Prag (Praha)

Prag


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Tschechien, Region Hlavní město Praha

Prag (Praha) ist die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt der Tschechischen Republik.
Prag liegt zentral im westlichen Tschechien an der Moldau, rund 40 Kilometer vor deren Einmündung in die Elbe. Die Entfernung zu den äußersten Grenzpunkten beträgt nach Norden rund 110 Kilometer, nach Westen und Süden je rund 170, nach Osten rund 320 (zur alten böhmischen Ostgrenze rund 170

Seit 1939 war Prag als Hauptstadt des Protektorates Böhmen und Mähren vom Deutschen Reich besetzt. 1939 lebten etwa 120.000 Juden in den böhmischen Ländern, viele davon in Prag. Von diesen wurden etwa 78.000 von den Nationalsozialisten ermordet.
Als am 1. Mai 1945 in Prag die Nachricht vom Selbstmord Hitlers bekannt wurde, wurde die aus Berlin angeordnete dreitägige Trauerbeflaggung noch ohne Widerstand durchgeführt. Erst am Nachmittag des 4. Mais kam es in der Stadt zu einem Aufstand, der auch von den Truppen der Russischen Befreiungsarmee des Generals Wlassow unterstützt wurde, und zu Barrikadenkämpfen. Am 9. Mai erreichten die Truppen der Roten Armee Prag und konnten es nach Kämpfen einnehmen. Auf Anordnung Stalins wurden viele Angehörige der Prager Einheiten der Wlassow-Armee ebenso wie Wlassow selbst inhaftiert.
Unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945 wurden die Prager Deutschen fast ausnahmslos vertrieben. Viele von ihnen wurden zunächst interniert, etwa 5.000 wurden umgebracht. 1945 wurden auch die in Prag ansässigen Ungarn enteignet und bis 1947 zum Teil nach Ungarn zwangsausgesiedelt


Täter und Mitläufer 1933-1945

Dr. Erwin Albrecht
* 21.2.1900 Düsseldorf
+ 26.06.1985 Saarbrücken
Richter (Blutrichter an Sondergerichten) Prag, Brünn
Kriegsverbrecherliste Nr. A/38/61
nach 1945 Anwalt in Saarbrücken, 18.12.1955 bis 02.01.1961 MDL des Saarlandes

Dr. Franz Ludwig
* 07.04.1899 Mainz
+ nach 1961
Oberstaatsanwalt am Sondergericht Prag, nach 1945 Staatsanwalt in Düsseldorf, Tschechoslowakei
Kriegsverbrecherliste Nr. A-6/302, Alphabetical index of war criminals der United Nations War Crimes Commission

SS-Unterscharführer
Kaulfuß Alfred
* 13.08.1912 in Prag
ab 17.07.1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Plaszow u. NL Neu-Dachs


Kobylisy (Kobyliská strelnice)

Der Schießplatz von Kobylisy (Kobyliská strelnice), der im Norden am Dáblický háj liegt, wurde von den Nationalsozialisten für Massenhinrichtungen benutzt. Er wurde 1978 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt und bildet jetzt eine Gedenkstätte


28.10.1918

In Prag wird die Tschechoslowakische Republik durch Vertreter des tschechischen Nationalrates ausgerufen.


14.11.1918

In Prag wird die Tschechoslowakische Republik ausgerufen. Erster Präsident wird Tomá Garrigue Masaryk


10.07.1919

Der neue tschechoslowakische Ministerpräsident Wlastimil Tusar gibt vor der Nationalversammlung in Prag seine Regierungserklärung ab. Er betont, dass die Tschechoslowakei mit allen Nachbarn in Frieden leben will. "Es ist ferner der Augenblick gekommen, wo wir an die Schaffung der gesetzlichen Bedingungen für das Zusammenleben mit den nationalen Minderheiten und ihre Mitwirkung herantreten werden".


16.11.1920

Aus Protest gegen antitschechische Demonstrationen am 15. November im böhmischen Eger (Cheb) kommt es in Prag zu Ausschreitungen, bei denen auch deutsche Einrichtungen beschädigt werden. Betroffen sind u.a. das Deutsche Landestheater und die Redaktion des "Prager Tagblatts". Noch am gleichen Tag drückt die tschechische Regierung unter Ministerpräsident Johann Cerny ihr Bedauern über die Vorfälle aus.


01.03.1921

Der erste Band von Jaroslav Ha Roman "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk während des Weltkriegs" erscheint in Prag.


06.11.1921

Polen und die Tschechoslowakei unterzeichnen in Prag ein Neutralitätsabkommen, in dem sie ihre Staatsgrenzen anerkennen.


15.11.1922

Anlässlich der Verleihung der Rektoratswürde der Prager Universität an einen jüdischen Wissenschaftler kommt es zu heftigen Studentenkrawallen, ausgelöst durch den Protest deutschnationaler Studentengruppen.


28.11.1922

Nach Protesten deutschnationaler Studentengruppen gegen jüdische Professoren und Studenten in Prag kommt es an der Wiener Universität zu ähnlichen Vorfällen.


29.11.1922

Nach heftigen Debatten lehnt das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus in Prag den Antrag der Deutschnationalen, Christlich-Sozialen und der Nationalsozialisten über die Einführung eines Numerus clausus für jüdische Professoren und Studenten an allen Hochschulen des Landes ab.


12.11.1941

Mit diesem Transport werden 9 Juden, 1 Deutscher u. 9 Tschechen ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Stapoleitstelle Prag. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die 19 ins Lager Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 22572 - 22590


19.11.1941

Als Reinhard Heydrich am 19. November 1941 vom Protektoratspräsidenten Emil Hácha vier Schlüssel zur Kronjuwelenkammer in einem Demütigungsakt überreicht bekam, war, so die Prophezeiungen, Heydrichs Schicksal besiegelt. Denn laut mittelalterlicher Legende wird derjenige, der sich zu Unrecht der Krone bemächtigt, innerhalb eines Jahres zu Tode kommen.


15.01.1942

Mit diesem Transport werden 135 "Häftlinge" ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo Prag. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die 135 ins Lager Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 25551 - 25685


29.04.1942

Transport
Mit diesem
Transport werden 287 Männliche "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert

Transport
Mit diesem RSHA
Transport werden 287 männliche u. 197 weibliche "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 33709 - 33995 u. 6911 - 7107

Transport
Mit diesem
Transport (Ez-St 12) werden 3 "Häftlinge" aus Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus diesem Transport hat keiner überlebt


20.05.1942

Mit diesem Transport werden 237 männliche u. 13 weibliche "Häftlinge" ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo aus Prag. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen männlichen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 35789 - 36025, die Übernommenen weiblichen "Häftlinge" erhalten die Häftlingsnummern 7457 - 7469


17.06.1942

Mit diesem Transport werden 139 männliche u. 45 weibliche "Häftlinge" ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo aus Prag. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen männlichen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 39691 - 39829, die Übernommenen weiblichen "Häftlinge" erhalten die Häftlingsnummern 7627 - 7671


02.08.1942

Mit diesem Transport werden 5 weibliche "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 5 weibliche "Häftlinge" die Häftlingsnummern 14151 - 14155


05.08.1942

Mit diesem Transport werden 5 "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 5 "Häftlinge" die Häftlingsnummern 55910 - 55914


14.08.1942

Mit diesem Transport werden 152 "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 152 "Häftlinge" die Häftlingsnummern 55910 - 55914


01.09.1942

Mit diesem Transport werden 18 männliche u. 13 weibliche "Häftlinge" aus Prag ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen männlichen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 62313 - 62330, die Übernommenen weiblichen "Häftlinge" erhalten die Häftlingsnummern 18854 - 18866


14.11.1944

In der deutsch besetzten tschechoslowakischen Hauptstadt Praha wird durch den ehemaligen sowjetischen General Andrej Vlasov offiziell die „Russische Befreiungsarmee“ (ROA) gegründet, die auf Seiten Deutschlands in den Krieg eintritt.


24.04.1947

Der Henker von Lidice
Am 24. April 1947 wurde in Prag der für die Auslöschung der Gemeinde
Lidice
verantwortliche Kriegsverbrecher, SS-Hauptsturmführer Harald Wiesmann * 22.04.1909 hingerichtet. Vom 1. Oktober 1939 bis zum 30. September 1943 war er als Befehlshaber der Gestapo-Dienststelle in Kladno tätig, wo mit ihm auch seine Frau Gudula diente.

Lili Wiesmann, Wiesmanns Mutter, schrieb am 25. Januar 1947 an den Präsidenten Edvard Beneš einen Brief mit einem Gnadengesuch, in dem sie unter anderem schreibt: Mein Sohn ist vor dem Volksgericht in
Kladno angeklagt. Ich weiß, dass sich mein Sohn unschuldig fühlt, da er bei jeder seiner Tat nur auf Befehl gehandelt hat. Da ihn seine vorgesetzte Behörde für allzu menschlich hielt, wurde er über lange Jahre überhaupt nicht befördert.
Wahr ist, dass er aus der Gestapo Kladno wegen einer Verletzung interner Vorschriften abberufen wurde und nicht deshalb, weil er irgendwie menschlich gewesen wäre. Er wurde nach Prag und später nach Warschau verlegt, wo er schließlich zum Kriminalrat aufstieg.
Der Präsident lehnte das Gnadengesuch ab und Wiesmann wurde am 24. April 1947 im Gefängnis Pankrác durch Erhängen hingerichtet.


unbekannt

Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


Namensliste

Dvorak Ernest
* 16.02.1896 Prag
Wohnort:
Lidice
+ 10.06.1942 Lidice
Er wurde durch Angehörige der deutschen Polizei in den Hof der Familie Horak in Lidice gebracht, und dort in den Morgenstunden des 10.06.1942 ermordet
   
Wechselmann Charlotte geb. Löwit
* 12.09.1894 Prag (Praha)
Dresden
Sachsen, Direktionsbezirk Dresden, Kreisfreie Stadt Dresden

Deportiert 02.03.1943 ab Paderborn - Hannover - Erfurt – Dresden- Vernichtungslager Auschwitz Birkenau
zugestiegen 02. März 1943 abends Güterbahnhof Dresden-Neustadt