauptsächlich auf die Stadtteile Barmbek, Uhlenhorst und Winterhude. Trotz ausgedehnter Flächenbrände kam es nicht zur Bildung eines Feuersturms, obwohl Barmbek ein ebenso dicht besiedelter und bebauter Stadtteil war wie Hammerbrook.
Bei der Operation Gomorrha werden über 45.000 Zivilisten getötet sowie schwere Zerstörungen in den Wohnvierteln Hamburgs. Insgesamt 87 Bomber gehen dabei verloren.


02./03.08.1943

RAF Bomber Command fliegt in der Nacht vom 02.08.1943 auf den 03.08.1943 im Rahmen der Operation Gomorrha den 4 von 4 Großangriffe mit 740 Bomber auf Hamburg. Dieser Angriff ist wegen der Wetterlage teilweise misslungen. Die Bombardierung erfolgte daher weitgehend ungezielt und es kam zwar zu mehreren Großfeuern (beispielsweise in der Hamburgischen Staatsoper), aber zu keinen Flächenbränden.
Hierbei finden die Window/Düppel-Metallfolien zur Störung der dt. Radar-Ortung Verwendung.
Bei der Operation Gomorrha werden über 45.000 Zivilisten getötet sowie schwere Zerstörungen in den Wohnvierteln Hamburgs. Insgesamt 87 Bomber gehen dabei verloren.


20.02.1944

Die 8. Luftflotte USAAF greift mit 432 B-17 Bombern Hamburg an


06./07.04.1944

In der Nacht vom 06.04.1944 auf den 07.04.1944 greift das RAF Bomber Command mit 33 Flugzeugen Hamburg an. 1 Flugzeug geht dabei verloren


18.06.1944

Bei einem Luftangriff auf Hamburg am 18.06.1944 werden die dt. Frachter Bugsee (2307 BRT) und Henry John (1995 BRT) versenkt


28./29.07.1944

In der Nacht vom 28.07.1944 auf den 29.07.1944 greift das RAF Bomber Command mit 307 Flugzeugen Hamburg an. 22 Maschinen werden abgeschossen. Im Hafen wird der Frachter Emsriff (4935 BRT) versenkt


30.07.1944

Am 30.07.1944 greift die USAAF Hamburg an. Im Hafen wird der Minensucher M 455 versenkt. Er wird später gehoben und repariert


04.08.1944

Bei einem Luftangriff auf Hamburg am 04.08.1944 wird der in Reparatur befindliche Hilfsminensucher M 5607 versenkt und das Wohnschiff Sierra Cordoba beschädigt


06.08.1944

Bei einem Luftangriff auf Hamburg am 06.08.1944 werden mehrere Werften und 3 Dampfer schwer beschädigt sowie 4 Schwimmdocks versenkt oder beschädigt


09.10.1944

Luftangriff auf Hamburg.

Lazarettschiff Portia ehemals Frachtdampfer der Reederei A. Kirsten in Hamburg (Tonnage: 968 BRT, Länge: 68,58 m, Breite: 10,08 m, Geschwindigkeit: 10 kn), Stapellauf 19. August 1911. Das Schiff wurde am 5. August 1914 Lazarettschiff (Hilfslazarettschiff B), am 13. August 1918 wieder außer Dienst. Am 18. August 1940 wieder als Lazarettschiff in Dienst gestellt. Nach dem Ausbleiben der Landung in England am 26. November 1940 wieder außer Dienst. Als Lavinia wieder als Frachter unterwegs, am 24. April 1941 durch Minentreffer vor Kiel versenkt. Später gehoben und repariert. Am 22. April 1944 durch Sabotageakt in Aalborg versenkt, erneut gehoben und wieder repariert. An 9. Oktober 1944 durch Luftangriff in Hamburg versenkt. 1948 gehoben und repariert und 1949 als Portia wieder in Dienst. 1962 abgebrochen.


25.10.1944

Die 8. USAAF wirft am 25.10.1944 in Tagesangriffen 1656 t Bomben auf Treibstofflager und Ölraffinerien in Hamburg


04.11.1944

Die 8. USAAF wirft bei einem Tagesangriff auf den Hamburger Hafen 1030 ts Bomben. Dabei werden die Zerstörer Erich Steinbrinck und der U-Boot-Neubau U 2557 schwer beschädigt, Sperrbrecher 30, die Frachter Hermann Fritzen (3845 BRT) und Signal (3176 BRT) werden versenkt. Wohnschiff Veendam (15.450 BRT) brennt aus


31.12.1944

Am 31.12.1944 greifen Bomber der 8. Luftflotte USAAF Hamburg an.
dt. Verluste:
U 906 (in Reparatur) versenkt
U 2530 schwer beschädigt werden gehoben, aber bei Reparaturarbeiten am 17.01.1945 wieder von Bomben getroffen und endgültig zerstört
U 2532 schwer beschädigt werden gehoben, aber bei Reparaturarbeiten am 17.01.1945 wieder von Bomben getroffen und endgültig zerstört
U 2537 (im Bau) schwer beschädigt

Minensuchboot M 445 versenkt

Frachter Faro (2621 BRT) versenkt
Frachter Mannheim (897 BRT) versenkt
Frachter Rival (809 BRT) versenkt


17.01.1945

Am 17.01.1945 wird Hamburg durch die USAAF angegriffen.
Verluste auf dt. Seite:
U 2515
U 2523
U 2530
U 2532
U 2537

Bergungsschiff Hiev
Bergungsschiff Griep

Frachter Ammon (7134 BRT)
Frachter Emma Sauber (2548 BRT)
Frachter Mangan (1061 BRT)
Frachter Christian Russ (975 BRT)
Frachter Aar (900 BRT)
Frachter Johanna (860 BRT)
Frachter Martha Peters (687 BRT)


20.02.1945

Bei einem Luftangriff auf Hamburg wird das bereits beschädigte U 2530 erneut getroffen


24.02.1945

Bei einem Luftangriff auf Hamburg wird der Frachter Haukefjell (2495 BRT) versenkt


08./09.03.1945

Am 08./09.03.1945 greift das RAF Bomberkommando mit 312 Flugzeugen der Gruppen 4, 6 und 8 das Hafengebiet von Hamburg an.

Das
Verwundetentransportschiff (Passagier-Motorschiff der KdF-Flotte, Stapellauf am 29. März 1938 als Schwersterschiff der Wilhelm Gustloff). Als reines Kreuzfahrtschiff konzipiert, war das Schiff nur mit schwachen Maschinen ausgestattet. 1939 wurde das Schiff zum Transport deutscher Soldaten aus Spanien in die Heimat eingesetzt. Am 25. August 1939 hatte der Umbau des Schiffes zum Lazarettschiff begonnen. Das Schiff wurde als Lazarettschiff B eingesetzt. Mit dem Abschluss des Polenfeldzugs entließ man die Robert Ley am 22. November 1939 wieder aus ihrem Dienst als Verwundetentransporter und schickte sie nach Neustadt/Holstein, wo ihr für die nächsten Jahre eine neue Aufgabe als Wohnschiff zugedacht wurde. Von Juli bis September 1944 diente sie noch einmal als Verwundetentransportschiff. Das Schiff unterstützte die Evakuierung deutscher Flüchtlinge aus Ostpreußen. Am 09. März 1945 befand sich das Schiff im Hamburger Hafen, als die britische Royal Air Force einen Luftangriff auf die Stadt flog. Das festgemachte Schiff war ein perfektes Ziel für die feindlichen Bomber, die ihre tödliche Ladung auch über ihr abließen. Alsbald stand es vom Bug bis zum Heck in Flammen, die sich widerstandslos ausbreiten konnten. Das ausgebrannte aber immer noch schwimmfähige Wrack lag zwei weitere Jahre im Hafenbecken, bevor es 1947 nach Großbritannien geschleppt und verschrottet wurde.
Ein Flugzeug geht verloren


11.03.1945

1256 B-17 Bomber und 814 P-51 Jäger griffen die U-Boot-Werft und Schiffswerften in Kiel und Bremen, sowie die Raffinerie in Hamburg an. 1 B-17 und 4 P-51 verloren.344 B-24 Bomber griffen die Krupp-, Germania- und U-Boot-Werft in Kiel an. 2 B-24 beschädigt. 232 P-47 und P- 51 Jäger eskortierten den Angriff. 1 P-51 verloren.

Im Hafen von Hamburg versenken amerik. Bomber 10 Handelsschiffe mit zusammen 21.072 BRT. Auch U 682 wird versenkt und das in Ausrüstung befindliche U 2547 schwer beschädigt und aufgegeben.

Bericht
Am Sonntagmittag nach längerer Pause wieder einmal ein Angriff. Mehrere Wellen feindlicher Flugzeuge warfen eine Anzahl Spreng- und besonders Brandbomben ab. Getroffen wurde hauptsächlich Süd-Kiel, die Innenstadt und das Ostufer. Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Einige Bomben fielen auch wieder auf das Rathaus. Die Vereinsbäckerei brannte, und vor dem Perlebunker brannten mehrere Kinderwagen


20.03.1945

Am 20.03.1945 werfen B 17 der 8. USAAF 777 to Bomben auf Hamburg. U 2550 wird auf dem Slip zerstört und blockiert das dahinter liegende U 2549, so dass es nicht zu Wasser gebracht werden kann. Die deutschen Frachter Venus (5407 BRT), Nordwest (707 BRT), Egeria (627 BRT) und Isar (270 BRT) werden zerstört


22.03.1945

In der Nacht vom 21./22.03.1945 greift die Gruppe No. 5 der RAF mit 159 Flugzeugen Hamburg an, dabei wird das Räumboot R 239 gebombt und versenkt


31.03.1945

In der Nacht zum 31.03.1945 greifen insgesamt 469 Flugzeuge der Gruppen No. 1 u. 6 der Royal Canadian Air Force (RCAF) und der 8. Royal Air Force (RAF) Bomber Command Hamburg an, insbesondere die Werft Blohm & Voss. U 348, U 350, U 1131 und U 1167 werden durch Bomben versenkt, U 2340 wird zerstört. 5 Frachter, darunter Stormarn (1459 BRT) und Martha Russ I (996 BRT) sinken. 11 Flugzeuge gehen verloren


03.12.1946

Hamburger Allgemeine Zeitung von 3. Dezember 1946

Hamburg Ärzte Sterilisiert Zigeuner

Prozessbeginn vor dem Oberen Militärgericht - Angeklagte erklären sich nichtschuldig

Ein in seiner Art erstmaliger Prozess nahm am 2. Dezember im Hamburger Strafjustizgebäude von dem Oberen Militärgericht seinen Anfang. Sieben Hamburger Ärzte und zwei ehemalige Polizeibeamte stehen unter de Anklage Verbrechrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. In der Zeit von 1. November 1944 bis zum 1. Januar 1945 sollen Professor Dr. Hinselmann, Frau Bessin, Dr. Schüppel, Dr. Wirths, Dr. Beyer, Dr. Günthe und Frau Dr. Goldbeck gesetzwidrige Operationen (Sterilisationen) an Zigeunern und Zigeunermischlingen veranlasst oder ausgeführt haben. Die ehemaligen Polizeibeamten Everding und Krause sind beschuldigt durch Drohungen die Unterschriften unter die Sterilisierungs-Einverständniserklärungen erpresst zu haben.
"Unterschreiben oder KZ, so hieß es", lauten die Aussagen der bisher vorgenommenen Zeugen. Alle Anklagten bekennen sich für "Nichtschuldig". Sie Erklären auf höheren Befehl gehandelt zu haben, Weigerung hätte Berufsverbot und KZ zur Folge gehabt. Dem gegenüber weis der Ankläger Dr. Bund darauf hin, dass seit Hipokrates die Ärzte die heilige Verpflichtung haben, zu helfen und zu heilen. Jeder Verstoß sei ein Verrat am ärztlichen Beruf. Der schlimmste Fall sei darin zu erblicken, dass ein 16jähriges Mädchen dessen Pflegevater die Sterilisation abgelehnt habe, von der Polizei vom Arbeitsplatz fort ins Krankenhaus geholt worden sei und nach ärztlicher Untersuchung zwei Tage später zwangsweise sterilisiert wurde, ohne dass sie selbst zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, was mit ihr geschehen sei. Einmütig erklären die Zeuginnen, im Alonaer Krankenhaus von den Ärzten gut behandelt worden zu sein. Nur die wenigsten können angeben, wer die Operationen an ihnen durchgeführt hat. In zwei Fällen werden Dr. Wirths and Dr. Beyer genannt.
Die Empörung richtet sich gegen Everding und Karause. "Sie sind beide Mörder!" ruft die 37jährige Zeugin Anna Lutz und bedauert kein Mann zu sein, sonst wäre mit den beiden Angeklagten bereits etwas anderes geschehen. "Was sollen die Zigeuner hier? Sie sollen alle im KZ vernichtet werden!" soll Krause gesagt haben. Er habe ihre Mutter geohrfeigt, ihrem Vater einen Kinnhaken gegeben und beide in den Keller gesperrt. Ähnlich lauten die Aussagen des gleichfalls sterilisierten Ehemannes Karl Lutz, dessen Vater ein Bayer war. Krause habe ihm nahegelegt sich scheiden zu lassen, dann würde er für deutsch erklärt werden. Dann wurde er vor die Wahl gestellt, für sich selbst und seine 16jährige Tochter Sonja das Einverständnis zur Unfruchtbarmachung zu unterschreiben oder nach Auschwitz zu kommen. Nicht anders lauten die Aussagen über Everding. Dorothea Rosenberg berichtet von ihrer Tochter, dass sie infolge Schwangerschaft und Krankheit von ihrer Arbeitsstätte ferngeblieben sei. Everding erschien in der Wohnung der Zeugin und forderte sofortige Arbeitswiederaufnahme. Er soll dabei erklärt haben: "Wenn sie morgen nicht zur Arbeit erscheint, kommt sie nach Ravensbrück und in acht Tagen bekommen Sie die Asche zurück und können sich die Zähne damit putzen." Fast alle Zeuginnen klagen über Leiden, die sie von der Unfruchtbarmachung zurückbehalten haben wollen. Sie erklären sich mit einer Widerfruchtbarmachung für sich und ihre Töchter einverstanden.

Das Verfahren gegen den angeklagten Arzt Dr. Beyer, der zurzeit erkrankt ist, wurde abgetrennt. Die Verhandlung wurde auf Dienstag vertagt.


19.04.1949

Die "Verkürzung lebensunwerten Lebens", erkannte das Landgericht Hamburg am 19. April 1949, könne keinesfalls eine "Maßnahme genannt werden, welche den allgemeinen Sittengesetzen widerstreitet". Dr. med. Lotte A., die 14 Kinder getötet und das auch zugegeben hatte, wurde "außer Verfolgung gesetzt". Das Urteil sprach ein Richter, der vormals Kreisleiter der NSDAP Bielefeld gewesen war. Lotte A. praktizierte bis 1986.


Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Oberscharführer
Albers Johann (August Bernhard)
* 23.04.1888 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei
Abraham Walter
* 25.10.1896 in Beeskow
† 24.06.1963 in Hamburg
vor 1945 Kommandeur der Schutzpolizei u. Mitarbeiter im RMI
nach 1945 Kommandeur der Schutzpolizei in Hamburg

SS-Unterscharführer
Arledter Friedrich (Fritz)
* 28.08.1909 in Hamburg
† 30.07.1944 in Frankreich
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Obersturmführer und Judenreferent
Asche Kurt (alias Klein Kurt)
* 11.10.1909 in Hamburg
letzter bekannter Wohnort: 20257 Hamburg Sartoriusstr.27
ab 00.04.1935 Mitarbeiter beim Sicherheitsdienst (SD) u. BdS in Belgien u. Nordfrankreich

SS-Obersturmführer
Baumgartner Ludwig
* 08.11.1909 in Nersingen
† 00.01.1966 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Sachsenhausen, KL Dachau, KL Buchenwald u. KL Flossenbürg

SS-Rottenführer
Behnke Wilhelm
* 20.12.1911 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
Berndt Wilhelm Dr. med.
* 02.08.1889 in Hamburg
vor 1945 NS Arzt u. Leiter Amt A II SS-Hauptamt

SS-Sturmmann
Bräuner Wilhelm
* 13.03.1890 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Hauptsturmführer
Engels Kurt
* 03.08.1915
Köln- Klettenberg
+ 31.12.1958 Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis Hamburg Selbstmord
Kommandant Konzentrationslager Ghetto
Izbica
nach 1945 Hamburg (Inhaber des Café Engels)

SS-Rottenführer
Eidenmüller Friedrich
* 26.06.1912 in Hamburg
ab November 1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Schütze
Ensin Hermann
* 17.09.1920 in Rudaiten
† 10.05.1965 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger des 1./SS-T.Stuba. im KL Auschwitz

SS-Hauptscharführer
Friedrichsen Konrad
* 09.06.1906 in Hamburg
letzter bekannter Wohnort: Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, NL Neu-Dachs u. NL Gleiwitz II

SS-Obergruppenführer
Kaufmann Karl (Otto)
* 10.10.1900 in Krefeld
† 04.12.1969 in Hamburg
vor 1945 Gauleiter und Reichsstatthalter von Hamburg

SS-Hauptsturmführer
Klebeck Kurt
* 03.06.1906 in Berlin
+ 05.05.2004 in Hamburg
Angehöriger verschiedener KL Lagermannschaften

SS-Sturmbannführer u. Major der Gendarmerie
Konrad Erich
* 04.06.1910 in Berlin
† 26.06.1987 in Hannover
vor 1945 Angehöriger Res.Pol.Btl. 101 u. 102
nach 1945 Angehöriger der dt. Polizei u. Md des Niedersächsischen Landtags

SS-Maid (SS-Gefolge)
Krüger Ingeborg
* 21.12.1922 in Hamburg
letzter bekannter Wohnort: Köln
vor 1945 SS-Aufseherin im KL Ravensbrück, KL Auschwitz u. KL Bergen-Belsen

SS-Rottenführer
Herms Johann (Peter)
* 19.08.1903 in Hamburg
† 28.02.1975
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz u. NL Sosnowitz II

SS-Hauptscharführer
Hess Gerhard (Gustav)
* 28.07.1908 in Hamburg
letzter bekannter Wohnort: Kehl Nibelungenstraße 4
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. NL Rajsko

SS-Rottenführer
Jörß Herbert
* 28.11.1909 in Hamburg
† 1985 in Wilhelmshaven
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, NL Jawischowitz u. NL Golleschau

SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS und Polizei
Jürs Heinrich (Friedrich Johann)
* 17.01.1897 in Altona/Elbe;
† 28.04.1945 bei Pflach
vor 1945 Amtsgruppe B im SS-Hauptamt u. Divisionskommandeur der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“

SS-Oberscharführer
Kühl Max
* 04.11.1881 in Hamburg-Altona
† 23.03.1947 in Brzeg
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz

SS-Untersturmführer u. Regierungsrat
Kunike Georg Dr. phil.
* 13.05.1894 in Hamburg
† 17.07.1969 in Hamburg
ab Januar 1944 Leiter der biologischen Abteilung im KL Auschwitz

SS-Rottenführer
Lauterjung Erich
* 30.10.1906 in Burg an der Wupper
† 02.07.1964 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Oberscharführer
Lösch Friedrich
* 04.08.1891 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. KL Natzweiler

NS Jurist
Ludwig Wilhelm
* 11.10.1901 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Stapo u. Oberstaatsanwalt in Prag
nach 1945 leitender Regierungsdirektor beim Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln

SS-Rottenführer
Michalek Adolf
* 22.03.1912 in Kuzendorf-Neutischin
† 26.04.1945 in Hamburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Hauptsturmführer
Mulka Robert (Karl Ludwig)
* 12.04.1895 in Hamburg
t 26.04.1969 in Hamburg
ab 1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
Mueller-Darß Franz
* 29.04.1890 in Lindau
† 18.06.1976 in Lenggries
vor 1945 Beauftragter für das Diensthundewesen beim Reichsführer-SS

SS-Maid (SS-Gefolge)
Senff Gertrud geb. Heise
* 23.07.1921 in Berlin
letzter bekannter Wohnort: Hamburg Lilienthalplatz
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Ravensbrück, KL Lublin-Majdanek, KL Krakau-Plaszow, KL Auschwitz, NL Bremen-Obernheide u. NL Hamburg-Eidelstedt

SS-Standartenführer
Sommer Hans Eugen Dr. med.
* 13.12.1901 in Rostock
† 18.04.1952 in Hamburg
vor 1945 NS Arzt, MdR u. Polizeipräsident in Rostock
nach 1945 Arzt in Hamburg


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 von den Deutschen verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


Bau

Baumgarten Paula (geb. Littmann)
* 08.01.1907 Hamburg
Herford
(Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Detmold, Kreis Herford)
.
Ghetto
Riga- Konzentrationslager Stutthof verschollen

Namensliste

Rée Anita
* 09.02.1885 Hamburg
Wohnort: Hamburg und
Westerland
+ 12.12.1933 Kampen a. Sylt (Freitod)
 

Hes

Hess Selma geb. Heumann
* 14.03.1919
Eschweiler b. Aachen
Hamburg
Freie und Hansestadt Hamburg
.
Emigration 00.11.1939
Kladovo-Transport
Inhaftiert Anhaltelager und Judenlager
Semlin (Zemun)
Todesdatum/-ort für tot erklärt

Mey

Meyers Moritz
* 20.01.1894 Stadtlohn
Hamburg (Leipzig)
Freie und Hansestadt Hamburg
.
Inhaftierung 1938 & 1942
Hamburg-Fuhlsbüttel
Inhaftierung 00.11.1938 – 15.12.1938 Konzentrationslager
Sachsenhausen
Deportation
11.07.1942 Hamburg - Vernichtungslager Auschwitz
Todesdatum/-ort verschollen

Pop

Poppert Julius
* 20.07.1889 Gronau
Hamburg-Harburg (Gronau)
Freie und Hansestadt Hamburg
.
Inhaftierung 17.12.1938 Konzentrationslager
Sachsenhausen
Inhaftierung 28.08.1942 Strafanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel
Todesdatum/-ort 28.08.1942 Hamburg-Fuhlsbüttel Flucht in den Tod (Freitod)

Sc

Schreiber Leopold Ramsdorf
(Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Münster, Kreis Borken, Gemeinde Velen, Amt Ramsdorf)

Si

Simon Antonie geb. Pagener Hamburg
Deutschland, Freie und Hansestadt Hamburg

Tal

Thälmann Ernst (Fritz Johannes)
* 16.04.1886
Hamburg-Altona
Wohnort:
Berlin, Lützower Straße 9
+ 18.08.1944 Konzentrationslager
Buchenwald
1924 bis 1933 Mitglied des Reichstages der Weimarer Republik
1925 bis 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)
1925 und 1932 Kandidat für die Reichspräsidentenwahlen

verhaftet: 03.03.1933 Berlin, Lützower Straße 9
inhaftiert:
Zuchthaus Bautzen I (Flügel I zweiter Stock Zelle 11)
deportiert:
17.08.1944 Zuchthaus Bautzen - Konzentrationslager Buchenwald

Wi

Windmüller Lilly Ramsdorf
(Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Münster, Kreis Borken, Gemeinde Velen, Amt Ramsdorf)