Lodz

Lodz (Litzmannstadt)


Übersicht

Polen, Woiwodschaft Łódź, Kreisfreie Stadt Łódź

Łódź (Litzmannstadt) ist die drittgrößte Stadt Polens und gleichzeitig die Hauptstadt der gleichnamigen Wojewodschaft. Sie liegt im Zentrum des Landes rund 120 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Warschau


Standort Litzmannstadt / Lodz

Fronttruppenteile
Standort-Kompanie Litzmannstadt
Transport-Begleit-Bataillon 567
Transport-Begleit-Bataillon 702
Transport-Begleit-Bataillon 952
Feldgendarmerie Litzmannstadt
Landesschützen-Bataillon 317
Landesschützen-Bataillon 723
Landesschützen-Bataillon 843
Landesschützen-Bataillon 952
Landesschützen-Bataillon I/VIII
Nacht-Schlacht-Gruppe 4 (Ju 87)
2./Nacht-Schlacht-Gruppe 4
3./Nacht-Schlacht-Gruppe 4
1./Nacht-Schlacht-Gruppe 5
Heimat-Flak-Abteilung 26/I
mittlere Heimat-Flak-Batterie 3/I
mittlere Heimat-Flak-Batterie 4/I
leichte Heimat-Flak-Batterie 13/I
schwere Heimat-Flak-Batterie 226/I
schwere Heimat-Flak-Btt.227/I
schwere Heimat-Flak-Batterie 231/I
Luftnachrichten-Regiment 229 (III.)
SS-Totenkopf-Standarte 12 (II.)
SS-Totenkopf-Standarte 15 (II.)
SS-Totenkopf-Infanterie-Regiment (motorisiert) 5 (II.)
SS-Kavallerie-Regiment Litzmannstadt
Genesenden-Kompanie. Litzmannstadt
Kommandeur der Gendarmerie Litzmannstadt
Polizei-Bataillon Litzmannstadt
Polizei-Kompanie Litzmannstadt
Polizei-Wach-Kompanie Litzmannstadt
Polizei-Landesschützen-Bataillon Litzmannstadt

Ersatztruppenteile
Sanitäts-Ersatz-Abteilung 12
Sanitäts-Kompanie Litzmannstadt
Division Nr. 182
Division z.b.V. 431
Grenadier-Ausbildungs-Regiment 32
Infanterie-Ersatz-Regiment 79
Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment 121
Infanterie-Ersatz-Bataillon 208
Infanterie-Ersatz-Bataillon 212
Infanterie-Ersatz-Bataillon 226
Infanterie-Ersatz-Bataillon 323
Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 413
Feldgendarmerie-Ersatz-Regiment 1
Feldgendarmerie-Ersatz-Abteilung 1
Feldgendarmerieschule
Polizei-Ersatz-Bataillon Litzmannstadt

Kommandobehörden
Wehrmachts-Kommandant Litzmannstadt
Wehrmachts-Kommandantur Litzmannstadt
Orts-Kommandantur Litzmannstadt
Kommandeur der Kraftfahrtruppen der Luftwaffe 5/III
Feldzeugstab Oberost
Wehrkreisarzt XXI mit Sanitäts-Abteilung (Regiment) Litzmannstadt
Wehrbezirkskommando Litzmannstadt (WK XXI, Wehrersatzbezirk Posen. Zuständig für die Wehrmeldebezirke (Wehrmeldeämter) Litzmannstadt 1, Litzmannstadt 2 und Last.)
Wehrmeldeamt 1 (WK XXI, Wehrbezirk Litzmannstadt. Zuständig für den Stadtkreis Litzmannstadt.)
Wehrmeldeamt 2 (WK XXI, Wehrbezirk Litzmannstadt. Zuständig für den Landkreis Litzmannstadt und den Landkreis Lentschütz.)
Oberbaustab 33
Feldkommandantur 509
Frontleitstelle 72
Kfz-Leitstab
Frontsammelstelle Litzmannstadt
Rüstungskommando
Fluko Litzmannstadt
SS-Nachschub-Leitstab Litzmannstadt

Einrichtungen
Stalag XXI D - Zweiglager Litzmannstadt
Dulag 240
Stalag Luft 2
Kriegsgefangenen-Lager 2 d. Luftwaffe
Truppen-Wirtschaftslager
Ghetto Litzmannstadt
Jugendschutzlager
Polen-Jugendverwahrlager mit Außenkommando Dzierzazna
Polen-Jugendverwahrlager mit Außenkommando Tuchingen
Arbeits-Erziehungslager der SS - verschiedene Firmen in Litzmannstadt, landwirtschaftliche Arbeiten

RAD-Einheiten
Arbeitsgau XI
RAD-Abteilung 1/405
RAD-Abteilung 2/407
RAD-Abteilung 1/408
RAD-Abteilung 2/408
RAD-Abteilung 3/408


17.05.1907

Bewaffnete junge Leute, die der revolutionären Bewegung zugerechnet werden, rauben in Lódz einen Postgeldwagen aus. Kosaken töten bei der Verfolgung der Räuber sieben unbeteiligte Passanten und dringen dann in eine Fabrik ein, in der sie Dutzende von Arbeitern erschießen.


10.09.1907

Bei einem Judenpogrom in Lodz werden elf Menschen getötet.


16.12.1939

SS-Sturmbannführer Richter berichtet am 16. Dezember 1939 über die Vertreibung von Juden und Polen aus Lodsch (Lodz)


1940

im März 1940 wird in Łódź eine Umwandererzentralstelle Posen/Dienststelle Lodz“ eingerichtet. Leiter ist der SS-Obersturmbannführer Krumey Hermann

In Lódz, für das besonders ehrgeizige und brutale „Eindeutschungspläne“ bestanden, waren so viele ehemalige Göttinger Beamte beschäftigt, daß man seit August 1940 in der in Litzmannstadt umbenannten Stadt sogar eine „Göttinger Straße“ gab.


23.01.1940

Der Kommandant der Schutzpolizei in Lodsch (Lodz) erlässt am 23. Januar 1940 einen Räumungsbefehl für jüdische Wohnungen


12.09.1940

Der RFSSuChdDtPoliRMdI O-Kdo. P II (2a) 56b Nr. 21/40, Berlin-NW 7, Unter den Linden 74, den 12.September 1940
Im Dienstinteresse werden versetzt
zur Regierung Litzmannstadt
Hauptmann d.Sch. Holz (Alfons) PV Breslau

zur Schutzpolizei der staatl. PV Litzmannstadt
Oberstleutnant d.Sch. Roese PV Berlin

Major d.Sch. Hübner PV Gleiwitz
Hübers PV Berlin
Rückner PV Wiesbaden – Planstelle PV Frankfurt/M
Stegmann PV Tilsit – Planstelle PV Bochum

Hauptmann d.Sch. Aschrich HA Ordn.-Pol.
Burgfels PV Gleiwitz
Dietrich PV Klagenfurt
Dobbrick PV Berlin
Günther PV Berlin
Haase PV Erfurt
Hentschel PV Gleiwitz
Holtgraefe PV Berlin
Isserstedt PV Breslau
Jürgens PV Wien
Kreuzhofen PV Gleiwitz
Kröger Techn. Pol. Schule Berlin
Kupfer PV Braunschweig
Künzel PV Nürnberg
Maaß PV Bitterfeld
Mehnert PV Wien
Thum PV Berlin
Wittmann PV Leipzig

Oberleutnant d.Sch. Aetzt PV Frankfurt/M.
Bittrich PV Bochum
Flis PV Frankfurt/M
Hartmann PV Gleiwitz
Laggies PV Berlin
Schier PV Frankfurt/M
Schwesig PV Berlin
Stackfleth PV Köln

Leutnant d.Sch. Kenn PV Magdeburg
Koneffke PV Breslau
Lang PV Berlin
Scholz PV Breslau
Nöldner PV Berlin – unter Aufhebung seiner Abordnung zum Pol.Btl. 7


11.01.1941

Mit diesem Transport werden ? "Häftlinge" von der Gestapo in Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Die ins Lager übernommenen 61 "Häftlinge" erhalten die Häftlingsnummern 9404 - 9464


05.02.1941

Mit diesem Transport werden ? "Häftlinge" aus Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Nach der übernahme ins Lager erhalten die 23 Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 10165 - 10187


02.05.1941

Mit diesem Transport werden ? "Häftlinge" aus dem Polizeigefängnis Radogoszcz in Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 204 "Häftlinge" die Häftlingsnummern 15182 - 15385


11.09.1941

Mit diesem Transport werden 34 politische, drei asoziale und zwei kriminelle "Häftlinge" ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo- und Kripoleitstellen aus Lodz. Die ins Lager Übernommenen 39 "Häftlinge" erhalten die Häftlingsnummern 20533 - 20571


14.05.1942

Mit diesem Transport werden 298 "Häftlinge" aus Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo aus Lodz. Nach der übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 35363 - 35660


14.06.1942

Am 14.06.1942 treffen mit einem Sondertransport 98 Kinder im Lager der Umwandererzentrale in Litzmannstadt Gneisenaustraße 41 ein. Der Transport kommt aus dem 572 km (Luftlinie) entfernten Kladno, und hat Kladno am 13.06.1942 verlassen. Es handelt sich um überlebende des von den Faschisten am 09./10.06.1942 zerstörten Lidice. Sie waren am 10.06.1942 zusammen mit ihren Müttern aus Lidice in die Turnhalle des Gymnasiums von Kladno verschleppt worden.
Herzzerreißende Szenen spielten sich im Gymnasium von Kladno ab, als die Mütter ihre Kindern weggeben mussten. "In der Turnhalle, wo die Kinder versammelt waren, konnten wir sie weinen hören und schreien", schrieb Emilie Rohlová später auf, "es hat nicht geholfen." Leiter der
Umwandererzentralstelle Posen/Dienststelle Lodz“ ist der SS-Obersturmbannführer Krumey Hermann.
Die 98 Kinder, nunmehr Vollwaisen, sollten auf ihre "Eindeutschungsfähigkeit" überprüft werden: ein typischer Fall für den "Lebensborn". Die "schlechten" Kinder sollten in Kinderlager kommen, die "gutrassigen" über Heime des "Lebensborn" in deutsche Familien als Pflege- und Adoptivkinder vermittelt werden. Himmler gab Sollmann den Rat mit auf den Weg, eine "sehr kluge" Entscheidung zu treffen, denn gerade die "gutrassigen Kinder" könnten "die gefährlichsten Rächer ihrer Eltern" werden. Nur 13 Kinder waren für den "Lebensborn" letztlich "blond und reinrassig" genug, um nach einer langen Odyssee über das bei Posen liegende Gaukinderheim Puschkau weiter ins "Lebensborn"-Heim "Alpenland" im österreichischen Oberweis und dann im Januar 1945 ins Heim "Hochland" nach Steinhöring bei München gebracht zu werden.


02.07.1942

Am 02.07.1942 verläßt ein Transport mit 81 Kinder Lodz (Litzmannstadt) mit Ziel das 72,2 km (Luftlinie) entfernte Vernichtungslager Chelmno nad Nerem (Kulmhof am Ner). Der Transport erreicht das Vernichtungslager am 02.07.1942. Die Kinder weren gleich nach ihrer Ankunft vergast. Es handelt sich bei den Kindern, um die nach der Nazi Lehre nicht eindeutschungsfähigen Kinder aus Lidice


15.07.1942

Mit diesem Transport werden 22 "Häftlinge" aus Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Nach der übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 46938 - 46959


16.07.1942

Mit diesem Transport werden 19 weibliche "Häftlinge" aus Lodz ins KL Auschwitz deportiert. Nach der übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 8726 - 8744


17./18.01.1945

In der Nacht vom 17. zum 18.01.1945 wurde im Lodzer Stadtteil Radogoszcz das in einem alten Fabrikgebäude befindliche, mit nahezu
1000 Gefangenen belegte Gestapo-Gefängnis von der Wachmannschaft in Brand gesetzt. Ein Teil der Häftlinge war kurz vorher im Gebäude erschossen worden; die Mehrzahl starb jedoch in den Flammen oder wurde bei dem Versuch, aus dem brennenden Gebäude zu entkommen,
von der Wachmannschaft niedergemacht.


Fälle, in denen beim Zurückweichen der deutschen Truppen vor der Roten Armee die im Gewahrsam der Sicherheitspolizei befindlichen Häftlinge getötet wurden, sind mehrfach bekannt geworden. Es ist zu vermuten, daß diese Aktionen auf eine generelle Anweisung einer Dienststelle
mit überregionaler Befehlsgewalt - wahrscheinlich des Reichssicherheitshauptamtes - durchgeführt wurden. - In einem als Geheime Reichssache bezeichneten Schreiben des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD für den Distrikt Radom vom 21. Juli 1944 an die Außendienststelle in Tomaschow heißt es:
»Betrifft: Räumung von Gefängnissen. Der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement hat mit FS.Nr. 14.002 vom 20. 7. 1944, IV 6 Nr. 82/44 gRs, folgendes angeordnet:
Soweit es die Frontlage erforderlich macht, sind rechtzeitig Vorkehrungen für eine Totalräumung der Gefängnisse zu treffen. Bei überraschender Entwicklung der Lage, die einen Abtransport der Häftlinge unmöglich macht, sind die Gefängnisinsassen zu liquidieren, wobei die Erschossenen nach Möglichkeit beseitigt werden müssen (Verbrennen, Sprengung der Gebäude u. a.). Gleichermaßen ist eintretendenfalls mit den noch in der Rüstungsindustrie oder an anderen Stellen beschäftigten Juden zu verfahren. Unter allen Umständen muß vermieden werden, daß Gefängnisinsassen oder Juden vom Gegner, sei es WB oder Rote Armee, befreit werden bzw. ihnen lebend in die Hände fallen.


Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei
Albert Wilhelm Dr.-Ing.
* 08.09.1898 in Hessenthal (Gemeinde Mespelbrunn)
† 21.04.1960 in Erndtebrück
vor 1945 Angehöriger des SD-Hauptamt (RSHA) u. Polizeipräsident von Litzmannstadt (Lodz)

SS-Unterscharführer
Albrecht Bruno
* 22.4.1901 in Lodz
† 14.08.1966 in Hannover
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Buchenwald u. KL Bergen-Belsen
nach 1945 Arbeiter in einer Ziegelei (Hannover)


SS-Schütze
August Eduard
* 11.04.1909 Lodz
† 28.01.1946
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im Ghetto Lodz


SS-Unterscharführer
Bajerke Alfred
* 26.12.1902 in Lodz
† 06.01.1974 in Kirchheim unter Teck
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Monowitz, NL Gusen, KL Majdanek, NL Gleiwitz II u. KL Buchenwald


SS-Oberscharführer
Bauer Alfons
* 29.11.1904 Lodz
letzter bekannter Wohnort: Neckarsulm
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz


SS-Schütze
Böse Erwin
* 02.07.1920 in Litzmannstadt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz


Verfahren nach 1945

NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZB 56/450
Entnazifizierungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den Baugeschäftsinhaber und ehemaligen NSDAP-Ortsamtsleiter und Polizeiwachtmeister von Litzmannstadt Richard Ölsner, geb. 06.06.1898, wegen politischer Tätigkeiten


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


Gru

Grünbaum Mosche
* 30.03.1896 Lodz
Dresden
Sachsen, Direktionsbezirk Dresden, Kreisfreie Stadt Dresden
.
Deportiert 02.03.1943 ab Paderborn - Hannover - Erfurt – Dresden- Vernichtungslager Auschwitz Birkenau
zugestiegen 02. März 1943 abends Güterbahnhof Dresden-Neustadt

Sil

Silbermann Leo
* 18.04.1895 Lodz
Dresden
Sachsen, Direktionsbezirk Dresden, Kreisfreie Stadt Dresden
.
Deportiert 02.03.1943 ab Paderborn - Hannover - Erfurt – Dresden- Vernichtungslager Auschwitz Birkenau
zugestiegen 02. März 1943 abends Güterbahnhof Dresden-Neustadt
Silbermann Simon
* 18.03.1891 Lodz
Dresden
Sachsen, Direktionsbezirk Dresden, Kreisfreie Stadt Dresden
.
Deportiert 02.03.1943 ab Paderborn - Hannover - Erfurt – Dresden- Vernichtungslager Auschwitz Birkenau
zugestiegen 02. März 1943 abends Güterbahnhof Dresden-Neustadt