Terezin (Theresienstadt)


Ghetto

Gebiet
Terezín/Theresienstadt liegt ca. 60 km nordwestlich von Prag, am Zusammenfluß von Ohře/Eger und Labe/Elbe am Rande des Böhmischen Mittelgebirges. Terezín gehört zum Kreis Litoměřice/Leitmeritz und ist nur drei Kilometer von der Kreisstadt entfernt. Die nächsten größeren Städte sind Ústí n.L./Aussig (20 km), Teplice/Teplitz (40 km)

Eröffnung
24.11.1941

Liquidierung
Das Ghetto wurde am 08.05.1945 durch die Rote Armee befreit. Allerdings wurde es schon am 02.05.1945 unter den Schutz des IKRK gestellt. Die SS hat das Ghetto am 05. Mai 1945 verlassen.

Deportationen
Ab Januar 1942 bis Ende Oktober 1944 in die Vernichtungslager im Osten. Etwa 88.000 Menschen wurden nach Maly Trostinec, Treblinka, Bergen-Belsen, Belzec, Sobibór, Majdanek und Auschwitz verschleppt.

Einsatz der Häftlinge bei

Art der Arbeit

Bemerkungen
Nachdem die nach Terezin unter der Bezeichnung Wohnsitzverlegung verschleppten Juden zunächst in einigen Kasernen untergebracht worden waren, wurde am 27. Juni 1942 die von der nichtjüdischen Bevölkerung vollständig geräumte Stadt mit Ausnahme einiger Gebäude, die eine zusammenhängende Zone bildeten der Ghettoverwaltung übergeben. Das Ghetto unterstand dem Zentralamt für die Regelung der Judenfrage in Böhmen und Mähren im RSHA/Amt IV B 4 unter der Leitung von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Gemäß der nationalsozialistischen Propaganda sollte Theresienstadt als Altersghetto dienen, in das alte gebrechliche Juden mit Ehegatten sowie bevorzugte Gruppen wie verdiente jüdische Kriegsveteranen oder sogenannte Mischlinge deportiert werden. Tatsächlich wurden jedoch ab Dezember 1944 ebenso Juden aus Sammellagern in Ungarn sowie im Zuge von Evakuierungstransporten insgesamt 12.488 KZ-Häftlinge nach Theresienstadt gebracht. Darüber hinaus wurden zwischen Januar 1942 und Ende Oktober 1944 etwa 87.000, der nach Theresienstadt deportierten Juden, in die Vernichtungslager weitertransportiert. Die höchste Belegungsstärke wurde am 18.09.1942 mit 58.491 Männern, Frauen und Kindern angegeben. Insgesamt wurden etwa 153.000 Personen nach Theresienstadt verschleppt, von denen etwa 34.000 im Ghetto selbst starben, knapp 2.000 Juden 1945 in die Schweiz und nach Schweden gebracht wurden und etwa 700 die Flucht gelang. Etwa 31.500 Ghetto-Insassen und KZ-Häftlinge konnten befeit werden. In Budweis existierte ein Lager für Männer von April 1942 bis vermutlich Herbst 1942. In Eichen bei Kladno (Dubi) existierte ein Lager für Männer von März 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Jungfern Breschan (Panenske Brezany) existierte ein Lager für Männer von Juli 1942 bis etwa 11.02.1944. Die Häftlinge mußten auf dem Gut Jungfern Breschan für Frau Heydrich Gartenarbeiten, Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen an Anlagen durchführen. In Kladno existierte ein Lager für Männer von Februar 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Motitschan (Moycin) existierte ein Lager für Männer von März 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Oslawan (Oslavany) existierte ein Lager für Männer von April 1942 bis 30.08.1943. Die Häftlinge mußten in der Kohlengrube Kukla arbeiten. In Pürglitz (Krivoklat) existierte ein Lager für Frauen von April 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge wurden zu Waldarbeiten eingesetzt. In Schnarchenreuth existierte ein Lager für Männer vom 13.03.1945 bis April 1945. Die Häftlinge mußten Baracken errichten. In Wulkow bei Trebnitz existierte ein Lager für Männer (ab 02.03.1944) und für Frauen (ab Sommer 1944) bis zum 02.02.1945 mit der Bezeichnung Zossen. Die Häftlinge mußten Lagerarbeiten verrichten.


22.07.1942

Am 22.07.1942 erreicht der Sonderzug VII/1 mit 965 Personen überwiegend Jüdischen Glaubens Theresienstadt. Dieser Sonderzug hatte Düsseldorf am 21.07.1942 verlassen. Der Transport trug bei der Reichsbahn die Zugnummer Da 70 und erhielt in Theresienstadt die Bezeichnung VII/1.


24.07.1942

Am 24.07.1942 erreicht der Sonderzug VIII/1 Reichsbahnbezeichnung Da 75 Theresienstadt. Der Zug hatte den Bahnhof Hannover-Fischerhof über Dresden und Bauschowitz (Bohusovice) kommend mit Ziel Theresienstadt am 23.07.1942 verlassen. Der Zug bestand aus uralten Wagen der 'Holzklasse' und schäbig-schmutzigen Viehwaggons. Mit diesem Transport wurden 779 Menschen (im NS Jargon unerwünschte Elemente) ,,umgesiedelt“. Mindestens 114 Personen aus Bremen wurden zu diesem Zug angehängt. Aus diesem Transport haben 75 Menschen das Ende der Nazi-Diktatur überlebt.


01.08.1942

Am 01.08.1942 erreicht der Sonderzug Transport XI/1 Zug Da 77 mit 900 Personen aus Münster i.Westf. kommend Theresienstadt (Terezín). Der Zug hat Münster am 31.07.1942 verlassen. Von den 900 Deportierten werden 835 ermordet, nur 65 haben überlebt.


September 1942

Am 8. September 1942, als der Transport mit den Juden aus Kassel und Chemnitz in Theresienstadt eintraf, wurde der Leerpark aus dem Zug »Da 511« mit der neuen Nummer »Lp 1511« über eine Fahrstrecke von 250 km nach Nürnberg in Bewegung gesetzt, um dort aus seinem Wagenmaterial nebst örtlich beigestellten Güterwagen den nächsten Sonderzug »Da 512« des Fahrplanprogramms zu bilden.
Mit diesem Transport sollten am 10. September 1942 aus den Gebieten von Nürnberg, Fürth, Bamberg und Würzburg in Franken 1000 Juden nach Theresienstadt deportiert werden. Einige Aktenstücke zu seiner Vorbereitung sind erhalten geblieben. Das RSHA hatte auch diesen Transport durch seinen genannten Erlass vom 1. August 1942 angekündigt, welcher der darauf erfolgenden »Organisationsanweisung« der Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth vom 19. August 1942 zugrunde gelegt wurde. Demnach sollten mit diesem Transport 550 Juden aus Nürnberg, 180 Juden aus Fürth, 128 Juden aus Bamberg und 142 Juden aus Würzburg deportiert werden.
Über den Einsatz von Güterwagen wurde vermerkt: »Die Abfahrt der Juden erfolgt am 10.09.1942, nachmittags 18.25 Uhr, mit dem Zug ab Nürnberg von der Fäkalienversandstelle (Finkenstr. 33). Da beim Transport vermutlich eine große Anzahl nichtgehfähiger Juden vorhanden ist, ist Sorge zu tragen, daß deren Transportunterbringung – z. B. in Güterwagen oder Personenwagen für Traglasten – entsprechend vorgenommen werden kann und die Verladung seinerzeit reibungslos erfolgt. Die entsprechenden Vorbesprechungen mit der Reichsbahn zur Bereitstellung des Transportraumes und mit der Stadt zur Bereitstellung des Verladeplatzes wurden bereits geführt. Es ist dafür Sorge getragen, daß sowohl nach Bamberg als auch nach Würzburg eine entsprechende Anzahl von Eisenbahnpersonenwagen abgestellt wird. Diese Wagen sind jeweils dort unmittelbar mit den Juden zu beladen. Die Waggons werden seinerzeit im normalen Zugsverkehr nach Nürnberg gebracht und dort ohne Umladung dem Transportzug angehängt. Die näheren Einzelheiten (Abgangszeit usw.) müssen örtlich mit den zuständigen Bahndienststellen geregelt werden. Die Reichsbahndirektion Nürnberg (Amtmann (Franz] Rauch) hat zugesagt, diesen örtlichen Bahndienststellen rechtzeitig Mitteilung zugehen zu lassen. Besondere Wagen zur Verladung des Gepäcks werden voraussichtlich für außerhalb Nürnbergs nicht gestellt, da die Kopfzahl für die Zuteilung der Personenwagen hoch angesetzt wurde (ca. 200), so daß das Gepäck mit in den Wagen genommen werden kann.
Gettogepäck ist ebenfalls mit in den Wagen zu nehmen. Im übrigen wird das Hauptkontingent durch die Kultusvereinigung Nürnberg gestellt. Das überholte Gepäck ist entsprechend zu lagern, damit es durch die von der Kultusvereinigung gestellten Spediteure im Laufe des Nachmittags des 9. bezw. am Vormittag des 10.09.1942 nach der Finkenstr. 33 geschafft werden und in den dort bereitgestellten Güterwaggons verladen werden kann. Am 10.09.1942, ab 13 Uhr, ist der Fäkalienversandbahnhof durch eine SS Wache von der Öffentlichkeit abzusperren.
Die Wache hat außerdem für die entsprechende Ordnung am Verladegelände zu sorgen.«
Nach einer Vereinbarung zwischen Gestapo und Reichsbahndirektion Nürnberg sollte der Sonderzug »Da 512« aus 20 Personenwagen sowie aus 6 Güterwagen von Nürnberg sowie 1 Güterwagen von Würzburg bestehen. Zweifellos handelte es sich bei der »Fäkalienverladestelle« in Nürnberg als Abgangsort für den Transport am 10. September 1942 nach Theresienstadt um einen für die zur Deportation »konzentrierten« Juden ähnlich entwürdigenden Platz wie bei dem Schlachthof in Düsseldorf-Derendorf, der Viehverladestelle in Wiesbaden oder der Großmarkthalle
von Frankfurt am Main.
Auch in Nürnberg hatte ein heftiger Bombenangriff vom 28. August 1942 zur Folge gehabt, dass sich die noch in ihren eigenen Wohnungen lebenden älteren Juden im Altersheim Johannisstraße einfinden und dort ihre Deportation erwarten mussten. Über die Stunden vor der Abfahrt der 533 Juden aus Nürnberg am 10. September 1942 hat Arnd Müller später berichtet: »Ein Fußmarsch zur Einladestelle Güterbahnhof Finkenstraße konnte vermieden werden. Von der Johannisstraße wurden die Transportteilnehmer mit Straßenbahnkraftwagen, von den zwei anderen Heimen mit Möbelwagen zur Bahn gebracht. Das Einsteigen in die Personenwagen ohne Rampe machte zwar bei den vielen alten und gebrechlichen Leuten ziemlich Schwierigkeiten; für die kranken Personen waren in geschlossenen Güterwagen mit Matratzen entsprechende Lager hergerichtet worden.«
Für den Raum Würzburg handelte sich bei der Beteiligung am Sonderzug »Da 512« um den vierten Transport von Juden, der diese Stadt verließ. Es war für Sicherheitspolizei und Reichsbahn in Nürnberg bereits an jenem Tag deutlich, dass mit dem Zug »Da 512« nur ein Teil der Würzburger Juden deportiert werden konnte, und dass ein weiterer Transport aus dieser Stadt bald darauf folgen sollte. Am 10. September 1942 waren Juden aus der gesamten Region Mainfranken von der Deportation betroffen. Als ihre letzten Wohnsitze auf der 177 Menschen umfassenden Würzburger Transportliste sind die Orte Aschaffenburg (für 42 Personen), Bibergau (2), Bütthard (2), Schweinfurt (54) und Würzburg (77 Personen) genannt. Die im Würzburger Sammellager am »Platz'schen Garten« kontrollierten Juden wurden zum Güterbahnhof Aumühle gebracht und um die Mittagszeit des 10. September 1942 mit vier Personenwagen und einem Pesonenwagen zunächst nach Nürnberg überführt.
Nach der Ankunft in Theresienstadt erhielt der Transport die Bezeichnung »II/25«.
Im September und Oktober wurden 158 Personen daraus weiter nach Treblinka deportiert. Zu Beginn des Jahres 1943 überstellte man daraus 8 Menschen und im Laufe des Jahres 1944 nochmals 131 Transportteilnehmer nach Auschwitz. Nur 51 Personen aus dem gesamten Transport überlebten.

Quelle:
1. Schreiben Reichsbahndirektion Nürnberg, an Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, betr.
Evakuierung von Juden von Nürnberg, Bamberg und Würzburg (hier: Lp 1511 am 09. 09.
und Da 512 am 10. 9. 1942 nach Theresienstadt), Az. 33 Bfp 1 Bfsv, vom 26. August
1942, gez. Schrenk.

2. Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, Organisationsanweisung zur Durchführung der
Judenevakuierung am 10.09.1942, vom 19. August 1942, gez. Dr. Grafenberger.


08.09.1942

Am 08.09.1942 erreicht der am 07.09.1942 aus Kassel ausgelaufene Sonderzug Da 511 das Ghetto Theresienstadt. Der Laufweg des Sonderzuges führte über Bebra, Erfurt und Weimar zunächst nach Chemnitz. In Chemnitz waren weitere 63 bis 90 Juden aus dem Südwesten Sachsens mit Plauen und Zwickau sowie Einzelpersonen aus Oelsnitz im Erzgebirge und aus Schmalkalden aufzunehmen. Insgesamt befanden sich 844 Personen in dem Transport (Laut Transportliste), aus dem Regierungsbezirk Kassel: 755 Personen (Aus der Stadt Kassel selbst 323 Bewohner der Altersheime Mombachstraße und Große Rosenstraße).

Am 08.09.1942 erreicht der am
08.09.1942 aus Berlin ausgelaufene Sonderzug mit 100 Personen die Bahnstation Theresienstadt. Es handelt sich um den 59. Alterstransport.


21.09.1942

Am 21.09.1942 verläßt der Sonderzug Bp mit 2020 Personen Theresienstadt. Ziel ist das Vernichtungslager Treblinka. Der Transport erreicht Treblinka am 23.09.1942.


29.09.1942

Am 29.09.1942 verläßt der Sonderzug BS mit 2000 Personen das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das Vernichtungslager Treblinka. Der Zug erreicht Treblinka am 01.10.1942


15.12.1942

Am 15.12.1942 erreicht der Sonderzug I/80 mit 100 Personen das Ghetto Theresienstadt. Der Zug kam aus Berlin.


23.01.1943

Am 23.01.1943 verläßt der Sonderzug CR mit 2929 Personen Theresienstadt. Ziel dieses Transportes ist das Konzentrationslager Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 24.01.1943.


29.01.1943

Am 29.01.1943 verläßt der Transport Ct mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern (auf Veranlassung des RSHA – Reichssicherheitshauptamt zusammengestellt) das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das Konzentrationslager Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 30.01.1943. Nach der Selektion werden 122 Männer sowie 95 Frauen in das Lager eingewiesen. Die übrigen 783 Menschen werden sofort in den Gaskammern getötet.


28.05.1943

Am 28.05.1943 erreicht der Sonderzug I/95 als 90. Alterstransport aus Berlin kommend das Ghetto Theresienstadt. In diesem Transport befanden sich auch die Bewohner des Krankenhauses und der Altersheime Auguststraße und Elsässer Straße in Berlin


27.06.1943

Am 27.06.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/3, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 32 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 25.06.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


10.09.1943

Am 10.09.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/4, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 9 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 10.09.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


18.12.1943

Am 18.12.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/4 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 1 Person in Theresienstadt ein. Der Transport war am 16.12.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


15.01.1944

Am 15.01.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/5, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 14 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 13.01.1944 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


21.01.1944

Am 21.01.1944 erreicht der 100. Alterstransport mit 64 "Juden und unerwünschte Elemente" aus Berlin kommend das Ghetto Theresienstadt. Der Transport hat Berlin am 21.01.1944 verlassen. Aus diesem Transport wurden 23 ermordet, 41 haben überlebt.


28.01.1944

Am 28.01.1944 erreicht der Transport XIV/3 mit 9 Personen (Juden und unerwünschte Elemente) das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kommt aus Königsberg (Kaliningrad) und hat Königsberg am 27.01.1944 verlassen. Von den deportierten wurden 2 Ermordet, 7 haben überlebt.


23.02.1944

Am 23.02.1944 wird unter der Transportbezeichnung III/10 eZ1 eine Person unter Bewachung zweier Angehöriger der Gestapo aus Köln kommend im Ghetto Theresienstadt eingeliefert. Die Gruppe hat Köln am 23.02.1944 verlassen.


14.07.1944

Am 14.07.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/5 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 5 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 12.07.1944 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


17.09.1944

Am 19.09.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo), mit einer unbekannten Anzahl von Mischehepartnern in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet über das Zwangsarbeitslager Lenne-Vorwohle, Halle und Berlin von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend in Theresienstadt ein. Der Transport war am 17.09.1944 in Düsseldorf abgegangen.


12.10.1944

Am 12.10.1944 verläßt der Transport Eq mit 1500 Häftlingen Theresienstadt. Ziel dieses Transportes ist das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der Transport erreicht Auschwitz am 14.10.1944.


28.01.1945

Am 28.01.1945 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/6 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 1 Person in Theresienstadt ein. Der Transport war am 26.01.1945 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


03.05.1945

Am 03.05.1945 übernimmt das Internationale Rotes Kreuz das Ghetto Theresienstadt


Anmerkungen

Namensliste der Opfer

Testament Emanuel Goldschmidt aus Dortmund vom 21.02.1943

Wir fahren aus Theresienstadt

Gedicht
Als ob (leben in Theresienstadt)

Nach den auf Dokumente aus dem Ghetto gestützten Darlegungen wurden ab 2. Juni 1942 42.832 Angehörige der jüdischen Bevölkerungsgruppe aus Deutschland nach Theresienstadt gebracht. Von ihnen starben 20.729 bis April 1945 im Ghetto. Weitere 15.036 wurden in Konzentrationslager, vor allem nach Auschwitz, deportiert, wobei nur von einzelnen sicher ist, dass sie überlebten. Die Befreiung des Ghettos erlebten 5.474 aus Deutschland verschleppte jüdische Bürger.

Insgesamt hatten das Ghetto ca. 140.000 namentlich nachweisbare Deportierte passiert, von denen 88.194 in Konzentrationslager verbracht wurden. Im Ghetto selbst starben 33.500. Die Befreiung erlebten neben den 5.474 deutschen noch ca. 12.000 Insassen aus anderen Ländern, darunter 7.642 aus der Tschechoslowakei, aus der 73.000 Menschen in das Ghetto verschleppt worden waren.

Diese Zahlen beziehen sich dabei nur auf die Menschen, die ursprünglich in das Ghetto gebracht worden waren. Sie berücksichtigen nicht diejenigen, die 1945 bei Räumung der östlichen Vernichtungslager durch die SS massenhaft nach Theresienstadt verschleppt wurden und zum Teil schon tot dort ankamen oder in großer Zahl dann noch dort verstarben.

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