Bad Wünnenberg

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Deutschland, Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Detmold, Kreis Paderborn

Bad Wünnenberg ist eine in Nordrhein-Westfalen, die im Süden von Ostwestfalen-Lippe im Bürener Land liegt und zum Kreis Paderborn gehört. Teile des Stadtgebiets gehören bereits zum Sauerland.
Die Stadt liegt zwischen Marsberg und Büren am Aabach und nur wenig unterhalb des Aabachstausees. Landschaftlich gehört der größte Teil des Stadtgebietes zur Paderborner Hochfläche und damit zur Westfälischen Bucht, der Südrand dagegen zum Alme-Afte-Bergland und damit zum Sauerland.
An Bad Wünnenberg grenzen die Stadt Salzkotten, die Gemeinde Borchen, die Stadt Lichtenau, die Städte Marsberg und Brilon (Hochsauerlandkreis) sowie die Stadt Büren (Kreis Paderborn).
Die Stadt besteht aus den Ortsteilen: Bleiwäsche, Elisenhof, Fürstenberg, Haaren, Helmern, Leiberg, Bad Wünnenberg.


Geschichte

Im Verlauf der französischen Expansionspolitik nahmen die napoleonischen Truppen 1806 die Stadt Paderborn kampflos ein. Von 1807 bis 1813 gehörte Paderborn zum napoleonischen Königreich Westphalen unter König Jérôme Bonaparte. Die neuen Herren ernannten Wünnenberg zur Cantonshauptstadt. An Napoleons Russlandfeldzug nahmen 12 Wünnenberger teil, von denen keiner zurückkehrte. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht von Leipzig 1815 wurde Wünnenberg wieder preußisch und verlor seine Stadtrechte. Der Sitz der Amtsverwaltung wurde nach Fürstenberg verlegt.[12] Die Preußen führten eine Reihe von Neuerungen ein, so zum Beispiel das Grundbuch mit dem Urkataster, nach dem die jährlichen Steuern und Abgaben berechnet wurden. Das Schulwesen war in einem schlechten Zustand. Als erste Maßnahme erfolgte der Bau eines neuen Schulhauses, denn die Behelfsräume in der Dienstwohnung des Lehrers oder in Bauernhäusern wurden nicht länger geduldet. Schon am 14. April 1819 war die feierliche Einweihung der neuen Schule. Des Weiteren wurde der Straßenbau gefördert. Von 1831 bis 1859 entstand die neue Kreisstraße von Büren nach Marsberg, danach folgte die Straße von Paderborn nach Brilon und beide führten über Wünnenberg. Diese neue Straße sollte erstmals in der Geschichte die Unter- und Oberstadt durch eine Fahrbahn miteinander verbinden.
Im
Ersten Weltkrieg (1914-1918) kamen über Hundert Soldaten aus Wünnenberg ums Leben. Die Todesnachrichten brachten Schrecken und Trauer in die Familien. Frauen, Kinder und Jugendliche versuchten, die fehlende Arbeitskraft der Männer zu ersetzen. Die Bauern mussten Getreide, Zucker, Gemüse und Obst in die Ballungsräume liefern. Glocken, Orgelpfeifen und andere Metallgegenstände wurden für Kriegsmaterial eingeschmolzen.


jüdische Gemeinde

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es auch kleinere jüdische Gemeinden, an die heute nur noch die Friedhöfe in Haaren und Wünnenberg erinnern.


nach 1945

Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes zum 1. Januar 1975 wurden die vier Gemeinden Bleiwäsche, Fürstenberg, Leiberg und Wünnenberg des Amtes Wünnenberg mit den drei Gemeinden Elisenhof, Haaren und Helmern des Amtes Atteln zur neuen Stadt Wünnenberg zusammengelegt. Auch Teile der Gemeinden Meerhof und Dalheim wurden dem Stadtgebiet zugeordnet. Rechtsnachfolgerin des Amtes Wünnenberg und der genannten sieben Gemeinden ist die neue Stadt Wünnenberg, die seit 2000 den Namen Bad Wünnenberg trägt. Der Kreis Büren, zu dem alle genannten Gemeinden bis zu diesem Zeitpunkt gehörten, wurde mit dem gleichen Gesetz ebenfalls aufgelöst und dem neuen Kreis Paderborn zugeordnet.


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


A

Aronstein Hermann
* 08.04.1884 Bad Wünnenberg
Wohnort
Bad Wünnenberg und Anröchte
verschollen
Inhaftierung 10.11.1938 – 16.12.1938 Konzentrationslager Sachsenhausen
dep.
27.04.1942 Dortmund – Ghetto Zamosc

Got

Gottschalk Erna geb. Aronstein (verw. Schwerin)
* 23.05.1893
Bad Wünnenberg
Wohnort
Osnabrück Bramscherstr. 39
+ 05.11.1943 Konzentrationslager Auschwitz
dep. 13.12.1941 Münster – Ghetto Riga
überstellt
02.11.1943 Riga - Vernichtungslager Auschwitz

Kah

Kahn Hedwig geb. Aronstein
* 02.06.1879
Bad Wünnenberg
Wohnort
Haaren i.Westf.
+ 15.05.1944 Ghetto Theresienstadt
dep. 31.07.1942 Münster – Ghetto Theresienstadt