Nordrach

Nordrach ist eine Gemeinde im westlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.
Die Gemeinde Nordrach zieht sich über nahezu zehn Kilometer Länge im engen Tal des gleichnamigen Flüsschens entlang.
Zur Gemeinde Nordrach gehören das Dorf Nordrach, die Zinken Allmend, Bärhag, Bäumlisberg, Buchbühl, Ernsbach, Flacken, Grafenberg, Hasenberg, Helgenbühl, Hutmacherdobel(-loch), Kohlberg, Kühlmorgen, Lindach, Merkenbach, Michelbach, Moosbach, Mühlstein, Rautschhof, Schönwald, Schottenhöfen, Schrofen (Hinter und Vorder), Stollenberg, Untertal und Vor Ernsbach, die Höfe Denninger, Heugraben, Hirzenberg, Lichtersgrund, Reutegut, Rühlsbach, Sodlach, Stollengrund(hof) und Unterflacken und die Wohnplätze Kuttelrain, Moosmatte und Nordrach-Fabrik. Im Gemeindegebiet lagen die aufgegangene Ortschaft Schottenhöfe sowie eine abgegangene Burg in der Nähe von Mühlstein.

Die Gemeinde grenzt an die Städte Oberkirch, Oppenau, Oberharmersbach, Zell am Harmersbach und an Gengenbach. Die Entfernung zur Kreisstadt Offenburg beträgt 25 km.


Nordrach gehörte früher zum Landkreis Wolfach, mit dessen Auflösung kam der Ort 1973 zum Ortenaukreis. Nordrach hatte bis 1975 vier Tuberkulose-Kliniken. Besonders bemerkenswert waren die Volksheilstätte in Nordrach-Kolonie, die von dem Sozialisten und Arzt Dr. Otto Walther und seiner Frau Dr. Hope Adams gegründet wurden. Diese war die erste Frau, die im Kaiserreich eine Approbation als Ärztin erlangte. Bis zu ihrer Scheidung leiteten die beiden gemeinsam die Volksheilstätte, in der neben armen Bevölkerungsschichten u.a. auch Klara Zetkin und August Bebel als Patienten hinkamen. Außerdem gab es die orthodoxe jüdische Rothschild-Klinik im Dorf mit koscherer Küche und einer Synagoge, ein kleiner jüdischer Friedhof existiert heute noch. Diese Klinik wurde 1942 von den Nazis in das Lebensbornheim Schwarzwald umgewandelt, die meisten der jüdischen Ärzte, Schwestern und Patientinnen wurden nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert und ermordet.


Mitbürger aus
Nordrach die zwischen 1933-1945 verfolgt und deportiert wurden


Bae

Baer Paula geb. Bermann
* 04.01.1921
Schwetzingen
Halle a.d. Saale (Nordrach)
Sachsen-Anhalt, Kreisfreie Stadt Halle a.d. Saale
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Deportation
01.06.1942 Kassel – Vernichtungslager Sobibor
Todesdatum/-ort: 03.06.1942 Vernichtungslager Sobibor