Drancy (La Cité de la Muette)


Durchgangslager Drancy

Bezeichnung
Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente

Gebiet
Frankreich, Region Île-de-France, Département Seine-Saint-Denis, Arrondissement Bobigny, Kanton Drancy

Gebiet heute

Eröffnung
10.1939 (14.06.1940)

Schließung
17.08.1944

Unterstellung

Häftlinge

Geschlecht
Männer, Frauen und Kinder

Einsatz der Häftlinge bei

Art der Arbeit

Lagerausstattung

Ausstattung der Insassen

Lageralltag

Bemerkungen


Das im August 1941 errichtete Sammellager Drancy liegt im nordöstlichen Teil von Paris. Es befand sich in einem riesigen Gebäudekomplex (La Cité de la Muette), der zwischen 1932 und 1936 errichtet worden ist und als eines der interessantesten und fortgeschrittensten Architekturprojekte dieser Art im 20.Jahrhundert gilt.
Bis zum 2.Weltkrieg diente der Komplex als Wohnsiedlung, dann als Kaserne, schließlich als Sammellager für zu deportierende Juden. Zwischen Kriegsende und 1976 wurden die Gebäude wieder als Kaserne genutzt, dann aber weitgehend abgerissen. Lediglich der Teil, der als Sammellager diente, blieb erhalten.
Das Lager hatte eine Fläche von 200x400 m. An jeder Ecke befand sich ein Wachturm. Französische Polizisten bewachten es ursprünglich. 4.500 Menschen konnten hier untergebracht werden. Zwischen 21. August 1941 und 17. August 1944 passierten 70.000 Menschen dieses Lager.
Am 2. Juli 1943 übernahm Alois Brunner das Kommando des Lagers, assistiert von vier SS-Offizieren. Das französische Personal wurde entlassen. Nun setzte man Gefangene als Lagerpolizei ein (Membres du Service d’Ordre).

Die Lagerinsassen litten unter einem permanenten Mangel an Nahrung. Bis November 1942 belief sich die tägliche Essensration auf 600-800 Kalorien. Von Zeit zu Zeit konnten die Gefangenen diesen Notstand mildern, weil ihnen gestattet wurde, Essenspakete von Verwandten, französischen Hilfsorganisationen und dem Roten Kreuz zu empfangen. Unter Brunners Leitung verschlechterte sich die Essensversorgung schnell wieder


Die Cité wird zum Lager

Die Cité erhält eine neue Funktion, der Anstoß dazu kommt bei Kriegsbeginn von der Regierung Daladier. Es geht darum, die Mitglieder der PCF (Partie Communiste Français) und andere unerwünschte Personen zu isolieren. François Maspero schreibt in seinem Roman „Roissy-Express“: „Als die PCF ungesetzlich und die Kommunistenjagd rechtens wird, erhält die unvollendete Baustelle von la Muette eine neue Aufgabe: Die Machthaber richten das Hufeisen als Internierungslager ein. Eine mit Stacheldraht bewehrte Doppel-Mauer wird um das U gezogen, ein Rundgang mit Wachtürmen in den vier Ecken gebaut. Die Raumaufteilung des Hufeisens aus dem dritten Bauabschnitt leistete der Transformation der Baustelle in die Gefängnisanstalt der Re¬publik Vorschub. Zu den Kommunisten gesellen sich die Verdächtigen der ‚Cinquième Colonne‘. Sehr bald werden dort auch auf Ausweisung wartenden ‚Feinde‘ interniert, insbesondere deutsche Juden, die aus Deutschland entkommen waren.“ Unter dem Vichy-Regime wird das Lager von Drancy für die provisorische Inhaftierung von französischen und englischen Kriegsgefangenen und von Zivilisten genutzt. Die Deutschen besetzen den Ort und machen daraus ihr „Frontstalag III“.
Die Leitung des Lagers wird dem jungen SS-Offizier Theodor Dannecker übertragen, der am 18. Juni 1943 vom Hauptsturmführer der SS, Alois Brunner, abgelöst wird, wobei das Lager de facto in den Händen der französischen Polizei bleibt. Für Frankreich wird Drancy zur Drehscheibe der Deportationen. Das Hufeisen-Gebäude ist Transitlager für die Juden auf dem Weg in die deutschen Lager. Insgesamt hunderttausend Menschen waren dort interniert, die ersten treffen im August 1940 ein. Im Lager wurden bis zu 7000 Personen in Gebäuden zusammengepfercht, die für ursprünglich 700 Bewohner ausgelegt waren. Drancy, ein „von der Erinnerung heimgesuchter Ort“, wird zum einzigen Sammelpunkt für die Deportationen aus dem gesamten Frankreich, Kopfbahnhof für Auschwitz. Vom ersten Transport am 22. Juni 1942 bis zu den Gefangenen, die am 17. August 1944 bei der Aufgabe des Lagers am Kriegsende verschleppt werden, sind über 67.000 Menschen von Drancy aus deportiert worden.
Die U-Form des Hufeisens erwies sich als überaus günstig; um es zu schließen genügte ein Schlagbaum, während im Innenhof ebenerdige Sanitärbaracken aus Holz aufgeschlagen wurden. Die offene Seite wie auch der äußere Wachgang entlang der Flügel war mit Stacheldraht gesichert. „Die Anordnung der Gebäude bot sich für diese neue Funktion als Internierungslager unter völliger Überwachung geradezu an. Die einzelnen Blocks heißen nach den Buchstaben des Alphabets, die 22 Treppenaufgänge sind durchnummeriert. Die Trennwände in den Wohnungen waren nie eingebaut worden, jeder Treppenabsatz führt in einen einzelnen, großen Raum pro Geschoss, mit hölzernen Stockbetten und einem Waschbecken darin. Dreißig bis vierzig Menschen sind hier zusammengepfercht. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sind den allgemeinen Funktionen vorbehalten: Krankenstation, Friseur, Lagerladen, Schneiderei, Kantine, Vorratsraum für Gemüse und Schälküche“, präzisiert der Historiker Rémi Baudouï.
Für die Polizeibeamten von Vichy ist die noch ungenutzte Cité de la Muette dank der Leichtigkeit, mit der der Raum abgeschlossen, kontrolliert und bewacht werden konnte, der ideale Ort für einen repressiven Apparat. Die Nähe zur Bahnlinie und die Tatsache, dass einige der Gebäude bereits an die Gendarmerie vergeben waren, haben zur Wahl der Cité de la Muette sicherlich das ihre beigetragen. Selbst 1944 wurde das Lager noch nicht aufgelöst. Bis 1946 diente es der Inhaftierung von Kollaborateuren. Anschließend wurde alles bereinigt. François Maspero konstatiert: „Die Cité de la Muette wurde ganz einfach ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt. Es brauchte nicht viel, um ein Lager daraus zu machen. Stacheldraht und einige Holzbaracken genügten, daneben waren nur noch die Durchgänge unter den Galerien zuzumauern. Sogar die Gendarmerie stand schon bereit. Es war auch kein großer Aufwand, das Lager wieder dem sozialen Wohnungsbau zurückzuführen. Einfach Stacheldraht und Baracken demontieren, Kanalisation und Innenwände einbauen, anstreichen. Im Grunde eine Art erster ‘Wiedergutmachung’. Man hielt es nicht einmal für nötig, die Gendarmerie zu verlegen. Sie ist immer noch dort, in den benachbarten Türmen.“ Wenn auch seit dem Krieg laut Maspero „die Stadt ihr Äußeres verändert hat, so ist ihr doch die Grundstruktur und etwas Undefinierbares geblieben, welches wohl ihre eigentliche Natur ist.“
Die erste Cité Lods stellte sein Projekt nie in Frage. In einer Note an das Ministerium für Wiederaufbau und Städteplanung vom 20. März 1945 rekapituliert er die Gründe für seine stadtplanerische Wahl von Drancy und unterstreicht den urbanen Charakter des Projektes, zugleich prangert er an, wie dort die programmatische Ausstattung mit Gemeinschaftseinrichtungen zusammengestutzt worden war: „Es ist kein Wunder, dass man an dem unglücklichen Drancy nichts finden kann. Dass hier jeglicher Sinn fehlt, das ist allerdings eine drastische Lektion. Daran wird unter anderem deutlich, dass vor allem eine übergeordnete Idee und ein Plan des Ganzen notwendig sind. Dieser einsame Vorstoß mitten in einem hoffnungslos chaotischen Umfeld entfaltet nur dann seinen ihm auf natürliche Weise eigenen Sinn, wenn seine Komposition in etwas eingebunden werden könnte. Muss man daran erinnern, dass der Versuch zwar unternommen wurde, dass er aber bei den verantwortlichen Verwaltungsbeamten der Region kaum auf Interesse stieß – damals? Muss man noch erwähnen, dass der Entwurf gekappt und damit alle Gebäude, die daraus ein Ganzes hätten entstehen lassen, fehlen, dass es weder Parks noch Grünflächen gibt? Dass man die Gebäude, nachdem man sie vier Jahre lang hatte leerstehen lassen, zu einer Kaserne für die Gendarmen umbaute und so Magazine für Munition, Uniformen, Waffen und Geschütz entstanden, wo Kindergärten und Spielplätze geplant waren? Drancy muss man nicht als Gegenentwurf zu Tergnier begreifen. Tergnier ist eine Lösung mit verstreuten Einzelhäusern. Das ist angemessen, sofern ausreichend Bauland zur Verfügung steht. Drancy ist ein Entwurf für eine hohe Bevölkerungsdichte (mehr als hundert Wohneinheiten pro Hektar mit viel Luft, großzügigem Lichteinfall und sehr ausgedehnten Grünflächen.) Tergnier ist ländlich. Drancy ist städtisch. Werden wir es besser machen? Sicherlich, darauf hoffe ich. Genau dafür arbeiten wir!“


Beschreibung des Lagers von Drancy

Departement und Gebiet: Département Seine-Saint-Denis (93), Siedlung von La Muette.

Betrieb: Eröffnung im Oktober 1939, wurde am 14. Juni 1940 von der deutschen Armee requiriert, die Deutschen fliehen aus dem Lager am 17. August 1944.

Größe : Wohnhäuser der Siedlung von La Muette.

Aufnahmekapazität: ca. 5000 Personen.

Kategorie : Militärlager, Internierungslager, Konzentrationslager, Deportationslager.

Insassen: englische und französische Kriegsgefangene, Kommunisten, Verdächtige (Angehörige der fünften Kolonne), französische und ausländische Juden, Kinder.


Die Chronologie von Drancy

20. August 1941:
Eröffnung des Lagers als Internierungslager für Zivilisten (vorher war es ein Kriegsgefangenenlager).

15. Dezember 1941:
Infolge eines Attentats auf einem deutschen Offizier werden 70 Personen, darunter 53 Juden aus dem Lager von Drancy, auf dem Mont Valérien erschossen.

27. Mars 1942:
Erste Abfahrt aus Drancy nach Auschwitz, 1112 Personen werden in die Vernichtungslager deportiert.

Juli 1942:
Nach der Razzia des Vel d’Hiv werden Frauen und Kinder im Lager aufgenommen.

2. Juli 1943:
Die SS übernimmt die Leitung des Lagers von Drancy.

17. August 1944 :
Befreiung des Lagers von Drancy.


Drancy in Zahlen

4 000 Personen werden nach der Razzia im 11. Arrondissement von Paris im Lager von Drancy interniert. Alle sind Juden, in der Mehrheit Ausländer oder Staatenlose.

14 Internierte werden nach der Entdeckung eines Fluchtstunnels im Lager von der Gestapo festgenommen, verhört und gefoltert. Danach werden sie mit dem Transport 63 am 20. Novembre 1943 nach Auschwitz deportiert. Von den 14 Personen werden 12 aus dem Zug springen und sich dem Widerstand anschließen.

Ca. 65 000 Juden wurden von den französischen und deutschen Behörden während des Krieges aus Drancy deportiert. Die Gesamtzahl der deportieren Juden während dieser Zeit wird auf 76000 geschätzt.


67 von 79 Transporten wurden im Lager von Drancy zusammengestellt.


Übersicht

Nach der deutschen Besetzung Frankreichs im Mai und Juni 1940 wurde ein großer Gebäudekomplex, die Cité la Muette, die ursprünglich als öffentliche Wohnanlage geplant, später jedoch als Polizeikaserne genutzt worden war, von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und in das wichtigste Haftlager für Juden, aber auch für Angehörige anderer ethnischer oder sozialer Minderheiten umgewandelt.

Wie andere Haftanstalten in Frankreich war das Sammellager Drancy auf Befehl der Besatzungsmacht unter der Federführung des Höheren SS- und Polizeiführers in Frankreich, des späteren SD, eingerichtet worden und hatte der Kontrolle der SS bis Juli 1942 unter SS-Hauptsturmführer Theodor Dannecker, bis Juni 1943 SS-Obersturmführer Heinz Röthke und ab 3. Juli 1943 unter den von SS-Hauptsturmführer Alois Brunner unterstanden. Es war wegen seiner Nähe zu dem großen Verschiebebahnhof ausgewählt worden. Das Lager wurde nach einer Menschenjagd gegen Pariser Juden im August 1941 eröffnet, als 4.000 Menschen verhaftet wurden.
Weitere Verhaftungswellen gegen Juden wurden durch die französische Polizei auf Beschluss des Vichy-Regimes von Marschall Philippe Pétain ab 1941 bis 1944 nicht nur in der besetzten Zone, sondern auch in der unbesetzten Südzone durchgeführt. Diese richteten sich auch gegen die aus Deutschland und Österreich nach Südfrankreich geflüchteten Juden, die in Internierungslagern auf ihr Visum, ihre Schiffspassage oder ihre Ausreise in ein Land ohne Verfolgung (meist die Vereinigten Staaten oder auch Mexiko, Kuba, China oder auf das Transitvisum für Spanien oder Portugal) warteten.

Das Lager in Drancy war ein viergeschossiger Gebäudekomplex in U-Form um einen ca. 400 m langen, ca. 40 m breiten Innenhof der Architekten Marcel Lods und Eugène Beaudoin, ursprünglich für 700 Menschen entworfen, in dem jedoch auf seinem Höhepunkt mehr als 7.000 Menschen eingesperrt waren.
Hatte es noch im Oktober 1939 der französischen Polizei zu Internierung von militanten Kommunisten gedient, so wurden zu Beginn des Krieges französische Kriegsgefangene, später gefangene jugoslawische und griechische Zivilisten hier eingesperrt. Das hufeisenförmige Lager war mit Stacheldraht und an allen vier Ecken von Wachttürmen umgeben und wurde von französischen Gendarmen bewacht.

Aufgrund von Dokumentenbeweisen und Zeugenaussagen sind die unmenschlichen Bedingungen und die Brutalität der französischen Wachen in Drancy bewiesen, zu denen die sofortige Trennung kleiner Kinder von ihren Eltern bei der Ankunft gehörte.

Klaus Barbie, der berüchtigte Schlächter von Lyon, entführte alle jüdischen Kinder, deren er bei Durchsuchungen französischer Kinderheime habhaft werden konnte, nach Drancy, von wo sie alle zur Ermordung nach Auschwitz geschafft wurden (siehe auch: Kinder von Izieu).

Noch im November 1941 waren ca. 800 internierte Kranke unter 18 Jahren freigelassen worden. Im Dezember 1941 wurden 40 Häftlinge aus Drancy zur Vergeltung eines französischen Angriffs auf einen deutschen Polizeioffizier exekutiert. Der Militärbefehlshaber in Frankreich, Otto von Stülpnagel, erhielt vom Oberkommando der Wehrmacht in Berlin wiederholt Forderungen nach Geiselerschiessungen zur Vergeltung von Anschlägen der Résistance auf deutsche Soldaten und Polizisten. Daraufhin forderte Stülpnagel seinerseits Ende 1941 die Deportation größerer Massen von Juden und Kommunisten nach dem Osten, weil die viel abschreckender auf die französische Bevölkerung wirkt als die von ihr nicht verstandenen Massenerschiessungen.

Im gleichen Monat erhielt Major Walter Bargatzky, ein Jurist, der zur Kommandantur der deutschen Militärverwaltung im Hotel Majestic gehörte, erstmals einen detaillierten Augenzeugenbericht über die Massentötungen nördlich von Kiew in Babi Jar.
Diese Schilderung kursierte schnell im deutschen Stab.

Anfangs wurde noch die Ansicht vertreten, dass es sich möglicherweise um Massentötungen aus lokalen Anlässen und an lokalen Schauplätzen ereignet haben möge. Als Reinhard Heydrich jedoch nach der Wannseekonferenz einen Exklusivvortrag vor den höheren Rängen des Hotel Majestic am 7. Mai 1942 hielt, in dem er von Versuchen zur Tötung von Juden durch speziell präparierte LKW sprach, deren Abgase die Deportierten töten sollten und in diesem Zusammenhang das Wort Vergasung erstmals verwendet wurde, bestand über das Schicksal der Juden von Drancy für die Anwesenden kein Zweifel mehr.
Bei dieser Gelegenheit führte Heydrich den neuen Polizei- und SS-Führer von Paris, Carl Oberg, ein, der nicht mehr, wie seine Vorgänger auf die Amtshilfe des Militärbefehlshabers der französischen Behörden angewiesen war, sondern nun unmittelbare Befugnisse zur Deportation erhielt. Er war berüchtigt für sein schikanöses Verhalten, sei es durch Verbot von Musik, Kartenspiel oder Tanz oder durch die Ablehnung von Hilfspaketen von Verwandten und Hilfsorganisationen an die Lagerinsassen.

Da alliierte Luftangriffe auf Pariser Verschiebebahnhöfe stattfanden, durch die die Deportationszüge Tag und Nacht rollten, kam es vor, dass plombierte Waggons infolge der Bombardements aufsprangen und Häftlinge flüchteten.

Um diese schneller von anderen unterscheiden zu können, kamen die Verantwortlichen auf die perfide Idee, Juden nur noch nackt zu transportieren.

Aus diesem Grunde erhielten diese Transporte die Bezeichnung Nackttransporte. Bargatzky, der dem deutschen Widerstand vom 20. Juli 1944 angehörte und bei Gelingen des Attentats zum Anklagevertreter gegen die Verantwortlichen der Besatzungsverbrechen ausersehen war, hatte diese Details gesammelt, um sie zur Grundlage einer Anklage wegen Wehrkraftzersetzung gegen die SD-Führer zu machen.

Nach Recherchen von Serge Klarsfeld verließen 42 Konvois mit 40.450 Verschleppten Drancy über den Bahnhof Bourget-Drancy zwischen dem 27. März 1942 und dem 23. Juni 1943. 21 Konvois mit 22.450 Deportierten wurden über den Bahnhof Bobigny im Norden in den Tod transportiert. 58 dieser Transporte erreichten Auschwitz-Birkenau, je zwei Todeszüge gingen nach Majdanek und Sobibor und einer nach Kaunas und Reval. Bis Juli 1943 wurden die Züge von Wachmannschaften der SS und französischen Gendarmen begleitet. Danach kam auch die Polizei aus Deutschland.

Viele französische jüdische Intellektuelle und Künstler wurden in Drancy gefangengehalten einschließlich Max Jacob, dem Philosophen Tristan Bernard und dem Choreographen René Blum.

Eine prominente internierte Person war Fania Fénelon, eine Sängerin aus Paris. Ihr Vater Jules Goldblum war Jude. Sie wurde bei der Unterstützung kommunistischer Aktionen gefasst, von der Gestapo verhaftet und in das Durchgangslager Drancy geschickt. Von dort wurde sie weiter nach Auschwitz geschickt, wo sie Mitglied des von Alma Rosé geleiteten Mädchenorchester von Auschwitz war. Sie überlebte das Konzentrationslager und den Todesmarsch und wurde von den Briten befreit. Alma Rosé war bis zu ihrer Deportation am 18. Juli 1943 ebenfalls für sechs Monate in diesem Lager interniert.


22.06.1942

Am 22.06.1942 verläßt der Transport Nu 3 den Bahnhof Bourget-Drancy mit 1000 Personen, Die Menschen waren zuvor im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das Konzentrationslager Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 24.06.1942. 933 Männliche und 66 weibliche Personen aus diesem Transport wurden als Häftlinge ins Lager Auschwitz übernommen. Am 15. August 1942 sind nur noch 186 Personen aus diesem Transport am Leben. 29 Männliche und 5 weibliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.


19.07.1942

Mit diesem Transport Nu. 7 (Zug DA 901-2) werden 879 jüdische Männer und 121 jüdische Frauen aus Drancy ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Selektion werden 504 Männer, die die Nummern 49777 - 50280 erhalten, und 121 Frauen, die mit den Nummern 9703 - 9823 gekennzeichnet werden, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 375 Männer werden in den Gaskammern getötet. In diesem Transport sind 386 Juden polnischer Abstammung. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 16 Überlebende dieses Transports.


22.07.1942

Mit diesem Transport Nu. 9 werden 996 Personen aus Drancy ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Selektion werden 615 Männer, die die Nummern 51504 - 52118 erhalten, und 385 Frauen, die mit den Nummern 10664 - 11049 gekennzeichnet werden, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 acht Überlebende dieses Transports.


23.07.1942

Am 23.07.1942 treffen mit einem Transport aus Nancy 81 "Häftlinge" im Internierungslager Drancy ein. Der Transport galt als Vorbereitung für den Transport vom 27.07.1942 Drancy - Auschwitz


24.07.1942

Transport
Am 24.07.1942 treffen mit einem
Transport aus Chalons-sur-Marne 43 "Häftlinge" im Internierungslager Drancy ein. Der Transport galt als Vorbereitung für den Transport vom 27.07.1942 Drancy - Auschwitz

Transport
Mit diesem
Transport Nu. 10 (DA 901) werden insgesamt 1000 (996) Juden aus Drancy ins KL Auschwitz deportiert. Unter den Deportierten befanden sich 630 Frauen. Es war dies der erste Transport aus Frankreich, der mehr Frauen als Männer an Bord hatte. In dem Transport sind 551 Juden polnischer Abstammung. Nach der Selektion werden 370 männliche Personen mit den Häftlingsnummern 52883 - 53252 als Häftlinge in das Lager eingewiesen. 630 weibliche Personen werden mit den Häftlingsnummern 11345 - 11974 als Häftlinge in das Lager eingewiesen. 5 Männliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.


27.07.1942

Mit diesem Transport Nu. 11 (D 901-6) werden insgesamt 1000 Juden aus Drancy ins KL Auschwitz deportiert. Bei ihrer Ankunft in Auschwitz am 29. Juli 1942 wurden alle Deportierten zur Sklavenarbeit selektiert. Den Männern wurden die Nummern 53829-54076 eintätowiert, den Frauen die Nummern 12340-13081. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 13 Überlebende dieses Transports.


29.07.1942

Mit diesem Transport (Nu. 12 (D 901/7) werden insgesamt 1001 "Personen" aus Drancy ins KL Auschwitz deportiert. Unter den 1000 Deportierten befanden sich 730 Frauen. Die Mehrheit der Deportierten war im Alter zwischen 36 und 54 Jahren. Bei ihrer Ankunft in Auschwitz am 31. Juli wurden alle Männer zur Sklavenarbeit selektiert. und mit den Nummern 54153 - 54422 tätowiert. 514 Frauen erhielten die Nummern 13320 - 13833 und 216 wurden sofort vergast. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 fünf Überlebende dieses Transports.


06.08.1942

am 06.08.1942 treffen mit einem 1. Transport 800 Männer und Frauen im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen mit den Anfangsbuchstaben A bis M waren am 06.08.1942 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


09.08.1942

am 09.08.1942 gegen Abend treffen mit einem 2. Transport 800 Männer und Frauen im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen waren am 08.08.1942 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


10.08.1942

Mit diesem Transport Nu. 17 (D901/12) werden 1006 Personen (525 Frauen u. 475 Männer, darunter mehr als 400 ältere Menschen. Fast alle wurden im Deutschen Reich geboren.) vom Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy) ins KL Auschwitz deportiert. Der Transport erreicht Auschwitz am 12.08.1942. Nach der Selektion werden 140 Männer, die die Nummern 58086 - 58225 erhalten, sowie 100 Frauen, die die Nummern 16637 - 16736 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 766 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt.


11.08.1942

Am 11.08.1942 erreicht ein Transport mit 400 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 11.08.1942 verlassen.


12.08.1942

Am 12.08.1942 verläßt der Transport 18 (D901-13) den Bahnhof Bourget-Drancy mit 1007 Personen. Ziel dieses Transportes war das Konzentrationslager Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 14.08.1942. Nach der Selektion werden 233 Männer, die die Nummern 58785 - 59017 erhalten, sowie 62 Frauen, die die Nummern 17069 - 17130 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 712 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 elf Überlebende dieses Transports.


14.08.1942

Am 14.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport 19 (901-14) den Bahnhof Bourget-Drancy mit 991 Personen. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das KL Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 16.08.1942. Nach der Selektion werden 115 Männer, die die Nummern 59229 - 59343 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 876 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.


17.08.1942

Am 17.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport 20 (901-14) den Bahnhof Bourget-Drancy mit 997 Personen darunter 341 Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren und 323 Mädchen im Alter bis zu 16 Jahren. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das KL Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 19.08.1942. Nach der Selektion werden aus diesem Transport 65 Männer, die die Nummern 60113 - 60177 erhalten, und 35 Frauen, die mit den Nummern 17679 - 17713 gekennzeichnet werden, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 897 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt. 3 Männliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.


19.08.1942

Am 19.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport 21 (901-16) den Bahnhof Bourget-Drancy mit 997 Personen darunter viele Familien, d. h. Großeltern, Eltern und insgesamt 373 Kindern im Alter bis zu 13 Jahren. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das KL Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 21.08.1942. Nach der Selektion werden 138 Männer, die die Nummern 60471 - 60608 erhalten, und 45 Frauen, die mit den Nummern 17875 - 17919 gekennzeichnet werden, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 817 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 fünf Überlebende dieses Transports.


21.08.1942

Der Transport Nu 22 (Zug 901-17) bestand aus 1000 Personen (darunter 544 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren ), und kam aus Drancy. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das KL Auschwitz. Nach der Selektion werden 90 Männer, die die Nummern 61185 - 61274 erhalten, und 18 Frauen, die die Nummern 18235 - 18252 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. 892 Personen aus diesem Transport wurden der Sonderbehandlung (vergast) zugeführt. 7 Männliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.


23.08.1942

Am 23.08.1942 erreicht ein Transport mit 175 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 23.08.1942 verlassen.


24.08.1942

Am 24.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport Nu 23 (Zug 901-18) mit 1000 Personen (darunter 518 Kinder im Alter von eins bis 14 Jahren) die Bahnstation Bourget-Drancy. Ziel dieses Transportes ist das KL Auschwitz. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Nachdem Eintreffen des Zuges in Auschwitz am 26.08.1942 wird durch die SS eine Selektion vorgenommen. Nach der Selektion werden 92 Männer, die die Nummern 61662 - 61753 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 908 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt. 3 Männliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.


25.08.1942

Transport
Am 25.08.1942 treffen mit einem
Transport 787 Juden, (die große Mehrheit davon waren Kinder) aus dem Camp de transit de Pithiviers im Internierungslager für Juden Drancy ein. 280 Kinder aus diesem Transport wurden mit dem Transport am 28.08.1942 von Drancy ins KL Auschwitz deportiert.

Transport
am 25.08.1942 gegen Abend treffen mit einem 3.
Transport 30 Männer und 30 Frauen im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen waren am 24.08.1942 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


26.08.1942

Transport
Am Morgen des 26.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der
Transport Nr. 24 (Zug 901-19) den Bahnhof Bourget Drancy mit 1002 Personen (darunter 360 jüdische Kinder u. 389 meist männliche Juden, die zuvor in den Fremdarbeitergruppen (Groupes de travailleurs étrangers, GTE) gefangen waren), Ziel des Transportes ist das Konzentrationslager Auschwitz, wo er am 28.08.1942 eintrifft.
In seiner Zeugenaussage nach dem Krieg erzählte Joseph Nisenmann, ein Überlebender dieses Transports, von seiner Deportation aus Drancy am 26. August 1942. Er erinnerte sich, wie er mit weiteren 90 bis 95 Juden, darunter viele Kinder, in einen Viehwaggon gepfercht wurde. Nach einer kurzen Zeit war der Inhalt des Eimers, den die Deportierten zur als Toilette benutzten, über den gesamten Waggon verschüttet. Es war unerträglich heiß und die ständigen Bitten um Wasser blieben unerhört. Nisenmann erinnerte sich auch an den Halt in Kosel, wo 250 Männer im Alter zwischen 16 und 45 aus dem Zug genommen wurden.
Eine zweite Selektion findet an der, als Judenrampe bezeichneten, Ausladerampe in Auschwitz statt; 27 Männer, die die Nummern 62093 - 62119 erhalten, sowie 36 Frauen, die die Nummern 18609 - 18644 erhalten, werden als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 737 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 24 Überlebende dieses Transports.

Transport
am 26.08.1942 treffen mit einem
Transport 422 Juden aus dem Gefängnis Fort du Ha in Merignac an der Bahnstation Le Bourget-Drancy ein, von hier müßen die gehfähigen zu Fuß zum Lager laufen. Alte und gehbehinderte werden mit LKW zum Lager gebracht. Etwa 137 der 422 Juden werden am 31.08.1942 mit dem 26. RSHA Transport (Zug 901-21) von Drancy ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. An das Fort du Ha als Gefängnis für politische Gegner erinnert seit 1985 nur noch eine Marmorstele.


28.08.1942

Am 28.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport No 25 (D901 - 20) mit 1000 Juden und unerwünschte Elemente, das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy. In dem Transport befinden sich 280 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren. Unter den Erwachsenen sind 253 Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren, die Kinder waren am 25.08.1942 mit einem Transport aus dem Durchgangslager (Camp de transit de Pithiviers) ins Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy gebracht worden. Ziel ist das Konzentrationslager Auschwitz, eine erste Selektion findet in Cosel statt (bei der ersten Selektion in Cosel wurden wahrscheinlich 253 Männer festgehalten).
Der Transport erreicht Auschwitz am 31.08.1942. Nach der Selektion im KL Auschwitz werden lediglich 71 Frauen, die die Nummern 18749 - 18819 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. 676 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.
Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 acht Überlebende dieses Transports.


29.08.1942

Transport
am 29.08.1942 treffen mit einem
Transport 446 Juden, darunter 68 Kinder aus dem Internierungslager Nexon im Internierungslager für Juden Drancy ein. Es handelte sich um Personen, die während der Festnahmeaktion vom 26. August in der Region um Limoges verhaftet worden waren. 307 von ihnen wurden nur zwei Tage nach ihrer Ankunft, auf dem Transport vom 31. August, nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Transport
am 29.08.1942 trifft ein
Transport mit 545 Juden aus Lyon im Internierungslager für Juden Drancy


31.08.1942

Transport
am 31.08.1942 um 8:55 Uhr verläßt der 26. RSHA
Transport (Zug 901-21) mit insgesamt 1000 Juden die Bahnstation Le Bourget-Drancy mit dem Ziel Auschwitz (Konzentrationslager) Die Menschen waren zuvor im Internierungslager für Juden Drancy untergebracht. Am 02.09.1942 erreicht der RSHA Transport (Zug 901-21) die Bahnstation Cosel. Hier findet eine erste Selektion durch SS und Angehörige der Organisation Schmelt (benannt nach ihrem Leiter, dem Breslauer Polizeipräsidenten und SS-Oberführer Albrecht Schmelt) statt (bei der Selektion in Cosel wurden wahrscheinlich 253 Arbeitsfähige ausgesondert und in Arbeitslager verschleppt). Bei der Ankunft im KL Auschwitz am 02.09.1942 befinden sich noch 545 Männer und Jungen sowie 455 Frauen und Mädchen im Zug. Nach der 2. Selektion auf der Ausladerampe in Auschwitz werden 12 Männer, die die Nummern 62897 - 62908 erhalten, sowie 27 Frauen, die die Nummern 18827 - 18853 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen, alle anderen werden der Sonderbehandlung zugeführt. Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 17 Überlebende dieses Transports. (16 Männer und 1 Frau)

Transport
am 31.08.1942 treffen mit einem Transport 560 Juden (552 Juden Namentlich bekannt) aus dem Internierungslager für Juden Caserne d'Auvare in Nizza im Internierungslager für Juden Drancy ein


01.09.1942

Transport
Am 01.09.1942 erreicht ein Transport mit 173 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager)
Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 01.09.1942 verlassen.

Transport
am 01.09.1942 treffen mit einem 4.
Transport 502 Männer und Frauen im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen waren in der Nacht vom 31.08.1942 zum 01.09.1942 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


02.09.1942

am 02.09.1942 um 8:55 Uhr verläßt der Transport Nu. 27 (Zug 901-22) mit insgesamt 1000 Juden, darunter etwa 120 Kinder die Bahnstation Le Bourget-Drancy mit Ziel Auschwitz (Konzentrationslager). Die Menschen waren zuvor im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy „interniert“. Die Kinder waren der Rest jener, die im August 1942 aus den Lagern Pithiviers und Beaune-la-Rolande nach Drancy transferiert worden waren. Ihnen schlossen sich mehr als 800 Juden aus der unbesetzten Zone an, die während der Festnahmeaktion vom 26. August verhaftet und auf drei Transporten ins Lager Drancy deportiert worden waren. Der erste fuhr am 29. August mit 446 Juden aus der Region um Limoges an Bord aus Nexon ab, der zweite mit 544 Juden aus Lyon und der dritte schließlich am 31. August mit 560 Juden aus Nizza. SS-Obersturmführer Röthke Heinz (Leiter des Sipo-SD-Judenreferats in Paris) fordert am 20.08.1942 beim Feldgendarmerie Kommando einen Offizier und acht Mann zur Bewachung des Zugs abzustellen, dieses Wachkommando solle sich am 02.09.1942 um 6:00 Uhr im Lager Drancy bereithalten.
Für die Deportation wurden deutsche Güterwaggons eingesetzt, die Lokomotive des Zugs wurde von der Staatlichen Eisenbahngesellschaft Frankreichs (SNCF) zur Verfügung gestellt; SNCF-Personal begleitete den Zug bis zur Grenze in Novéant (Neuburg).
Der Transport wurde auf französischem Gebiet von einem Offizier und 30 Männern der französischen Gendarmerie gemeinsam mit einen Offizier und acht Mann deutscher Feldgendarmerie bewacht
In Novéant (Neuburg) wurde die französische Lokomotive und das französische Personal durch Reichsbahnmitarbeiter und deutsche Technik ersetzt und die Bewachung wurde von der deutschen Ordnungspolizei übernommen.
Fahrplan
Drancy, Bobigny, Noisy-le-Sec, Épernay, Châlons-sur-Marne, Revigny, Bar le Duc, Lérouville und Novéant (Neuburg), letzter Halt vor der deutschen Grenze.
Saarbrücken, Frankfurt am Main, Dresden, Görlitz, Nysa, Cosel, Kattowitz Endstation Auschwitz
Am 04.09.1942 erreicht der Transport die Bahnstation
Cosel, alle jungen körperlich-tauglichen Männer (etwa 200), wurden aus dem Zug geholt und in Arbeitslager geschickt.
Der Transport mit den verbliebenen Deportierten fuhr weiter nach Auschwitz-Birkenau, an der Rampe in Auschwitz findet eine zweite Selektion des Transportes statt, danach werden zehn Männer, die die Nummern 63055 - 63064 erhalten, sowie 113 Frauen, die die Nummern 19003 - 19115 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Wenn man annimmt, daß die Organisation Schmelt etwa 200 Männer festgehalten hat, dann werden etwa 677 Menschen der Sonderbehandlung zugeführt.
Laut dem Historiker Serge Klarsfeld gab es 1945 30 Überlebende dieses Transports.


04.09.1942

Transport
Am 04.09.1942 erreicht ein Transport mit 621 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager)
Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 04.09.1942 verlassen.

Transport
Am 04.09.1942 um 08:55 Uhr verläßt der
Transport Nu 28 (Zug 901-23) die Bahnstation Le Bourget-Drancy mit 1013 jüdische Männer, Frauen und Kinder in 46 verschlossenen Viehwaggons. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das Konzentrationslager Auschwitz. Mehrere Männer starben während der Reise an einem Herzinfarkt und ihre Leichen wurden von den Deutschen herausgeholt, als der Zug einen Halt einlegte. Beim Halt am 06.09.1942 in Cosel, wurden die meisten der jungen körperlich-tauglichen Männer (etwa 200 Männer) aus den Zügen genommen und zur Arbeit in verschiedene Lager in der Umgebung geschickt. Bei der Ankunft in Auschwitz am 06.09.1942 wurden 16 Männer zur Sklavenarbeit selektiert. Die 16 wurden mit den Nummern 63065-63080 tätowiert. Ebenso wurden 38 Frauen zur Sklavenarbeit selektiert, sie erhielten die Nummern 19170-19207. Der Rest des Transports wurde unmittelbar nach der Ankunft der Sonderbehandlung zugeführt. Dr. Kremer ist bei der Vergasung anwesend und schreibt in sein Tagebuch: «Abends um 8 Uhr wieder zur Sonderaktion draußen.»
25 Männliche Personen und 2 weibliche Personen aus diesem Transport haben den Krieg überlebt.
Siehe hierzu auch
Transport 01.09.1942 Gurs - Drancy


07.09.1942

am 07.09.1942 um 8:55 Uhr verläßt der 29. Transport (Zug D 901/24) mit insgesamt 1000 Juden, darunter 77 Jungen und 73 Mädchen unter 18 Jahren die Bahnstation Le Bourget-Drancy mit Ziel Auschwitz (Konzentrationslager). Der Transport setzte sich überwiegend aus ausländischen Juden zusammen (864), die man zuvor mit zwei Transporten aus der unbesetzten Zone verschleppt hatte. Einer dieser Züge kam aus Nizza und hatte das Lager Drancy am 1. September erreicht, der andere hatte die Lager in Rivesaltes und Milles verlassen und war am 3. September eingetroffen. Über 100 Kinder befanden sich unter den, aus der unbesetzten Zone deportierten Juden. Ungefähr 200 Juden, die man Mitte Juli während der Vel d'Hiv-Massenrazzia festgenommen und in das Lager Drancy verschleppt hatte, befanden sich ebenfalls an Bord dieses Deportationszugs. Die Menschen waren zuvor im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy „interniert“. Am 09.09.1942 erreicht der Transport die Bahnstation Cosel, alle jungen körperlich-tauglichen Männer (etwa 200), wurden aus dem Zug geholt und in Arbeitslager geschickt. Der Transport mit den verbliebenen Deportierten fuhr weiter nach Auschwitz-Birkenau, an der Rampe in Auschwitz findet eine zweite Selektion des Transportes statt, danach werden 59 Männer mit den Häftlingsnummern 63164 - 63222 u. 52 Frauen mit den Häftlingsnummern 19243 - 19294 ins Lager übernommen. Die übrigen etwa 689 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt. SS-Lagerarzt Kremer, der an der Aktion teilnimmt, schreibt in sein Tagebuch: Abends bei einer Sonderaktion zugegen (4. Mal). Dem Historiker Serge Klarsfeld zufolge haben 34 Männer Juden von dieses Transports den Holocaust überlebt.


09.09.1942

Am 09.09.1942 um 08:55 Uhr verläßt der Transport Nu. 30 (D901/24) mit insgesamt 1000 Juden die Bahnstation Le Bourget-Drancy. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das Konzentrationslager Auschwitz. Der Transport setzte sich überwiegend aus ausländischen Juden zusammen, die man zuvor mit zwei Transporten aus der unbesetzten Zone verschleppt hatte. Einer dieser Züge hatte Rivesaltes am 1. September mit 749 Juden aus den Regionen Montpellier und Marseilles verlassen, der andere Zug war in Saint Sulpice mit 899 Juden aus der Region Toulouse abgefahren. Die meisten der deportierten Juden waren am 26. August, während einer Massenrazzia in der unbesetzten Zone, festgenommen worden.
Beim Halt am 11.09.1942 in
Cosel, wurden die meisten der jungen körperlich-tauglichen Männer (200 Männer) aus den Zügen genommen und zur Arbeit in verschiedene Lager in der Umgebung geschickt. Bei der Ankunft in Auschwitz am 11.09.1942 wurden 23 Männer zur Sklavenarbeit selektiert. Die 23 wurden mit den Nummern 63471 - 63493 tätowiert. Ebenso wurden 68 Frauen zur Sklavenarbeit selektiert, sie erhielten die Nummern 19414 - 19481. 709 Deportierte des Transports wurden unmittelbar nach der Ankunft der Sonderbehandlung zugeführt.
Dem Historiker Serge Klarsfeld zufolge haben 43 Juden von diesem Transport den Holocaust überlebt.


11.09.1942

am 11.09.1942 um 8:55 Uhr verließ der RSHA-Transport Nu. 31 (DA 901/25) mit insgesamt 1035 Juden die Bahnstation Le Bourget-Drancy. Die Menschen waren im Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy inhaftiert. Ziel dieses Transportes war das Konzentrationslager Auschwitz. Unter den Deportierten befanden sich 171 Kinder, die jünger als 17 Jahre, und 72 Kinder, die jünger als 10 Jahre alt waren. Den größten Teil des Transports stellte eine Gruppe von 570 Deportierten aus dem Lager Rivesaltes in der freien Zone. Der Zug erreicht am 13.09.1942 den Bahnhof von Cosel. Bei einer ersten Selektion an der Bahnstation Cosel (Kozle) (wird oft fälschlich auch als Durchgangslager bezeichnet) heute ein Stadtteil der Stadt Kedzierzyn-Kozle durch Angehörige der Organisation Schmelt (benannt nach ihrem Leiter, dem Breslauer Polizeipräsidenten und SS-Oberführer Albrecht Schmelt) werden 335 Männer für Arbeiten in Zwangsarbeitslager ausgesondert. Hiernach setzt der Zug seine Fahrt fort und erreicht Auschwitz am 13.09.1942. Nach der Selektion in Auschwitz werden zwei Männer, die die Nummern 63529 u. 63530 erhalten, sowie 78 Frauen, die die Nummern 19530 - 19607 erhalten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 620 Deportierten werden der Sonderbehandlung zugeführt. Im Jahr 1945 gab es noch drei Überlebende aus diesem Transport.
Die unterschiedlichen Zahlen sind dadurch erklärbar, Kleinkinder und Säuglinge werden in den Listen oft nicht aufgeführt, diese hatten nach der Nazi Lehre keine "Lebensberechtigung".

siehe auch Bericht zu
Willner Hellmuth (Eddie)


14.09.1942

Am 14.09.1942 erreicht ein Transport mit 594 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 14.09.1942 verlassen.


21.09.1942

Am 21.09.1942 erreicht ein Transport mit 72 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 21.09.1942 verlassen.


28.09.1942

Am 28.09.1942 erreicht ein Transport mit 70 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 28.09.1942 verlassen.


20.10.1942

Am 20.10.1942 erreicht ein Transport mit 107 Personen das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (Bahnhof Bourget-Drancy). Der Transport kommt vom Lager für Familienzusammenführung (Transitlager) Rivesaltes, und hat Rivesaltes am 20.10.1942 verlassen.


27.02.1943

am 27.02.1943 treffen mit einem 5. Transport 925 Männer und Frauen im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen waren am 27.02.1943 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


03.03.1943

am 03.03.1943 treffen mit einem 6. Transport 770 Männer im Internierungslager für Juden Drancy ein. Die Menschen waren am 03.03.1943 im Camp de Gurs auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof Oloron-Ste-Marie gebracht worden; dort werden sie in einen Zug verfrachtet und zum Internierungslager für Juden Drancy gebracht worden.


23.06.1943

am 23.06.1943 verläßt der 55. Transport mit 1 018 Juden und unerwünschten Elemente das Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy. Ziel ist das KL Auschwitz. Der Transport erreicht Auschwitz mit mindestens 998 lebenden Menschen am 25.06.1943. allenfalls 20 Menschen ist unterwegs die Flucht gelungen oder sind unterwegs verstorben. Bei der Selektion werden 383 Männer und 217 Frauen im Lager aufgenommen. 398 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.


05.03.1944

Der französische surrealistische Dichter und Maler Max Jacob stirbt nach seiner Verhaftung am 24. Februar im Lager Drancy


Wachmanschschaft

SS-Hauptsturmführer Theodor Dannecker
SS-Obersturmführer Heinz Röthke
SS-Hauptsturmführer Alois Brunner


Name der Häftlinge

Abeni Haim (Vitalis)
* 12.05.1898
Istanbul (Konstantinopel)
Wohnort:
Paris
+ 10.02.1945 Konzentrationslager
Buchenwald
dep.
28.09.1942 Internierungslager Drancy – Konzentrationslager Auschwitz
überstellt: Konzentrationslager Auschwitz – Konzentrationslager Buchenwald

Baer Richard Karlsruhe Gau Baden (kreisfreie Stadt Karlsruhe)
am 04.03.1943 nach KZ
Lublin-Majdanek überstellt

Bayer Etka (geb. Rubinstein) Karlsruhe Gau Baden (kreisfreie Stadt Karlsruhe)
zu einem unbekannten Datum überstellt nach KZ
Oswiecim (Ausschwitz)

Behr Alfred Wilhelm Karlsruhe Gau Baden (kreisfreie Stadt Karlsruhe)
überstellt von Lager
Récébédou
überstellt am 14.08.1941 mit Transport Nr. 19 nach KZ
Oswiecim (Auschwitz I) (Männerlager)

Katz Josef Ludwigshafen a. Rhein (Bayern, Regierungsbezirk Pfalz Stadt und Landkreis Ludwigshafen am Rhein)
überstellt von Internierungslager
Rivesaltes (F), überstellt am 20.11.1943 nach Vernichtungslager Katz Marianne (geb. Simon) Speyer (Bayern, Regierungsbezirk Pfalz Stadt und Landkreis Speyer)
überstellt von Internierungslager
Recebedou (F), überstellt am 28.08.1942 nach Vernichtungslager Auschwitz

Levy Barbara (Blüta) Mannheim (Land Baden, Landeskommissärbezirk Mannheim Stadt und Landkreis Mannheim)
überstellt von Internierungslager
Gurs
überstellt nach Vernichtungslager
Auschwitz

Levy Ludwig Mannheim (Land Baden, Landeskommissärbezirk Mannheim Stadt und Landkreis Mannheim)
überstellt von Internierungslager
Gurs
überstellt nach Vernichtungslager
Auschwitz

Fénelon Fania (Paris) eine bekannte Sängerin

Goldblum Jules (Paris)

Wallach Siegfried * 1988 Willich Ortsteil Schiefbahn, Wohnort Frankreich, + 1950
Emigration Brüssel
dep.
26.08.1942 Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy (La Cité de la Muette) – Konzentrationslager Auschwitz

Willner Hellmuth (Eddie)
* 15.08.1926
Mönchengladbach
Wohnort: Falls Church (USA
+ 30.03.2008 Falls Church (
Grab : Arlington National Cemetery)
Emigration: 1939 Belgien
dep.
11.09.1942 Internierungslager für Juden und unerwünschte Elemente Drancy - Konzentrationslager Auschwitz (Außenlager Blechhammer)
überstellt: 1944 Außenlager Blechhammer - Konzentrationslager Buchenwald (Außenlager
Langenstein-Zwieberge)
nach 1945: Major US-Armee


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