Essen

Geschichte

Deutschland, Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreisfreie Stadt Essen

Um 845 gründete eine Adelsfamilie um den späteren Bischof von Hildesheim, Altfrid, das Stift Essen für die Töchter des sächsischen Adels, etwa 852 begann der Bau der Stiftskirche, welche 870 fertiggestellt wurde.
Das erste belegbare urkundliche Datum für Essen ist 898. Eine Urkunde, welche scheinbar aus dem Jahr 870 stammt und die Stiftsgründung beschreibt, wird heute im allgemeinen als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert betrachtet ob diese auf älteren Urkunden fußt, ist strittig.
1244 wurde von der Gemeinschaft der Ministerialen und den Bürgern der Stadt gemeinsam die Essener Stadtmauer errichtet.
Aus dem 14. Jahrhundert stammen auch die ersten Belege über bergmännische Tätigkeiten in Essen: 1349 erhielt die Fürstäbtissin das Recht, die Bodenschätze auszubeuten, 1354 wurde nachweislich Silber abgebaut. Kohle wurde in Essen zwar 1371 zum ersten Mal erwähnt, aber das erste Kohlebergwerk ist erst für 1450 verzeichnet. Am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Essen nachweislich zur Waffenschmiede. Gegen 1570 prosperierte das Büchsenmacherhandwerk. 1620 produzierten die Essener Schmiede 14.000 Gewehre und Pistolen; die Stadt wurde strategisch interessant.
Im Dreißigjährigen Krieg stehen sich die evangelische Stadt und das Stift gegenüber. Die damalige Äbtissin Maria Clara von Spaur, Pflaum und Vallier holt 1623 die katholischen Spanier nach Essen, um gegenreformatorisch gegen die evangelische Stadt vorzugehen. 1624 wird ein Rekatholisierungsgesetz erlassen, der Kirchgang der Bürger kontrolliert. Die Stadt, nicht das Stift, ist für Kost und Logis der Besatzungstruppen zuständig. 1628 klagen die Essener dagegen vor dem Reichskammergericht.
1629 stürmen die Holländer die Stadt. Die Äbtissin flieht unter Mitnahme des Kirchenschatzes am 4. November dieses Jahres ins katholische Köln. Im Sommer 1631 kommt sie im Gefolge einer bayerischen Garnison unter Gottfried Heinrich zu Pappenheim zurück, muss aber schon im September wieder abziehen. Maria Clara stirbt 1644 in Köln.
Insgesamt sind die Essener vom Krieg schwer geschlagen, es kommt immer wieder zu Verhaftungen, zur Verschleppung von Menschen und zur Pressung in den Kriegsdienst.
Auch nach dem Westfälischen Frieden bleiben die Truppen noch eine Zeit lang, die letzten Truppen verlassen Essen am 9. September 1650.
Friedrich Krupp gründete 1811 eine Gussstahlfabrik, die den Stadtbewohnern viele Jahre Brot und Geld brachte, obwohl die Geschäfte anfangs nicht sonderlich gut liefen. Der Bedarf an Arbeitern führte zu einer deutlichen Zunahme der Bevölkerung Essens. Die Ära der Familie Krupp endete im Jahre 1967 mit der Abdankung von Arndt von Bohlen und Halbach. Seit 1822 gehörte Essen zur preußischen Rheinprovinz.

Am 11. Januar 1923 erfolgte die Ruhrbesetzung durch den Einmarsch französischer und belgischer Truppen ins Ruhrgebiet.
Am 11. Januar 1923 erfolgte die Ruhrbesetzung durch den Einmarsch französischer und belgischer Truppen ins Ruhrgebiet. Der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré war der Überzeugung, dass Deutschland seinen im Friedensvertrag von Versailles festgelegten Reparationszahlungen absichtlich nicht nachkomme. Sie kritisierten vor allem ausgebliebene Lieferungen von Sachleistungen wie Kohle, Stahl und Holz, denn die Alliierten hatten bereits 1922 die finanzielle Zahlung von Reparationsleistungen eingestellt. Es kam zum Einmarsch, auf den die Reichsregierung und auch die Menschen im Ruhrgebiet mit passivem Widerstand reagierten. Es folgte gewissermaßen die Fortsetzung des Ersten Weltkriegs mit jedoch anderen Waffen, nämlich mit Worten und Zeichenstiften. Beiden Seiten bedienten sich beim Kampf um die Obrigkeit in den Köpfen der Menschen ihrer Propagandakomanienen. An der Karsamstags-Tragödie am Morgen des 31. März 1923 kam es zum traurigen Höhepunkt dieser deutsch-französischen Konfrontation. Ein kleines französisches Militärkommando hatte die damalige Kruppsche Wagenhalle an der Altendorfer Straße besetzt, um dort mehrere Fahrzeuge zu beschlagnahmen. Da die Werksleitung zur Arbeitsniederlegung aufrief, kam es zu Tumulten und die Franzosen fühlten sich in der Klemme. Diese ergiffen um sich schießend die Flucht. Dieses Ereignis forderte 13 Todesopfer und 28 Verletzte. Es herrschte große Empörung über das Blutbad. Der Trauerzug zum Ehrenfriedhof am 10. April 1923 war einer der größten in der Geschichte der Stadt Essen. Die Besatzer verurteilten Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und einige seiner Direktoren zu langjährigen Freiheitsstrafen. Die Besetzung des Ruhrgebietes endete im Sommer 1925.


Nationalsozialismus

Im Zweiten Weltkrieg war Essen aufgrund seiner Waffenindustrie ein bedeutendes militärisches Ziel. Deshalb wurden große Teile des Stadtgebiets durch Luftangriffe zerstört.


05.03.1943

Am 5. März 1943 starteten auf Flugplätzen in Ost- und Mittelengland über 442 Flugzeuge. Gegen 21 Uhr wurden mit farbigen Christbäumen die Krupp-Werke und die Essener Innenstadt als Ziele markiert. Anschließend warfen rund 360 Bomber innerhalb einer Stunde in drei Wellen rund 1100 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf das Stadtgebiet ab. Mindestens 457 Menschen fanden den Tod und über 3000 Gebäude wurden völlig zerstört, wodurch Zehntausende obdachlos wurden. Die Krupp-Werke nahmen erstmals größeren Schaden.


03.04.1943

Am 03. April 1943 wird Essen durch die Alliierte Luftwaffe angegriffen.
An diesem Angriff waren beteiligt:
101 Squadron (X1D SR-W, Operation Essen) mit viermotorige Avro Lancaster (Schwerer) Bomber. Diese Maschinen gehörten zu einer Charge von 620 Lancaster ( Serien-Nummer ED303 - EE202) aus AVRoe (Chadderton) die 1941 bestellt und als 129 Mk.1s und 491 Mk.111s gebaut wurden, sie wurden zwischen November 194242 und Juni 1943 ausgeliefert. Bis zur Serien-Nummer ED782 waren alle Maschinen Mk.111. Ab ED783 unterschiedliche Bauweise. Bei diesem Angriff ist die Maschine Serien-Nummer ED736 gestartet in Holmw-on-Spalding Moor (es handelte sich um eine Mk.111s und wurde am 16.03.1943 an die 101 Squadron) geliefert) ONO von Bocholt-Borken abgestürzt. Die Ursache ist nicht bekannt. Es war ihr erster Flug. Die Besatzung: F/O RN Johnson, Sgt. FJ Hackett, Sgt. GW Jones, Sgt. IWLL lewellyn, Sgt. RC Horton, Sgt. HA Ramsey, Sgt. RL Hodgson kam hierbei ums Leben, sie sind auf dem Reichswald War Friedhof beigesetzt.


25./26.07.1943

Am 25.07.1943/26.07.1943 wird Essen durch die Alliierte Luftwaffe angegriffen.
Der Angriff fordert 500 Menschenleben.
An diesem Angriff waren beteiligt:
15 Squadron X1D LS-U, Operation Essen) mit viermotorige schwere Bomber Short Stirling. Diese Maschinen gehörten zu einer Charge (Vertrag No. B982939/39) Short Stirling Mk.111 (Serien-Nummer BK798 - BK818), Short Stirling Mk.1/111 (Serien-Nummer BK592-BK628, BK644-BK647) Short Stirling Mk.1 (Serien-Nummer BK648-BK667, BK686-BK727, BK759-BK784, BK798-BK818). Die Maschinen wurden zwischen April 1943 und Juni 1943 von Austin Motors Ltd an die 15 Squadron ausgeliefert. Die Maschinen waren am 25 Juli 1943 um 22:30 Uhr vom Flugplatz Mildenhall gestartet. Die Maschine BK805 wurde am 25.Juli 1943 um 00:40 Uhr bei Osterwick (Westf) 14 km südöstlich von Ahaus (Westf.) von Hauptmann Wilhelm Dormann, 111./NJG1 abgeschossen. Die Besatzungsmitglieder Sgt. Towse und Sgt. Pawley wurden beim Absturz getötet, und im Reichswald War Cemetery begraben. Sgt. Pawley ID wurde später im Gefangenenlager mit der von Pte FASC Watter ausgetauscht. Sgt. JA Baldwin wurde im Gefangenenlager 4B/L3. Gefangenennummer 83669 interniert.
Sgt. HF Brodie Gefangenennummer 83693, Sgt. WA Fairweather, Gefangenennummer 83710 und Sgt. JDL Moore, Gefangenennummer 83663, Sgt. D . Lewis Gefangenennummer 83692 wurden im Gefangenenlager 4B interniert. Sgt. NJ Pawley Gefangenennummer 83672 wurde im Gefangenenlager 4B/7A/4B interniert.


11.03.1945

Am 11.03.1945 greifen 1055 britische Bomber der Typen "Lancaster" und "Halifax", begleitet von "Mosquito"-Jagdflugzeugen Essen an. Es handelt sich um einen der schwersten Angriffe. Bei diesem Angriff werden 4700 t Bomben abwerfen.


Personenverzeichnis

Mitglied der KPD
Larsch Katharina * 27.08.1901 letzte bekannte Anschrift: Essen-Stoppenberg, Seumannstraße 114 am 29.05.1935 in der Heil- und Pflegeanstalt Grafenberg in Düsseldorf, Ortsteil Grafenberg/ Gerresheim, Bergische Landstraße ermordet.


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


Lan

Landau Lilli (Cilli) geb. Sternberg
* 08.11.1910 Essen
 
Bocholt (Duisburg)
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Münster, Kreis Borken
.
Deportation
13.12.1941 Münster - Ghetto Riga
Todesdatum/-ort verschollen  

Lob

Löb Johanna
* 12.03.1888
Ahaus Westf. 
Essen
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreisfreie Stadt Essen
.
Emigration in die Niederlande
Deportation 18.05.1943 Westerbork (NL) - Vernichtungslager Sobibór
Todesdatum/-ort 21.05.1943 Vernichtungslager Sobibór
 

Mar

Markus Max
* 19.05.1866 Hattingen 
Hattingen (Essen)
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Ennepe-Ruhr-Kreis
.
Deportation
29.07.1942 Dortmund – Ghetto Theresienstadt
überstellt
26.09.1942 Theresienstadt – Vernichtungslager Treblinka
Todesdatum/-ort v. Amtsgericht Hattingen f. tot erklärt
 

Ros

Rosemann Julius
* 08.01.1878
Essen
† 04.05.1933
Polizeigefängnis Hamm i. Westf. (Selbstmord)  
Verhaftung 02.05.1933 

Aar

Aaron Minna Sara
* 27.03.1887
Essen  
Düsseldorf
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreisfreie Stadt Düsseldorf
.
+ 11.01.1943
Auschwitz-Birkenau