SS-Obersturmbannführer
* 04.09.1909 in Geroldshausen
† 20.09.1945 in Internierungslager Staumühle (Suizid)
Er entstammte einem relativ wohlhabenden aber nichtakademischen Milieu. Der junge Eduard wurde von Familienmitgliedern und Freunden als diszipliniert, ungewöhnlich gewissenhaft und gehorsam aber auch als „einfühlsam und sanft im Umgang mit anderen.
Er rauchte oder trank nie und wurde in seinen Antworten auf andere als mitfühlend und „weich“ beschrieben...“ Die Familie Wirths war nicht als antisemitisch oder sympathisch für radikale nationalistische Politik.
Eltern:
Wirths Albert (Unternehmer) (1881–1981) u. Wirths Christine Anna Maria (1888–1971) , geb. Kunkel (in Würzburg geboren)
Wirths Albert m Ersten Weltkrieg als Sanitäter gedient
(Sein Vater Wirths Albert diente m Ersten Weltkrieg als Sanitäter)
wollte, dass alle seine Söhne Ärzte werden. Eduard war dafür bekannt, sehr vorsichtig, gehorsam und zuverlässig zu sein. Er hat weder geraucht noch getrunken. Seine Familie war nicht dafür bekannt, jüdische Menschen nicht zu mögen oder extreme politische Ideen zu unterstützen.
Geschwister
Wirths Ilse (1911–1924)
Wirths Helmut (1912–2006)
(Assistenzarzt bei Hans Hinselmann in Hamburg)
(Wirths jüngerer Bruder, Helmut, wurde ein bemerkenswerter Gynäkologe (der später nach Auschwitz ging, um seinen Bruder zu besuchen, um an Krebsexperimenten teilzunehmen, sagte aber, dass er nach nur wenigen Tagen auf den Rat seines Bruders Eduard aufgrund einer Meinungsverschiedenheit und wegen seiner Abscheu vor dem Ort ging.)
Wirths Hans Wilhelm (1925–1941)
Kinder
Wirths Rainer (1942–2006)
Wirths Hans Wilhelm (1944–2021)
Wirths Peter
Wirths Dieter “Didi” (1944-201)2
Reichsdeutscher
4 Klassen Volksschule
Höhere Schule (mittelmäßiges Abitur)
(Oberrealschule Würzburg)
Hochschule
Beruf: Arzt
1930 - 1935
Medizinstudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg u. Berlin
(Während seiner Studienzeit gehörte er der rechtsnationalen Hochschulgilde Bergfried an)
bis 1932
itglied der bündisch-völkischen „Deutschen Hochschulgilde
ab 01.05.1933
Mitglied der NSDAP (Mitglieds Nu. 3 139 549)
01.05.1933 - 01.10.1934
Mitglied der Sturmabteilung der NSDAP (SA)
ab 01.08.1934
Mitglied der Allgemeinen SS ((Mitglieds Nu. 311594)
1934
Anfang Oktober 1934 wechsel von der SA zur SS
Dez. 1935
Wirths legte m Dez. 1935 die Ärztliche Prüfung ab und wurde 1936 mit einer chirurgischen Dissertation über „Der heutige Stand der Pseudarthrosen, unter besonderer Berücksichtigung der operativen Behandlung der Knochenbrüche“ zum Dr. med. promoviert (Bestallung z. Arzt im Dez. 1936).
1935
Er behandelte auch nach Einführung der Nürnberger Rassegesetze im Jahr 1935 noch Juden
1936
Mit der 1936 erschienenen Dissertation Der heutige Stand der Pseudarthrosen promovierte er zum Dr. med.
1936
heiratete er die Kommilitonin Gertrud Maria Petavy Wirths (1912–2012)
Das Paar bekam 4 Kinder
ab 1936
Während seines medizinischen Praktikums war er ab 1936 im Thüringer Landesamt für Rassewesen tätig
(Als Medizinalassistent war er 1936 im Thüringer „Landesamt für Rassewesen“ unter seinem ehemaligen Bundesbruder Karl Astel (1898–1945) tätig, wechselte noch im selben Jahr in das Gesundheitsamt nach Sonneberg)
Dezember 1936 bis März 1937
Dienst im Gesundheitsamt in Sonneberg
März 1937 - September 1938
Assistentarzt an der Universitätsfrauenklinik in Jena unter Prof. Walther Haupt
(bei Zwangssterilisationen assistierte)
(Es gab nur einen Arzt dieses Namens in Jena der 1930er-Jahre.
Dr. Eduard Wirths war der spätere Standortarzt des Vernichtungslagers Auschwitz. Die Operation, an der er teilnahm, war nur eine der vielen Zwangssterilisationen von Frauen, die an der Klinik zwischen 1934 bis 1945 ausgeführt wurden - den Akten zufolge rund 1.200 in Jena. Doch das war nur eine Etappe auf dem Weg Wirths, der zu einem beispiellosen Täter im Holocaust werden sollte.)
(Hier engagierte er sich nicht nur auf seinem Fachgebiet, sondern auch in der im gleichen Jahr an der Universität unter Dr. Heiner Jörg aufgebauten Thüringer Gauführung des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes. Jörg, Oberarzt in der Frauenklinik, besetzte die Führungsstelle "Verwaltung/Kasse" mit Wirths. Der Oberarzt war es auch, der gemeinsam mit Wirths eine seiner Zwangssterilisationen durchführte)
20. Juli 1937
Am 20. Juli 1937 hatte die Reichsleitung der NSDAP Jörg in seiner Funktion als Gauführer darüber unterrichtet, dass die Reichsärztekammer "drei junge Mediziner zur Bearbeitung von Fragen der Sterilisation" benötige. Der Zusatz des Gesuchs: "Bezahlung sehr gut". Wirths erfüllte sicher alle Voraussetzungen wie Mitgliedschaft in der NSDAP und Promotion, doch er plante offenbar, mit Ende seiner Assistenzzeit im Oktober 1938 eine Landarztpraxis in der Nähe von Würzburg zu übernehmen. Der Kriegsbeginn am 1. September 1939 und sein Eintritt in die Waffen-SS lenkten seine berufliche Laufbahn in eine ganz andere Richtung.
ab September 1938
Landarzt in Merchingen (nachdem sein Onkel aus der Praxis ausgeschieden war)
ab 01.09.1939
Mitglied der Bewaffneten Verbände der SS
(.Mit Kriegsausbruch wurde der Landarzt zur Waffen-SS eingezogen und diente bei der XVI. SS-Totenkopfstandarte)
ab 1940
Dienst in der Reichsärztekammer.
01.05.1940
Beförderung zum SS-Obersturmführer
ab Anfang Mai 1940
Dienst in einer Sanitätsersatzkompanie der Waffen-SS
Ende Juli 1940 bis Anfang Februar 1941
Dienst bei der Sanitäts-Inspektion der Waffen-SS
(der Sanitäts-Inspektion der Waffen-SS unter Reichsarzt-SS Ernst-Robert Grawitz (1899–1945) zugeteilt, dem seit 1936 alle SS-Ärzte in Konzentrationslagern unmittelbar unterstanden)
ab Anfang Februar 1941
bei der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ eingesetzt
(im Norden Skandinaviens und in Russland an Kampfhandlungen teilnahm)
ab Mitte August 1941
Regimentsarzt im Russlandfeldzug
Frühjahr 1942
Im Frühjahr 1942 wurde W. wegen einer Herzerkrankung als kriegsuntauglich vom militärischen Dienst zurückgestellt.
Wirths entschied sich dann für eine spezielle Ausbildung für Abteilungsleiter im Konzentrationslager Dachau
ab 22.04.1942
Lagerarzt im KL Dachau
ab Mitte Juli 1942
erster Lagerarzt im KL Neuengamme
(diente im Juli 1942 als Chef-SS-Psychiater im KL Neuengamme.
ab 1. September 1942 - Januar 1945
Standortarzt im KL Auschwitz
(ihm waren alle in diesem Lager eingesetzten SS-Ärzte unterstellt. Somit war er auch unmittelbarer Vorgesetzter der KZ-Ärzte Josef Mengele, Horst Fischer und Horst Schumann)
(Wirths war als medizinischer Leiter in Auschwitz organisatorisch an der Ermordung von alten, kranken und schwachen Häftlingen im Rahmen der Aktion 14 f 13 beteiligt. Er teilte die übrigen Lagerärzte zu den Selektionen bei neu eintreffenden Häftlingstransporten ein und selektierte auch persönlich. Des Weiteren war er für die Auswahl von Häftlingen zur Verwendung in medizinischen Versuchsreihen verantwortlich. Die Durchführung dieser Experimente oblag dem ihm unterstellten Personal. Wirths war auch persönlich an gynäkologischen Versuchsoperationen von gefangenen jüdischen Frauen in Block 10 zum Zweck der Krebsfrüherkennung beteiligt. Mit den Versuchen bzw. mit sadistischen Experimenten an Frauen[5] beauftragte er auch Häftlingsärzte, nämlich Adélaïde Hautval und insbesondere Maximilian Samuel. Zudem ließ er vier jüdische Häftlinge zur Erprobung eines neuen Impfserums vorsätzlich mit Fleckfieber infizieren, von denen zwei die Versuche nicht überlebten.)
Wirths schilderte nach dem Krieg, was ihn dort erwartete:
Vor Antritt meines Dienstes wurde mir vom Leiter der KZ-Lager, Gruppenführer Glücks, und dem leitenden Arzt der KZ-Lager, Lolling, erklärt, dass meine ausschließliche Aufgabe in Auschwitz die Bekämpfung einer schweren Fleckfieber- und Typhusepidemie bei der Truppe sei, um andere Dinge hätte ich mich nicht zu kümmern. Dies tat ich doch, fand unvorstellbare Verhältnisse für die Gefangenen vor und hatte schon nach 14 Tagen die Überzeugung gewonnen, mit meinen schwachen Kräften hier nichts ausrichten zu können, da es an jeglichen hygienischen und sanitären Einrichtungen fehlte. Es gab kein fließendes Wasser, keine ordentlichen Aborte, keine Bademöglichkeit. Ich war seelisch derart belastet, dass ich bald den einzigen Ausweg aus diesen schweren Gewissenskonflikten, den des Selbstmordes sah.
09.11.1942
Beförderung zum SS-Hauptsturmführer
(im September 1942 zum Chefarzt des Lagers in Auschwitz ernannt. Er wurde auf der Grundlage seines Rufs als kompetenter Arzt ernannt und engagierte Nazis, die in der Lage sein würden, die Typhusepidemien zu stoppen, die das SS-Personal in Auschwitz zunehmend betroffen hatten. In Auschwitz war bekannt, dass Wirths Gefangene und andere Gefangene, die medizinische Arbeit leisten, beschützten, die Bedingungen in den medizinischen Blöcken verbessert hatte und von den meisten Gefangenenärzten und anderen Häftlingen, die Kontakt mit ihm hatten, an sie angenehm erinnert wurden. Gleichzeitig empfiehlt Wirths Dr. Josef Mengele zur Beförderung im August 1944 konnte von Mengeles „offener, ehrlicher, fester und absolut verlässlicher“ Charakter und „großartiger“ intellektueller und physischer Talente sprechen; von der „Diskretion, Beharrlichkeit und Energie, mit der er jede Aufgabe erfüllt hat und sich jeder Situation gleichgestellt hat“; von seinem „wertvollen Beitrag zur anthropologischen Wissenschaft, indem er die ihm zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Materialien nutzt“
1943
1943 schickte ihm ein politischer Gefangener namens Langbein, der mit Wirths zusammenarbeitete, eine Weihnachtskarte. Die Karte besagte, dass Wirths in diesem Jahr das Leben von 93.000 Menschen gerettet hatte. Diese Zahl basierte darauf, wie stark die Sterblichkeitsrate von Typhus seit Wirths ankam.
01.03.1944 - 01.07.1944
Dienst in der SS-Sänitats-Oberstaffel der 13. SS-Standarte
ab 01.07.1944
Dienst in der SS-Sänitats-Oberstaffel der 12. SS-Standarte
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Neuengamme, KL Dachau, KL Dora-Mittelbau, KL Bergen-Belsen
01.09.1944
Beförderung zum SS-Sturmbannführer
Ende 1944
Als sich Ende 1944 die Versorgungslage im Lager verschlechterte, erlaubte W., daß Mengele alle kranken und geschwächten Häftlinge (ca. 40 000) durch Gas liquidieren ließ.
17.01.1945
Als Auschwitz am 17.01.1945 evakuiert wurde, floh W. über Loslau und Ratibor bis Ende Jan. in das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt in Oranienburg
Januar 1945
Nach der Evakuierung des KL Auschwitz war Wirths im KL Mittelbau von Anfang Februar 1945 bis Anfang April 1945 tätig.
01. Febr. bis zum 30. März 1945
Vom 1. Febr. bis zum 30. März 1945 war er Lagerarzt im Konzentrationslager Dora-Mittelbau bei Nordhausen, hielt sich anschließend in den Konzentrationslager Bergen-Belsen und Neuengamme auf und begleitete einen Lazarettzug von Berlin nach Lübeck und Husum.
ab April 1945
Leitender Lagerarzt im KL Dora-Mittelbau
Orden, Ehrenzeichen und Medaillen
Eisernes Kreuz II. Klasse
Medaille Winterschlacht im Osten 1941-1942
Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern (01.02.1944)
Kriegsverdienstkreuz I. Klasse mit Schwertern (01.09.1944)
Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze
Medaille für deutsche Volkspflege
nach 1945
Nach Kriegsende tauchte Wirths bei seinem Bruder Helmut in Hamburg unter.
Auf der Flucht vor brit. Truppen tauchte W. am 8. Mai bei seinem Bruder Helmut in Hamburg unter und wurde nach Krankenhausaufenthalten in Groß Flottbek und Eppendorf am 20. Juli festgenommen und In das frühere Konzentrationslager Neuengamme und brit. Internierungslager Neumünster überführt,
24. Mai 1945
In einem Brief an seine Frau vom 24. Mai 1945 äußerte er, „daß wir uns mit dem besten Gewissen vor unserem Herrgott und vor den Menschen verantworten können“ und weiter „Was nur habe ich verbrochen? Ich weiß es wirklich nicht!“
20. Juli 1945
Im Juli 1945 wurde Wirths von den Briten festgenommen und im Internierungslager Neuengamme inhaftiert. Von Neuengamme wurde Wirths in das Internierungslager Staumühle überstellt. Vor Wirths’ Vernehmung begrüßte der Offizier der britischen Armee, Colonel Draper, Wirths mit Handschlag und sagte ihm: „Nun habe ich dem Menschen die Hand gegeben, der als leitender Arzt von Auschwitz die Verantwortung für den Tod von vier Millionen Menschen trägt. Morgen werde ich Sie darüber verhören. Denken Sie während der Nacht über Ihre Verantwortung nach, schauen Sie auf Ihre Hände.“
(In der folgenden Nacht versuchte Wirths sich durch Erhängen in seiner Zelle das Leben zu nehmen. Dies blieb jedoch nicht unbemerkt und Wirths wurde noch lebend vom Strang abgeschnitten. Wenige Tage später, am 20. September 1945, verstarb er an den Verletzungen seines Suizidversuchs
15,09.1945
erstmals in Hamburg verhört und danach ins Internierungslager Staumühle bei Hövelhof/Senne verlegt.
Rechtfertigungsbericht Standortarzt Wirths, nach dem Ende von
Auschwitz 1945 verfaßt (AV, Bl. 1431 f.):
»Es gab kein fließendes Wasser, keine ordentlichen Aborte, keine Bademöglich-
keit. Die Baracken, in welchen die Gefangenen untergebracht, waren unheizbar,
überfüllt, es fehlten Betten, teilweise nur Holzbänke, auf welchen die Gefangenen
bis zu 8 Personen in 3 Etagen übereinanderliegen mußten. Läuse liefen buchstäb-
lich massenhaft auf den Fußböden, Kleidern, Körpern der Menschen. Die Wände
waren schwarz von Flöhen. Die Menschen in unvorstellbarem Zustand, abgemagert bis zum Gerippe, von Ungezieferzerbissen, zwischen Lebenden und Sterbenden lagen Tote. Täglich wurden Hunderte von Verstorbenen weggebracht; oft blieben sie auch tagelang zwischen den Lebenden liegen.<<
nach 1945
Aussage des Auschwitzüberlebenden Hermann Langbein
Wirths wirkte nur „widerwillig im Vernichtungsapparat“ des KZ Auschwitz mit
(Langbein, der Wirths bereits als Lagerarzt im Krankenbau des KZ Dachau kennengelernt hatte, war ab September 1942 für knapp zwei Jahre dessen Häftlingsschreiber im Stammlager des KZ Auschwitz. Langbein war leitend im Lagerwiderstand bei der Kampfgruppe Auschwitz tätig. Nach Rücksprache mit Angehörigen des Lagerwiderstands baute er allmählich ein Vertrauensverhältnis zu Wirths auf. Indirekt gab Langbein Wirths auch zu verstehen, dass er Teil der Lagerwiderstandsbewegung war. Langbein teilte ihm in diesem Zusammenhang mit, dass gegen den SS-Standortarzt und dessen Familie ein Todesurteil seitens der Alliierten vorliege, dieses aber seitens des Lagerwiderstandes widerrufen worden sei. Die Kampfgruppe Auschwitz konnte so Einfluss auf Wirths nehmen.)
Begraben
Friedhof Geroldshausen, Geroldshausen, Landkreis Würzburg, Bayern
Kirchheimer Straße., 97256 Geroldshausen
nach 1945
Die Dokumente, die den Krieg überdauert haben, zeigen dass Wirths seine Stellung nutzte, um seinem Bruder Helmut Zugang zu Versuchspersonen zu verschaffen. Er war Gynäkologe an der Frauenklinik in Hamburg-Altona
Teresa Wontor-Cichy
Teresa Wontor-Cichy läuft mit schnellen Schritten zwischen den roten Backstein-Baracken durch, die das Stammlager Auschwitz I prägen. Ihr Ziel: Block 10, originalgetreu erhalten. "Hier waren die Frauen interniert, die für medizinische Experimente missbraucht wurden. Helmut Wirths hat hier seine Forschungen zu Gebärmutter-Krebs vorangetrieben." Viele Ärzte haben die große Zahl an Versuchspersonen, die durch die Konzentrationslager im Dritten Reich zur Verfügung standen, nutzen wollen, haben Anträge gestellt, in den Lagern forschen zu dürfen, erzählt Wontor-Cichy. Genehmigt wurden nur einige. "Hätte sich Helmut Wirths zum Beispiel in Ravensbrück gemeldet, hätte er wohl keine Erlaubnis erhalten. Hier in Auschwitz aber half ihm die herausragende Stellung seines Bruders als Standortarzt.
Maria Stromberger (* 16. März 1898 in Metnitz (Kärnten) († 1(8. Mai 1957 in Bregenz)
https://de.wiki pedia.org/wiki/Maria_Stromberger
1951
1951 erhielt die Steinmetz-Familie Wirths den Auftrag für das Denkmal. Einer der 25 Namen, die in den großen Steinblock eingemeißelt wurden, stammt jedoch nicht von einem Gefallenen des Zweiten Weltkrieges: Dr. Eduard Wirths
Geroldshausen entfernt Wirths' Namen vom Kriegerdenkmal
In Geroldshausen, seinem Heimatort, ist sein Name mittlerweile vom Denkmal für die Gefallenen der zwei Weltkriege verschwunden. Der Gemeinderat habe sich einstimmig dafür entschieden, sagt Bürgermeister Erhardt. "Wir waren ehrlich gesagt überfordert damit, wie wir mit dem Denkmal umgehen." Die Gemeinde hat sich Hilfe vom Auschwitz-Komitee geholt. Jetzt prangt ein heller Fleck an der Stelle, an der einst der Name Dr. Eduard Wirths stand. Am Zaun rund um das Denkmal ist eine Tafel angebracht. Auch da sucht man den Namen Wirths vergeblich. Nur der Hinweis, dass "einer der Täter aus unserem Dorf und aus unserer Mitte kam", findet sich. Es solle eine Mahnung sein für die Zukunft, sagt Erhardt. Eine Mahnung, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder geschehen dürfe.
Das Denkmal befindet sich in der Kirchheimer Straße/Ziegelwende gegenüber des örtlichen Friedhofs
Kriegerdenkmal - Inschrift Dr. Wirths
https://www.geroldshausen.de/geschichte/kriegerdenkmal-inschrift-dr-wirths
Schreiben der Familie Wirths
https://www.geroldshausen.de/images/downloads/Stellungnahme_Wirths.pdf
Maximilian Samuel
https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Samuel
Steinmetz-Familie Wirths
Die fränkische Steinmetz- und Steinbruch-Familie Wirths (Albert Wirths Steinwerke / Natursteine Wirths GmbH) aus Geroldshausen bei Würzburg betreibt eigene Steinbrüche für Jura- und Muschelkalk. Bekanntheit erlangte die Familie unter anderem 1951 durch den Auftrag für das Kriegerdenkmal in Geroldshausen, dessen umstrittene Inschrift für den KZ-Arzt Eduard Wirths im Jahr 2021 entfernt wurde.