Halle a. d. Saale

Halle an der Saale


Übersicht

Deutschland, Bundesland Sachsen-Anhalt, Kreisfreie Stadt Halle an der Saale


14.07.1905

Ein Kriegsgericht in Halle an der Saale verurteilt einen Sergeanten und zwei Gefreite zu fünf Wochen Gefängnis wegen Soldatenmißhandlung. Sie hatten einen Kürassier mehrmals in der Woche verprügelt. Der Kürassier hatte daraufhin einen Selbstmordversuch verübt. Der Verteidiger hatte Freispruch gefordert: "Die Kürassiere sind alles stramme Bengels, denen es nichts schadet, wenn sie sich einmal eine reinwischen."


09.02.1910

Das Schwurgericht in Halle an der Saale verurteilt im sog. Mansfelder Aufruhrprozeß zwei Bergleute, die sich am Januarstreik beteiligt haben, zu drei bzw. fünf Monaten Gefängnis.


02.01.1923

In Halle versucht eine Gruppe junger Männer aus politischen Motiven eine Denkmalsgruppe in die Luft zu sprengen, zu der auch ein Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm I. gehört. Das Großdenkmal wird nur z.T. zerstört, weil ein Wächter die Zündschnur im letzten Augenblick entdeckt.


18.08.1938

Das „Amtsgericht Halle“ fällt ein Urteil zur Vertreibung der Juden aus „arischen“ Wohnhäusern. Darin heißt es unter anderem: „Auch in der Hausgemeinschaft können eigennützige Interessen der einzelnen keinen Bestand haben. Eine wahre Hausgemeinschaft im Sinne dieses Denkens kann aber nur von gleichgesinnten, deutsch denkenden Personen und Hausbewohnern arischer Abstammung gebildet und gepflegt werden; sie ist mit Personen jüdischer Herkunft wegen des bestehenden Rassenunterschiedes schlechterdings unmöglich. Da der nationalsozialistische Staat aber auf das Bestehen und die Pflege einer wahren Hausgemeinschaft einen besonderen Wert legt und von jedem Volksgenossen diese Einstellung im Sinne der Hausgemeinschaft fordert, so kann dem Vermieter und den Mietern arischer Abstammung im Interesse der Erhaltung dieser Hausgemeinschaft nicht zugemutet werden, diese mit Mietern jüdischer Abstammung zu bilden und zu pflegen und mit diesen in derselben Hausgemeinschaft zu leben. Dem Vermieter muß deshalb das Recht zugesprochen werden, Mieter jüdischer Abstammung aus dieser Hausgemeinschaft auszuschließen und von diesen Räumung ihrer Wohnung zu fordern. Leistet ein solcher Mieter jüdischer Abstammung dem Räumungsverlangen des Vermieters keine Folge oder lehnen die Mieter arischer Abstammung eine Hausgemeinschaft mit ihnen ab, so stört er damit die zwischen dem Vermieter und den anderen Mietern arischer Abstammung bestehende Hausgemeinschaft und macht sich durch sein weiteres Wohnenbleiben diesen gegenüber einer erheblichen Belästigung im Sinn des § 2 Mieterschutzgesetz schuldig“.


Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Oberscharführer
Arloth Willibald (Willi)
* 12.08.1911 in Grünwald an der Neiße
† 13.09.1980 in Halle an der Saale
ab 15.12.1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Rottenführer
Götze Paul (Franz)
* 13.11.1903 in Halle an der Saale
† 28.01.1948 im Montelupich Gefängnis in Krakau gehängt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. KL Buchenwald

SS-Obersturmbannführer
Kirchert Werner Dr. med.
* 04.01.1906 in Halle an der Saale
vor 1945 SS Arzt (KL Sachsenburg, KL Dachau u. KL Buchenwald)

SS-Standartenführer
Maurer Gerhard
* 09.12.1907 in Halle an der Saale
† 02.04.1953 in Krakau (gehängt)
vor 1945 stellvertretender Leiter der Amtsgruppe D im SS-Wirtschafts- u. Verwaltungshauptamt

Schwarze Johannes
* 25.10.1902
vor 1945: Staatsanwalt beim Sondergericht Halle an der Saale
nach 1945: Erster Staatsanwalt in Münster

Oberleutnant der Luftwaffe und SS-Sturmbannführer
Schumann Horst Dr.
* 01.05.1906 in Halle an der Saale
† 05.05.1983 in Frankfurt am Main
vor 1945 SS Arzt (Euthanasieverbrechen)

Schulze Friedrich
* 11.02.1903
vor 1945: Landgerichtsrat beim Sondergericht Halle an der Saale
nach 1945: Amtsgerichtsrat in Gronau


Mitbürger aus Halle a. d. Saale die zwischen 1933-1945 verfolgt und deportiert wurden


Bae

Baer Chana
* 03.02.1941 Halle a. d. Saale
Halle a. d. Saale
Sachsen-Anhalt, Kreisfreie Stadt Halle an der Saale
.
Deportation 01.06.1942 Kassel – Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort 03.06.1942 Vernichtungslager Sobibor
Baer Günther Martin
* 11.03.1918 Worms
Halle a.d. Saale (Karlsruhe)
Sachsen-Anhalt, Kreisfreie Stadt Halle a.d. Saale
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Deportation
01.06.1942 Kassel – Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort verschollen
Baer Paula geb. Bermann
* 04.01.1921
Schwetzingen
Halle a.d. Saale (Nordrach)
Sachsen-Anhalt, Kreisfreie Stadt Halle a.d. Saale
.
Deportation
01.06.1942 Kassel – Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort: 03.06.1942 Vernichtungslager Sobibor