Krumey Hermann

Obersturmbannführer


SS-Obersturmbannführer Krumey Hermann

* 18.04.1905 in Mährisch Schönberg
+ 27.11.1981 in
Erftstadt


1935

Eintritt in die von Konrad Henlein geführte Sudetendeutsche Partei (SdP) (Sudetendeutsche Heimatfront)


00.10.1938

Nachdem in Folge des Münchner Abkommens das Sudetenland dem Deutschen Reich zufiel, wurden alle SdP-Parteimitgliedern automatisch in die NSDAP übernommen


00.11.1938

übernahme in die SS (SS Nu 310441)
Versetzung durch das SS-Personalhauptamt zum Stab des Höheren SS- und Polizeiführers nach Koppe im Wartheland (Amt für Umsiedlung der Polen und Juden“ unter SS-Obersturmbannführer Albert Rapp)
Das Amt wurde im März 1940 dem Chef der Sicherheitspolizei und des SD unterstellt, der neue Name lautete Umwandererzentralstelle Posen (UWZ). Ein Teil des Amtes befand sich in Łódź, es wurde als „Umwandererzentralstelle Posen/Dienststelle Lodz“ bezeichnet.


04.01.1940

Im Protokoll einer Besprechung die am 4. Januar 1940 in Berlin stattfand, taucht der Name Krumey auf. Thema: „Juden- und Polenevakuierung in den Ostgebieten in allernächster Zukunft.“


00.03.1940-00.00.1943

Leiter der UWZ-Dienststelle Lodz 133 Piotrkowska (Adolf-Hitler-Straße)

Hauptsitze in Posen und Lodz, war gekoppelt mit der EWZ =
Einwandererzentralstelle für Volksdeutsche und war gleichzeitig mit dieser zur Durchführung von Rücksiedlungs- und Aussiedlungsaktionen durch Himmler gegründet worden und sachlich wie auch personell den obigen 3 SS-Hauptämtern für die jeweilige Zuständigkeit unterstellt. Die UWZ hatte bei den Polenaussiedlungen aus den Bereichen Posen und Lodz die Evakuierungsrichtlinjen ausgearbeitet, die dann auch für Oberkrain ähnlich vorgeschrieben waren. Zuständig für die Verschleppung der Kinder von Lidice


1942

Krumey organisiert mindestens sechs Transporte von Juden aus dem Lager Zamosc in das Konzentrationslager Auschwitz


21.11.1942

Ein Dokument mit dem Vermerk „Geheim“ hat Krumey am 21. November 1942 als Leiter der Umwandererzentrale Litzmannstadt unterzeichnet. Die „Arbeitsanweisung für das Polensammellager Zamosc“ umfasst drei Seiten. Aufgeführt werden darin etwa die Gesichtspunkte, nach denen die „Verteilung der Polen“ erfolgen soll. Die vom „Rasse- und Siedlungshauptamt der SS“ bereits eingeführte Einstufung in „Wertungsgruppen“ diente dabei als Grundlage. So wies Krumey an, die im nationalsozialistischen Sinne „wertvollen“ Polen ins Altreich zu vermitteln. Für Familien und Personen der untersten Wertungsgruppe lautete die Anweisung: „werden als Arbeitskräfte nach ,Birkenau‘ überstellt“.


31.12.1942

Im Abschlussbericht über die Arbeit der Umwandererzentralstelle, datiert vom 31. Dezember 1942, schreibt Krumey, wie mit schwangeren Frauen zu verfahren ist, die nach ihrem Arbeitseinsatz im Altreich in ihre frühere Heimat zurückkehren. „Es wäre zu erwägen, ob nicht diese Kinder den Müttern unter gewissen Voraussetzungen nach einer bestimmten Zeit abgenommen werden sollten. Die Kinder guten Blutes könnten in Heime untergebracht werden, während die anderen einer Sonderbehandlung zugeführt werden müssten.“

Krumey legt in dem Bericht Rechenschaft über den „Verbleib der ausgesiedelten bzw. verdrängten Polen“ ab, schildert die „Probeerfassung des 
gesamten Polentums“ in mehreren Kreisen und Bezirken und verdeutlicht seine Weltanschauung: „Die planmäßige Lösung der Fremdvolkfrage im Großdeutschen Raum wird wohl die nächste Zukunft und darüber hinaus noch Generationen beschäftigen. Der Grundstein für die Richtung, nach welcher 
ohne Kompromiss vorgegangen werden muss, kann aber nur von der jetzt lebenden Generation gelegt werden, denn den nachkommenden Geschlechtern fehlt später das persönliche Erlebnis, das notwendig ist, um den Weg mit unnachsichtlicher Härte zu gehen.“


00.00.1944

leitender Mitarbeiter im Sondereinsatzkommando Eichmann
(organisierte die Deportation der ungarischen Juden in die Vernichtungslager)

In der Nacht zum 19. März 1944 marschierten Wehrmacht und SS in Ungarn ein.
Adolf Eichmann schlug mit seinem Stellvertreter Hermann Krumey und weiteren 14 SD-Führern sein Hauptquartier im ehemaligen Stundenhotel Majestic in Budapest auf. Zuerst galt es, den rechtlichen Rahmen für die Massendeportationen abzustecken und die Gesetzgebung des ungarischen Staats den NS-Paragraphen anzugleichen: Arbeit für Regierungsrat Otto Hunsche, der als einziger Jurist im Stabe Eichmanns der Budapester Regierung beratend zur Hand gehen konnte. Bei der Großaktion in Budapest war sogar daran gedacht, neben der Gendarmerie und dem Polizeinachwuchs auch sämtliche Briefträger - und Schornsteinfeger der Hauptstadt "als Lotsen" einzusetzen.
Die Verhandlungen mit den jüdischen Gemeindevorsitzenden und andere Kontakte zur Öffentlichkeit überließ der menschenscheue Eichmann keinen Stellvertreter. Hermann Krumey war auch verantwortlich für die ersten Judenverhaftungen, die vor der eigentlichen Aktion angeordnet worden waren und deren Opfer die Gefängnisse von Budapest sowie das von Eichmann eingerichtete Internierungslager Kistarcsa füllten. Gleichermaßen war Krumey mit der Erpressung von Geld und Sachwerten beschäftigt. Am 21. März forderten Hunsche und der SS-Hauptsturmführer Novak, indem sie sich auf Krumeys Befehl beriefen unter Drohungen vom jüdischen Zentralrat in Budapest die sofortige kostenlose Lieferung, von 300 Matratzen, 600 Decken, 100 Daunendecken, 30 Schreibmaschinen und einem Klavier.
Eine andere Forderung mußte der jüdische Zentralrat binnen 24 Stunden erfüllen: je eine komplette Einrichtung für einen Luxus-Herren- und -Damen-Frisiersalon. Für sich selbst erwarb Krumey diesem Weg in Watteau -Gemälde, seine Sekretärin Eva Ferchow begnügte sich mit Wäsche, Parfüm, einem Champagner-Service und einer Toilettengarnitur.
Die Begehrlichkeit der SS-Führer nach Geld und anderen Werten nutzte die jüdische Prominenz zu dem verzweifelten Versuch, wenigstens einige Angehörige ihres Volkes von der drohenden Deportation freizukaufen. Eichmann, der auf alle Fälle einen zweiten Getto-Aufstand nach Warschauer Vorbild vermeiden wollte, sah in diesen Verhandlungen einen nicht zu unterschätzenden Beruhigungsfaktor und ließ deshalb Krumey zusammen mit Hunsche um Menschenleben feilschen.
Millionenwerte an ausländischem Geld, Gold und Schmuck wechselten den Besitzer. Aber nur 1709 ungarische Juden, für die pro Kopf 1000 Dollar bezahlt wurden, entgingen Auschwitz und kamen statt dessen in das KZ Bergen-Belsen, wo Krumey sie später noch einmal durchmusterte und in zwei Transporten über die Schweizer Grenze abschieben ließ.
Gleichzeitig gingen die Organisationsarbeiten des Sonderkommandos zur Massendeportation weiter. Der 16. April 1944 war der Stichtag für die Einrichtung der Gettos. Zu Zehntausenden wurden die Juden in alten Ziegeleien, Fabriken oder auf freiem Feld zusammengetrieben. Vom 15. Mai 1944 ab rollten die Eisenbahnzüge in Richtung Auschwitz: täglich vier Züge mit je 3000 Personen.

Um das Ziel der Transportzüge zu,verschleiern, ließ Krumey unter den ersten Deportierten: 30 000 Postkarten verteilen, auf denen "Waldsee" als Absendeort angegeben werden mußte. Die mit 30 Wörtern deutschen Textes beschriebenen Karten, auf denen von glücklicher Ankunft, die Rede war, kamen mit Kurier nach Budapest und wurden an die noch Zurückgebliebenen verteilt.
Erst als einer der Zentralräte, von Freudiger, auf einigen Waldsee-Postkarten unauffällige hebräische Zeichen entdeckte, die das Wahre Transportziel die Gaskammern von Auschwitz nannten, gab Krumey die Verschleierung auf und drohte: "Freudiger, ich kenne Sie als gescheiten Menschen. Sie müssen nicht alles bemerken."
Bis zum 9. Juli 1944 hatte Eichmanns Kommando 437 402 Juden aus ganz Ungarn auf die Rampe von Auschwitz geschickt, von denen 300 000 sofort vergast wurden.


21.04.1944

Am 21. April erklärte sich Krumey bereit, eine bestimmte Anzahl von Ungarischen
Juden entweder nach Amerika oder in ein neutrales Land ausreisen zu lassen, woraufhin Kasztner vorschlug, jenen 600 Personen, die im Besitz von Palästina-Zertifikaten waren, die Emigration zu ermöglichen.


16.08.1944

Am 16. August 1944 taucht der SS-Obersturmbannführer Krumey Hermann vom Sondereinsatzkommando Eichmann im Konzentrationslager Bergen-Belsen auf. Der damals elfjährige Ladislaus Löb erinnert sich: Am 09. Juli 1944 war er zusammen mit seinem Vater und die Familie Kasztners in Bergen-Belsen angekommen. Hermann Krumey wählte „mit einer Liste in der Hand“ rund 300 „Glückspilze“ aus, die in die Schweiz fahren sollten. „Ein Tumult von Freude und Zorn folgte der Ansage. Krumey wurde von Hunderten belagert, die ihn in allen Tönen beschworen, sie zur Liste hinzuzufügen. Laszlo Devecseri und dessen Frau Boris flehten ihn an, ihre Familie gehen zu lassen, weil ihr kleiner Sohn Tamas schwer an der Ruhr erkrankt war. Krumey stimmte zu, aber die Großeltern mussten zurückbleiben. William Sterns Vater bat Krumey um das Gleiche, aber als er 30 Familienmitglieder nannte, verpasste ihm Krumey eine Ohrfeige und schickte ihn weg. Da die Deutschen es mit der Identifikation nicht zu genau nahmen, konnten mehrere Leute auf der Liste durch andere ersetzt werden. Schließlich wurden aus den ursprünglichen 300 mit Krumeys Einverständnis 318.“
Löb musste noch mehr als drei Monate auf die Fahrt in die Freiheit warten. „Am Morgen des 4. Dezember erschien Krumey“ im Lager. „Dann wurde der Plan für unsere Abfahrt bekannt gegeben.“ Drei Tage später überquerte der Zug die schweizerische Grenze. 17 „Unglückliche“ mussten in Bergen-Belsen zurückbleiben,


16.04.1945

Am 16. April 1945 begleiteten SS-Hauptsturmführer und Regierungsrat im Reichssicherheitshauptamt Otto Hunsche und SS-Obersturmbannführer Hermann Krumey den Repräsentanten des Jüdischen Rettungskomitees Budapest Rudolf Kasztner in das Ghetto Theresienstadt zu einer Aufführung des PropagandafilmsTheresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ um der ausländischen „Greuelpropaganda“ bezüglich der Massenmorde an Juden entgegenwirken zu können.
Eichmann hatte Kasztner nach
Theresienstadt geschickt, um in einer letzten Anstrengung das Täuschungsmanöver des Vorzeigeghettos noch einmal auszubeuten. Bei der Aufführung waren außerdem Hans Günther, sein Stellvertreter, der SS-Sturmbannführer Gerhard Günel, sowie Karl Rahm anwesend. Auch der Judenälteste des Ghettos, Benjamin Murmelstein, durfte den Film bei dieser Gelegenheit sehen.


01.04.1957

Am 1. April 1957 nehmen Polizeibeamte in der Korbacher Bahnhofstraße einen Waldecker Kreistagsabgeordneten fest. Hermann Krumey wird Beihilfe zum Massenmord vorgeworfen. Er soll als SS-Obersturmbannführer 1944 in Budapest die Deportation von 440 000 ungarischen Juden in die Vernichtungslager mit organisiert haben. „Ferner wirft ihm die Anklage räuberische Erpressung vor, weil er im Einvernehmen mit dem Leiter des Juden-Vernichtungskommandos, dem bisher nicht aufgefundenen SS-Führer Adolf Eichmann, für die Freilassung von Juden sehr hohe Geldbeträge verlangt und in Empfang genommen haben soll“. Der gelernte Drogist Krumey, der in Ungarn zum engsten Mitarbeiterstab Eichmanns gehörte, verkaufte in Korbach Rasierseife und Badezusätze. Nach seiner Festnahme wird Krumey im Juni 1957 mangels Fluchtverdacht wieder auf freien Fuß gesetzt.


27.05.1961

Gerichtshof, Frankfurt am Main Re: Bitte um Rechtshilfe

27 May 1961

To the Competent Court of Justice, Frankfurt am Main Re: Request for Legal Assistance

The main hearing in the criminal proceedings against the Accused Adolf Eichmann is at present taking place in this Court.

In the context of this main hearing, I request you to extend legal assistance to this Court by the examination on oath of the following witness:

Hermann Krumey, Remand Installation, Frankfurt am Main, Hammelsgasse.

The witness is to be examined as to the following allegations of the Accused:

(1) that the Accused was not responsible in 1942 for the deportation of one hundred children from the village of Lidice to Poland, that he neither carried out nor ordered the carrying out of this deportation, and also that he is in no way responsible for the murder of these children in Poland;

(2) that the Accused did not arbitrarily, and by exceeding his official authority, carry out the persecution and extermination of the civilian Hungarian Jewish population in the period from March 1944 to December 1944, when he was the head of a Special Commando in Hungary.

To complete the testimony of the witness, I would request that the witness also be asked the following questions which were drawn up by Counsel for the Accused:

(1) In 1942, were you in Lodz as the representative of the Race and Resettlement Head Office?

(2) During this period, did the Commander of the Security Police and the Security Service in Prague send a transport of eighty-eight children from Lidice to your Department?

(3) Did the Accused carry out this deportation or did he have it carried out?

(4) Did you contact the Head Office for Reich Security as to what should be done with the children?

(5) Did you request instructions from Section IVB3 as well as from Section IVB4?

(6) Which Section finally issued instructions?

(7) Were these children killed or evacuated to the Generalgouvernement?

(8) On whose responsibility was the evacuation carried out?

(9) In 1944, were you, as a member of a Special Commando, under the command of the Accused?

(10) To whom was the Accused subordinate at that time?

(11) Did the Reich Plenipotentiary for Hungary, Veesenmayer, the Higher SS and Police Leader Winkelmann, and the Senior Commander of the Security Police and the Security Service, Geschke, influence the activity of the Special Commando?

(12) Who suggested deporting the Jews?

(13) What role did the Special Operations Commando play with regard to these deportations?

(14) Was the Accused able to take independent decisions on deportation matters, or was he subject to orders from the Chief of the Head Office for Reich Security, Kaltenbrunner?

(15) Did the Accused carry out deportations contrary to other orders from his superior?

(16) What was the numerical strength of the Special Commando?

(17) Who carried out the concentration of the Jews, and who guarded and accompanied the transports?

I would also request that the witness be asked the following additional questions, which were drawn up by the Attorney General:

(1) What were your duties in connection with the evacuation and resettlement of Jews, Poles and Gypsies in the Wartheland District?

(2) Why were the Lidice children sent from the Protectorate to your office in Lodz?

(3) Why did you think that these children were to receive special treatment?

(4) Why did you contact Obersturmbannführer Eichmann on these matters?

(5) What instructions did you receive from Eichmann?

(6) What do you know about the fate of these children?

(7) Who proposed the plan of having postcards sent to the Jews still in Hungary by their relatives in Auschwitz, bearing the postmark "Waldsee"?

(8) In 1944, was Eichmann the decisive factor in Jewish affairs in Hungary?

(9) Was Eichmann not opposed to any concession in Jewish affairs?

(10) What was your official link with Eichmann in Hungary?

(11) Who had authority and responsibility for the foot march of the Jews from Budapest to the Austrian border in October-November 1944?

I would request you to summon to the examination of the witness the representative of the Attorney General of the State of Israel, c/o H.E. Ambassador Dr. F.E. Shinnar, Israel Mission, Cologne, as well as Counsel for the Accused, Advocate Dr. R. Servatius, Hohenzollernring 14, Cologne, and to afford them, on their part, the opportunity to ask the witness any questions which might arise from his answers.

There is no objection on the part of this Court to the aforementioned representatives of the parties obtaining copies of the record of the examination.

Please forward the original of the record of the examination to this Court,

(-) Moshe Landau
President of the Trial Court

The Court of First Instance, Frankfurt (Main), 6 June 1961

Present:

Judge of First Instance Rieber as Judge

Court Official Schweidler as Authenticating Official at the Court Office

In the criminal proceedings against Adolf Eichmann there appeared:

1. Mr. Erwin S. Shimron as the representative of the Attorney General of the State of Israel;

2. Advocate Dieter Wechtenbruch, Munich, as Counsel for the Accused;

3. Advocate Hans Schalast as counsel for the witness whose name appears below in the criminal proceedings against him. He was authorized to be present at the examination of the witness, so that he would be informed about these proceedings, if consultations with his client should become necessary.

4. The witness whose name appears below.

The witness was instructed about the penalties and consequences for giving sworn evidence which is deliberately or negligently false or incomplete, and also giving deliberately false or incomplete unsworn evidence, as well as about the significance of the oath and the fact that he could refuse to provide information on questions, by answering which he or his relatives could be exposed to the risk of criminal proceedings, and he was admonished to tell the truth.

Personal details:

My name is Hermann Krumey. I am 56 years old, and am a pharmacist. I live in Korbach, Bahnhofstrasse 38, currently in custody at the Frankfurt (Main) Remand Institute, Hammelsgasse, and am not related or connected by marriage to the Acussed.

On the matter in question: I make the following statement subject to the condition that in this case there be guaranteed mutual legal assistance, so that Eichmann can be examined in the criminal proceedings against me by means of legal assistance.

When the Sudetenland was annexed to the Reich, I had already given up my profession as a pharmacist and was already a full-time District Gymnastics Superintendent. After the annexation, I, like the other gymnastics superintendents operating in my area, was appointed to the general SS as an Obersturmbannführer. I accepted a position offered to me as a full-time SS Fuehrer (Fuehrer of a Sturmbann) in Bremen, with the rank of an Obersturmbannführer of the general SS. After I joined the SS, my former gymnastics association was dissolved; it was already being wound up when I was accepted.

In November 1939, while serving in that position, I was called up by a red notice to report to the SS Head Office for Personnel. From there I was seconded to the Higher SS and Police Leader in Posen, effective immediately after my having been called up. The Higher SS and Police Leader at that time was Koppe. Apart from myself, the other office staff were a major in the gendarmerie, Hagelstein, and a captain of police, Watermann. My task was to organize the transport by rail required to carry out the compulsory transfer from the Warthe District of those Poles evicted from their farms by the District Commissioners, because at that time I was mostly only in my office in Posen, where I received the District Commissioners' requirements for rolling stock. I did not visit the various District Commissioners, as we lacked vehicles. The trains for which I received requests I would, in turn, request from the Posen Reich Railways Office, and later possibly from IVB4 in the Head Office for Reich Security, and my duties also included negotiating with offices in the Generalgouvernement about the destinations of the trains in the Generalgouvernement.

When these compulsory transfers caused difficulties and unacceptable situations because, due to inadequate arrangements, the Poles evicted from their farms had insufficient accommodation and no work in the Warthe District, and crime was therefore increasing, a separate organization was set up in order to run this operation properly. The Central Office for Migration was set up for this purpose in Posen, under the Inspector of the Security Police and the Security Service. A branch office of this Central Office was set up in Litzmannstadt. This was preceded by a field office of the Central Office, under Hauptsturmführer Barth. When this field office became an office in its own right, I was appointed to head it. That was in the spring of 1940.

There were several field offices subordinate to my office, as well as a transit camp in Litzmannstadt. The purpose of the office was to handle the processing of the Poles on their way to the Generalgouvernement, after they had been evacuated by offices controlled by the Reich Commissioner for the Strengthening of German Folkdom. In the transit camp, those Polish families which had been identified by the Race and Resettlement Head Office as qualifying for Germanization, were sorted out, as well as those Poles whom the Labour Office took away to work in the Reich. The field offices had already previously sought out those who had been evicted from their farms, but were ethnic Germans or Poles who professed to being German. There were guidelines to be followed on this. These persons selected by the field offices, and also during processing in the camp, were excluded from deportation to the Generalgouvernement. In the camp, a statement of property was also drawn up for every Polish family to be resettled; these were then collected by the Main Trustee Office East and - so it was said - were to be the basis for compensating those transferred compulsorily.


In reply to a question from Counsel for the Defence: I do not remember that forms used by the Race and Resettlement Head Office in the Germanization procedure for Poles utilized the term "special treatment" for Germanization.

In reply to a question: I had nothing to do with the allocation of the property of expropriated Jews to ethnic German immigrants, nor do I know anything about this.

As the Head of the Litzmannstadt office, I always sent my train requirements to Department IVB4 in the Head Office for Reich Security, and no longer dealt directly with the Reich Railways. In the matter of transport, the main concern was to ensure that the evacuees were deported in good time, so as to guarantee accommodation for the settlers as they arrived. All this was the concern of my office in Litzmannstadt.


One morning I heard that close to one hundred children - I have now seen from documents shown to me that the number was eighty-eight - had arrived at the Gneisenaustrasse camp from the Protectorate. I still remember going to look at the children. Today I no longer remember who informed me of the children's arrival. When I saw the children, the nurses who were to have accompanied them had already disappeared. The presence of the children was something unusual, and it created difficulties because our camp was set up only as a transit point for families, not for accommodating unattended orphans.

I do not remember the teletype shown to me from the Race and Resettlement Head Office, dated 12 June 1942. I see from the handwritten note at the bottom of the teletype that my deputy, Pueschel, dealt with this teletype.

Untersturmführer Kanzler, whose name is entered by hand at the end of the list of 11 June 1942, is not known to me. He did not belong to my office. I know that makeshift supplies and accommodation were provided for the children, and that we wanted to know what was to be done with them. It is possible that I telephoned Section IVB4 of the Head Office for Reich Security about the children; today I no longer remember whether I spoke to Eichmann or someone else who worked there.

I am familiar, from the proceedings against myself, with the teletypes I have been shown, dated 17 June 1942 to Fischer in Prague, 20 June 1942 to Eichmann, and 22 June 1942 to Ehlich. I am unable to remember how I came to draft and dispatch them, because too much time has elapsed since then. According to the dictating sign, I did dictate them. I do not know whether I dictated the addresses word by word to the shorthand typist. What I normally did was to indicate, when dictating to the shorthand typist, the relevant office by the name of the person in charge. I was not acquainted personally with Fischer; Eichmann and Ehlich I knew.

I would also like to observe that I think it likely that, when the children arrived, I did not yet know about the incident of the razing of Lidice. However, I certainly did hear subsequently about the matter and was definitely concerned as to how the children came to us and what the reason for this was.

It has been pointed out to me that the 20 June 1942 teletype to Eichmann does not mention the term "special treatment," but that in my teletype to Ehlich, dated 22 June 1942, I dictated the following sentence: "I have notified IVB4 of the transfer of these children, on the assumption that they are destined for special treatment." I would like to state on that: I do not remember exactly what was in my mind when I drafted the teletype. It is my opinion that I did not then take the words "special treatment" to mean extermination. I am sure that at that time I was not aware of and familiar with the term "special treatment" in the sense of extermination. The children were a special matter within our camp operation and required a special treatment relative to our conditions. In using the phrase, "on the assumption that they are destined for special treatment," I consider that I indicated that the children required to be given a special treatment, as they could not simply be included in our normal evacuation procedures, but would have, for example, to be accommodated in homes. I would explain the fact that I contacted Eichmann on this assumption by saying that his Section, IVB4, was the office which, as far as I was concerned, was responsible here because of the aspects of transport. IVB4 always decided where our transports were to be sent. That is why I also enquired of them in this instance, since, after all, the children had to be evacuated from our camp, and I wanted to know where they were to go.

I can no longer say from my own recollection how the children left the camp. From the documents shown to me in the proceedings against me I know that somebody fetched them. There are receipts about handing over the children to the Litzmannstadt State Police Regional Headquarters, and on these receipts the registration numbers appear of the vehicles which took the children away. The reason why I do not remember any details is because there was a Camp Inspector Schwarzhuber for overall camp affairs and, apart from that, the Gneisenaustrasse camp had a commandant of its own. Who the commandant was at the time, I do not remember. Normally I only dealt with matters where difficulties arose. Today I can no longer say who gave instructions to my office, and whether such instructions were issued in reply to my telegrams. I consider it possible that the children could have been fetched without my office receiving direct instructions. In such a case, instructions could have gone directly to the State Police Regional Headquarters instead of to my office, so that I would not have known of them.

In reply to questioning: As I have already stated, I was involved with the resettlement of Poles, as I have described. However, I did not deal with any evacuation of Jews and Gypsies. When I was in Litzmannstadt, there was a ghetto there with which I had nothing to do.

I did not hear about the evacuation of the ghetto until it had taken place. I was in Litzmannstadt until March 1944. Transport arrangements for evacuating the ghetto were not made through me.

I have now, in connection with the Lidice children affair, been shown a teletype from RUS (Race and Resettlement Head Office) Berlin No. 313* {* Original: No. 1313} dated 12 June 1942, asking the Litzmannstadt Central Office for Migration to accept eighty-six Czech children not suitable for Germanization, to deal with the question of accommodation and find suitable housing for the eighty-six children, as well as an urgent secret teletype from the Senior Commander of the Security Police and the Security Service in Prague, 346/42, signed Fischer, dated 12 June 1942, to the Litzmannstadt Central Office, indicating what happened in Lidice, including the fate of the children's parents, the children's background, giving the age groups and the time of arrival as 21:30 on 13 June 1942, and asking for the children to be met at the station and then immediately assigned to suitable camps. In this document it says that those who are not suitable for Germanization are to be sent on "via the Polish camps at your end." It goes on to say: "The children are bringing with them only what they have on their bodies. No special care for them is required." Today I no longer have any special recollection of these teletypes I have been shown, but I would like to point out that, contrary to what it says in the remark in this teletype, I had to have special care arranged in the Gneisenaustrasse camp, and I did so.

When the resettlement operation had more or less run its course, one day I received an order from the Inspector of the Security Police in Posen to report for an operation in Mauthausen, together with Schmidtsiefen and two N.C.O.'s from my office. I arrived there on about 17 March 1944. I found Eichmann there; I had met him earlier, as I had visited him at his office on several occasions in conjunction with timetable consultations in Berlin, and he had on several occasions spent the night in Litzmannstadt, and we had met then. Eichmann was the head of the Section with which I had to deal because of transport matters. The responsible expert there, as far as my affairs were concerned, was Novak who was also in Mauthausen when I arrived. Apart from them, I did not find anyone else there whom I knew. Eichmann introduced me to Geschke, or rather referred me to him, and I got to know that Geschke, whom I had also not met previously, led the group assembling here. We also spent the next day in Mauthausen, but I did not learn where we were going nor what our assignment was. The following evening we left. Eichmann was assigned to a different vehicle from myself. We were held up for a long time on the open road, together with the column, and it was only at daybreak that I found out that we had travelled to Hungary. Around midday on 19 March 1944, i.e., on the Sunday on which Hungary was invaded, we arrived in Budapest and were, for the time being, accommodated in a hotel. At first I did not have the impression that we had any fixed organization and division of work. I remember that, right at the beginning, Geschke gave me the assignment of establishing contact with the Hungarian police, in order to guarantee that supply services in Budapest would be maintained. After that Eichmann, who held the same rank as I did, but whom I always considered to be my superior, sent me with Wisliceny to summon the Jewish Council. I also remember subsequently standing with Wisliceny in front of a large group of Jews, with Wisliceny talking about what was going to happen. Today I no longer remember what he said in detail. The general tendency was to reassure. All of this was new to me, and that is why I no longer know the details. I am in danger of saying things which I no longer remember, but of which I only became aware later, during the proceedings against me.

At some point Eichmann definitely told me that I was now a member of his Section. It is also possible that Geschke ordered me there. I was not on good terms with Geschke. In any case, subsequently, when the Hungarians two or three weeks later made rooms available and Eichmann opened an office marked as such, I was with him. He appointed me as his deputy in his office. What I mean by that is that, for example, I had no authority to represent Eichmann at negotiations with Geschke or the Hungarian authorities. Rather, I was responsible for supervising the internal workings of the office, including supervision of the staff. My own field of duties also included dealing with instances where the armed forces had confiscated Jewish installations and synagogues, in order to release the requisite installations, the censorship of Jewish newspapers which, in the main, was dealt with by a female employee in my office, and the issue of permits. I was aware of the fact that the office to which I was attached dealt exclusively with Jewish matters. However, I did not know, for example, what finally happened to deported Jews. I only received definite information about this when Kasztner informed me, at the time of the second or third evacuation transport from the provinces, that these were going to Auschwitz and not to the Reich. He told me that the trains had been seen on the Polish border, and from that the conclusion had to be drawn that they were going to be exterminated. I do not know whether Kasztner said Auschwitz. I no longer remember what I did immediately after that, but I believe I remember enquiring from Eichmann, together with Kasztner, about what I had been told, and as far as I remember, Eichmann simply said, "And if it were so...?"


However, I did then try to give some help to the Jews in Budapest, inter alia by setting up camps in a villa in the town and in two houses at a timberyard, without the knowledge of Eichmann and Geschke, in order to provide refuge. I was later denounced - by the Hungarians, I believe - and was transferred from Hungary by Geschke, not by Eichmann. Eichmann informed me of my transfer and indicated that I was intolerable because of my friendly attitude to the Jews, and he also said that this decision had been taken on Geschke's initiative. Eichmann told me that Geschke had given orders for my transfer. That was at the beginning of June 1944. After that, I was allowed to remain another two days and was then sent to Vienna. There I was to set up an office which was to administer the labour commandos of Hungarian Jews assigned to Austria.

When I was in the Budapest office, I did not see written orders and instructions to Eichmann or to the office about the treatment of Jews. That includes orders or instructions by teletype. Neither did I receive any oral orders from a superior authority for transmission to Eichmann. However, I do know that Eichmann was repeatedly summoned to Geschke, and that this happened very often. I never went with him to Geschke, so I did not hear what instructions and orders he received there. Eichmann also went to see Winkelmann and Veesenmayer on a number of occasions. I do not know whether he was summoned to see them. It is my opinion that, as a Higher SS and Police Leader, Winkelmann could have issued orders to Eichmann. I know that once Eichmann was summoned to see Kaltenbrunner in Berlin, but I do not know in what connection. During the period in question Eichmann went to Berlin several times. I do not know to whom or for what purpose.

Anyhow, Eichmann was always absent only for a few days. As far as I remember, no one deputized for him vis-a-vis outside bodies at this time, nor can I remember any instance where activities by such a deputy would have been necessary.

In reply to questioning: I know nothing about a promise having been made to Jews that any office or authority would pay compensation for confiscations or for the use of Jewish labour.

I could ascertain that the deportations of Jews were carried out by the Hungarians. On each occasion only one Leader was present from our office. I myself was never present at a deportation. I did not assign the Leaders for this duty. Eichmann must have done this. I do not know anything precise about this. By deportation I mean both concentration and also dispatch. Novak was our office's liaison with the railways and was responsible for transport matters. It is my opinion that he must also have arranged and organized deportation transports with the railways. I am referring here to railway trains. The reason for this assumption is that Novak also did this previously in Berlin, i.e., served as liaison between the office he was with and the railways. On the Hungarian side, as far as I know, the persons dealing with the implementation of the deportations were Peter Hain and Endre, as well as Ferenczy. Within the office, I myself had nothing to do with deportations. I do not know to what extent anything like this passed via Eichmann himself. He had his own typist, and I was not acquainted with what he did himself. I did observe that his typist did not have a great deal to do. Eichmann spent little time in the office itself. He came and went when he wished. In Budapest he had a very full private life which took up a lot of his time.

I also do not know anything about Eichmann having intervened, or having been able to intervene, in deportations, positively or negatively, on his own initiative. During the time that I belonged to the office in Hungary, I did not notice Eichmann acting on his own initiative in the sphere of Jewish affairs, either exceeding or acting counter to any instructions, of which, moreover, I had no knowledge. My impression of Eichmann was always that he was not the type to do something on his own responsibility. The reason why I had this impression was that previously, when I was active in the Warthe District, whenever I asked him something, he would not immediately take a decision himself, but would ask for my query in writing and would send me the reply later. Today I no longer remember whether I had this impression only from the matter of the Lidice children, or whether there were various other incidents of the same type in which Eichmann evaded giving an immediate decision. What I do remember is that I had always to submit a request for a transport train to him in writing, and the same was true of changes. I considered that this demonstrated exaggerated caution on the part of Eichmann.

The office to which I belonged in Budapest, and which was under Eichmann's control, had some fifteen to twenty-five persons, including the drivers and clerical staff.

In reply to questioning: I remember an incident when Wisliceny asked me to accompany him, in order to fetch money. We then went together to some living room or other. I forget where this room was. It is possible that Kasztner and perhaps Brand, too, were also present. As far as I remember, it was anyhow Wisliceny and not Hunsche who was with me. It is not impossible that I fetched money somewhere another time with Hunsche. When I went with Wisliceny to fetch the money, a leather suitcase was handed over; its contents were not counted in my presence. I do not know who handed over the suitcase. It might have been handed over by Brand or Kasztner. We then delivered the suitcase to our office administrator. I do not know what happened to it subsequently. I did think until now that it or its contents were forwarded to the commander (to Geschke). When the delivery took place, it was clear to me that this must have been preceded by negotiations of some kind. However, I did not know what had been negotiated.

I have been shown the passage from Kasztner's Report, pages 26 and 27, in the Israel Prosecution document No. 900, where Kasztner describes two instances of money being handed over in my presence. I wish to state in this connection that the words I am described as having said were certainly not spoken by me. I did not make any promises of this nature.

In reply to questioning: It is correct that I accompanied Brand and Bandi Gross to Vienna for their flight to Turkey. However, it is not correct that I am supposed to have told Brand before the flight left that he should make it known abroad that there were still decent SS Leaders, such as myself and Wisliceny. I never said anything of the sort.

In reply to questioning: I do not know any details about Becher's business with Brand. I was never brought into this transaction. Eichmann sent me to Vienna with Brand for his flight. I had to fetch Gross from somewhere else, on the orders of a Hauptsturmfuehrer from the office of Commander Geschke.

After being shown page 31 of the Kasztner Report on the postcards from "Waldsee," I wish to state that I know nothing of anything like this.

In reply to questions: The name of my Section was, as far as I remember, "Special Operations Commando." I forget whether it had Eichmann's name added or not.

I do remember negotiations between Kasztner and Becher. I know that I twice accompanied the two of them to the Swiss border. Once they both concluded negotiations with Saly Mayer in the middle of the bridge. I forget exactly what was negotiated. It had something to do with the trucks business, in return for the emigration of Jews. The second time Becher crossed the border to Switzerland with Kasztner. I remained behind and therefore do not know what was negotiated.

When I had already been transferred to Vienna, around October-November 1944 - in any case, it was already cold and we were wearing coats - I had to go to Budapest because I wanted to fetch foodstuffs there, in order to improve the supplies for our Section. On the way to Budapest, not very far from the Hungarian border, I saw groups of Jews, on foot, accompanied by Honveds or gendarmerie. The column of Jews was stretched out, guards were few and far between, and the people looked exhausted. Some of them were sitting and lying around on the road. I did not see people who had been shot, nor any other corpses. The people were wearing clothes, but I forget what kind of clothing. That day the weather was bright. I no longer remember whether there were also women there. They were adults. In Budapest I went to see Eichmann about the matter; I told him about this transport and its state and remonstrated with him that this was inadmissible. I believed that he could have intervened in the matter. The only thing Eichmann said when I remonstrated with him was: "You have not seen anything"; whereupon I went to Winkelmann and informed him of my observations, but my impression was that he had already been informed of the circumstances I had observed.

In reply to questioning: When I was in Vienna, transports arrived from Hungary of entire Jewish families. These were not transports on foot but rail transports. The people were definitely in a bad state. The carriages were overcrowded. It is possible that I complained somewhere about this state of affairs, but I do not remember if I did so to Eichmann or someone else.

I did not hear anti-Jewish comments from Eichmann, nor did I observe Eichmann in my presence maltreating or manhandling a Jew.

Around the end of April or in May 1944, i.e., the beginning of May 1944, I lived with Eichmann in a large yellow house on the Schwabenberg. It was a large villa, which I thought was lived in only in the summer. At the back of the house there was a large flight of stairs, underneath which there may have been some sort of storage room. In front of the house was a sandy forecourt; the garden at the back of the house dropped away steeply. I do not remember there being a garage, hut or shed at the back. I also do not remember air- raid trenches already there or being dug. The latter I would have seen, because very often I came back by the early afternoon, as we were not very busy in the office. It may be that there was a tennis court next to the villa, below the garden, alongside the next parallel road. We only lived there some three or four weeks. After that, Eichmann moved to a villa further down the hill, which I only visited once or twice in the evening and cannot describe in more detail. I did go there once to a dance party, where Endre was also present.

When I lived together with Eichmann in the yellow house, there was a man called Slawik with him. However, he did not work in the Section, he acted as caretaker for our billet. I do not know whether he stayed with Eichmann in his later villa. Both villas were situated in an estate of villas where the houses were detached, each in its own garden. There were fruit trees planted at the yellow house. I do not know whether the second house also had fruit trees. At the time Eichmann was driving an amphibious vehicle.

Read out, approved and signed
Hermann Krumey

In accordance with Paragraph 60 of the Code of Criminal Procedure, the witness was not sworn, as being suspect of complicity.

Rieber, Judge of First Instance
Schweidler, Court Official

I hereby certify that the above photocopy corresponds to the original.

Frankfurt (Main), 9 June 1961, Court of First Instance, Dept. 932

Seal of the Court of First Instance, Frankfurt (Main)

Rieber, Judge of First Instance


06.06.1961

Zeugenaussage vor dem Amtsgericht Frankfurtl Main, 6. Juni 1961 in der Strafsache gegen Adolf Eichmann

Meine Aufgabe war die Organisation des Eisenbahntransportweges zur Durchführung der Aussiedlung solcher Polen aus dem Warthegau, die durch die Landräte zum Zwecke der Unterbringung von Volksdeutschen von ihren Höfen herausgesetzt worden waren, und nun nach Polen transportiert werden sollten. Mit Polen meine ich das Generalgouvernement.

Als die Aussiedlungen zu Schwierigkeiten und Unerträglichkeiten führten, weil infolge mangelnder Ordnung die von ihren Höfen verdrängten Polen ohne ausreichenden Raum, ohne Arbeit waren im Gebiet des Warthegaues und infolgedessen die Kriminalität zunahm, erfolgte die Bildung einer gesonderten Organisation zur Ordnung der vorgenannten Aktion. Es wurde bei dem Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Posen die Umwandererzentralstelle für diesen Zweck gebildet. Unter dieser Zentralstelle wurde eine Dienststelle in Litzmannstadtgebildet. Es war dort vorher eine Außenstelle der Zentralstelle unter der Leitung des Hauptsturmführers Barth. Als diese Außenstelle zur Dienststelle wurde, kam ich als der Leiter dorthin. Das war im Frühjahr 1940.

Zweck der Dienststelle war, die Durchschleusung der durch die Tätigkeit nachgeordneter Dienststellen des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums ausgesiedelten Polen in das Generalgouvernement durchzuführen, wobei in dem Durchgangslager solche Polenfamilien ausgesondert wurden, die sich als eindeutschungsfähig nach der Feststellung des Rasse und Siedlungshauptamtes erwiesen, und die Polen, die das Arbeitsamt als Arbeitskräfte für den Einsatz im Reich herauszog. Die Außenstellen hatten zuvor bereits diejenigen herausgesucht, die von ihren Höfen vertrieben waren, jedoch Volksdeutsche waren oder Polen, die sich zum Deutschtum bekannten. Hierfür bestanden Richtlinien. Der herausgesuchte Personenkreis sowohl seitens der Außenstellen als auch bei der Durchschleusung im Lager blieb dann von dem Abtransport ins Generalgouvernement ausgenommen. Indem Lager wurden auch Vermögensaufstellungen jeder auszusiedelnden Polenfamilie aufgenommen, die dann bei der Haupttreuhandstelle Ost gesammelt wurden und, wie es hieß, Grundlage einer Entschädigung der Ausgesiedelten bilden sollte.

Als Leiter der Dienststelle in Litzmannstadt habe ich meine Anforderung von Zügen immer an die Abteilung IV B 4 im Reichssicherheitshauptamt gerichtet und nicht mehr mit der Reichsbahn direkt verhandelt. Transportmäßig war vor allem dafür zu sorgen, daß die einwandernden Ansiedler durch rechtzeitigen Abtransport der Aussiedler Platz vorfanden. Dies alles war der Zweck meiner Dienststelle in Litzmannstadt.

Eines morgens erfuhr ich, daß im Lager Gneisenaustraße eine Anzahl von nicht ganz 100 Kindern -wie ich jetzt aus vorgehaltenen Dokumenten ersehen habe, sollen es 88 gewesen sein - aus dem Protektorat angekommen seien. Ich weiß noch, daß ich mir die Kinder angesehen habe. Von wem ich von dem Eintreffen der Kinder informiert wurde, weiß ich heute nicht mehr. Als ich die Kinder sah, waren die Schwestern, die als Begleitpersonal mitgekommen sein sollten, schon wieder verschwunden. Die Anwesenheit der Kinder war für uns etwas außergewöhnliches und bereitete Schwierigkeiten, weil unser Lager nur als Durchgangsstation für Familien eingerichtet war und nicht für die Aufnahme unversorgter elternloser Kinder.

An das mir vorgehaltene Fernschreiben des Rasse- und Siedlungshauptamts vom 12. 6.1942 kann ich mich nicht erinnern. Aus dem handschriftlichen Vermerk unten auf dem Fernschreiben ersehe ich, daß mein Vertreter Püschel dieses Fernschreiben bearbeitet hat.

Der handschriftlich am Ende der Liste vom 11. Juni 1942 aufgeführte Untersturmführer Kanzler ist mir nicht bekannt. Zu meiner Dienststelle gehörte er nicht. Ich weiß noch, daß die Kinder behelfsmäßig versorgt und untergebracht wurden und daß wir wissen wollten, was weiter aus ihnen werden sollte. Es ist möglich, daß ich wegen der Kinder mit dem Referat IV B 4 im Reichssicherheitshauptamt telefoniert habe, ob mit Eichmann oder mit einem anderen dort Tätigen, weiß ich heute nicht mehr.

Die mir vorgehaltenen Fernschreiben vom 17.Juni 1942 an Fischer in Prag, vom 20. Juni 1942 an Eichmann und vom 22. Juni 1942 an Ehlich sind mir aus meinem eigenen Verfahren bekannt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie ich zu ihrer Abfassung und Absendung kam, weil inzwischen zuviel Zeit verflossen ist. Nach den Diktatzeichen habe ich sie diktiert. Ob ich die Anschriften der Stenotypistin wörtlich diktiert habe, weiß ich nicht. Üblich war es bei mir, die jeweilige Dienststelle der Stenotypistin beim Diktieren mit dem Namen des jeweiligen Leiters zu bezeichnen. Fischer kannte ich persönlich nicht, Eichmann und Ehlich kannte ich.

Ich möchte noch bemerken, daß ich für wahrscheinlich halte, zum Zeitpunkt des Eintreffens der Kinder den Vorfall der Niedermachung von Lidice noch nicht gewußt zu haben. Ich habe die Sache nachher aber auf alle Fälle erfahren, und ich habe mich mit Sicherheit darum gekümmert, auf welche Weise die Kinder zu uns kamen, was die Ursache dafür war.

Mir ist vorgehalten worden, daß das Fernschreiben an Eichmann vom 20. 6. 1942 das Wort Sonderbehandlung nicht erwähnt, daß ich aber in meinem Fernschreiben an Ehlich vom 22.6.1942 folgenden Satz diktiert habe: „Ich habe IV B 4 von der Überstellung dieser Kinder in Kenntnis gesetzt in der Annahme, daß dieselben für eine Sonderbehandlung vorgesehen sind." Hierzu möchte ich erklären: Eine genaue Erinnerung an meine Gedanken bei der Abfassung des Fernschreibens habe ich nicht mehr. Ich bin der Ansicht, daß ich das Wort Sonderbehandlung damals nicht im
Sinne von Vernichtung aufgefaßt habe. Ich bin mir sicher, daß mir damals der Begriff Sonderbehandlung in der Bedeutung Vernichtung nicht bekannt und geläufig war. Die Kinder waren eine Sonderangelegenheit innerhalb unseres Lagerbetriebes und erforderten für unsere Verhältnisse eine besondere Behandlung. Mit der Formulierung: ... in der Annahme, daß dieselben für eine Sonderbehandlung vorgesehen sind, habe ich nach meiner Auffassung zum Ausdruck gebracht, daß die Kinder einer besonderen Behandlung bedurften und nicht etwa im gewöhnlichen Gang unserer Aussiedlungsverfahren mitlaufen könnten, sondern zum Beispiel in Heimen untergebracht werden müßten. Daß ich mich in dieser Annahme an Eichmann wandte, erkläre ich damit, daß dessen Referat IV B 4 die Stelle war, die für mich wegen der Transportraumanforderungen zuständig gewesen ist. IV B 4 hat immer bestimmt, wo unsere Transporte hingeleitet wurden. Deshalb fragte ich auch in diesem Falle dort an, weil die Kinder aus unserem Lager ja abtransportiert werden mußten, und ich wollte wissen wohin.

Auf welche Weise die Kinder dann aus dem Lager herauskamen, kann ich aus meiner Erinnerung heraus nicht mehr sagen. Aus mir in meinem Verfahren vorgehaltenen Unterlagen weiß ich, daß sie abgeholt worden sind. Es bestehen Quittungen über die Abgabe der Kinder an die Stapoleitstelle Litzmannstadt, auf der jeweils die Autonummer der abholenden Kraftfahrzeuge vermerkt sind. Einzelheiten sind mir deshalb nicht im Gedächtnis, weil für die gesamte Lagerangelegenheit der Lagerinspekteur Schwarzhuber existierte und außerdem das Lager Gneisenaustraße einen Kommandanten besaß. Wer letzterer damals war, weiß ich nicht mehr. Ich wurde meist nur befaßt mit einer Angelegenheit, wenn sie Schwierigkeiten bereitete. Ich kann auch heute nicht mehr sagen, wer meiner Dienststelle eine Weisung erteilte und ob eine solche als Antwort auf meine Telegramme erteilt worden ist. Ich halte es für möglich, daß die Kinder abgeholt worden sein können, ohne daß meine Dienststelle unmittelbar eine Weisung erhielt. In diesem Fall könnte eine Weisung statt an meine Dienststelle an die Stapoleitstelle direkt ergangen sein, ohne daß ich davon Kenntnis erlangt hätte.

Mir sind nunmehr zu dem Komplex der Kinder aus Lidice ein Fernschreiben RUS Berlin Nummer 313 vom 12.6. 1942 vorgehalten worden, das die Umwandererzentralstelle Litzmannstadt ersucht, 86 nicht eindeutschungsfähige Tschechenkinder zu übernehmen, die Unterkommensfrage zu regeln und entsprechendes Quartier für die 86 Kinder zu schaffen, sowie ein dringendes Geheimfernschreiben des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD- in Prag, 346/42, gezeichnet Fischer, an die Umwandererzentrale Litzmannstadt vom 12. 6. 1942, das die Vorgänge in Lidice einschließlich des Schicksals der Eltern der Kinder, die Herkunft der Kinder mit Angabe der Altersklassen und als Ankunftszeit 13. 6. 1942, 21.30 Uhr, mitteilt und ersucht, daß die Kinder am Bahnhof abgeholt und gleich in entsprechende Lager eingewiesen werden. In diesem Schreiben ist vermerkt, daß die nicht Eindeutschungsfähigen auf dem Wege über dortige Polenlager entsprechend weiter verschickt werden sollen, und weiterhin heißt es: Die Kinder bringen nichts mit, als das was sie auf dem Leibe haben. Eine besondere Fürsorge ist nicht erforderlich. Speziell an die mir vorgelegten Fernschreiben kann ich mich heute nicht mehr erinnern, möchte jedoch bemerken, daß ich entgegen dem Vermerk in dem einen Fernschreiben sehr wohl besondere Fürsorgemaßnahmen im Lager Gneisenaustraße vornehmen lassen mußte und habe vornehmen lassen.


08.03.1963

Verfahren gegen Hermann Krumey und Otto Hunsche/LG Frankfurt am Main- Anklageschrift StA b. LG Frankfurt/M.(Az.: 4 Js 1017/59)


27.04.1964

Im Frankfurter "Gallus-Haus" verhandelte das Frankfurter Schwurgericht gegen den SS-Obersturmbannführer (Drogisten) Krumey Hermann und SS-Hauptsturmführer und Regierungsrat im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) Hunsche Otto (Rechtsanwalt in Datteln). Beide waren leitende Mitarbeiter im Sondereinsatzkommando Eichmann
(organisierte die Deportation der ungarischen Juden in die Vernichtungslager).

Die Staatsanwaltschaft warf den "Schreibtischtätern" die Beteiligung an der Ermordung von wenigstens 300 000 jüdischen Menschen und „räuberische Erpressung" vor.

Breiten Raum in den Gerichtsverhandlungen wird das makabre Tauschgeschäft „Blut gegen Ware" einnehmen. Eichmann hatte bekanntlich zunächst 100000 Juden die Auswanderung aus Ungarn gegen Zahlung von zwei Millionen Dollar in Aussicht gestellt. In die Verhandlungen waren Krumey und Hunsche eingeschaltet, die sich auf diese Weise gleichzeitig ein Alibi gegenüber den heranrückenden Alliierten zu verschaffen hofften. Später verlangte die SS für eine Million Juden 200 Tonnen Tee, 800 Tonnen Kaffee, 2 Millionen Stück Seife und 10 000 Lastkraftwagen. Während kleinere Gruppen von Juden durch derartige Leistungen gerettet werden konnten, wurde die Deportation der überwiegenden Mehrheit forciert.

Wie die SS-Schergen von Auschwitz wollen auch Hunsche und Krumey nichts mit den Mordaktionen zu tun gehabt haben. Feige lehnen sie jede Verantwortung für das, was damals unter ihrer aktivsten Mitwirkung geschah, ab.Der ehemalige Regierungsrat im Reichssicherheitshauptamt der SS, Hunsche, beschwerte sich, darüber, daß ihm nicht genügend Zeit zum Studium der Beschuldigungen gelassen worden sei, worauf der Gerichtsvorsitzende fragte, ob denn die vergangenen zehn Monate nicht für dieses Studium ausgereicht hätten. „Mein Leben ist zugrunde gerichtet", jammerte der Angeklagte, der seinerzeit keine Skrupel hatte, Hunderttausende Menschen der Vernichtung preiszugeben.

Krumey benimmt sich nicht weniger widerlich. Mitieidheischend brach der ehemalige SS-Obersturmbannführer am zweiten Verhandlungstag immer wieder in Tränen aus, wobei er weiszumachen versuchte, er sei schon im Juni 1944 als Stellvertreter Eichmanns in Ungarn entlassen und „über Nacht" nach Wien versetzt worden. Auf die Frage, wieso er einen verantwortlichen Posten bei der Wiener Außenstelle des „Sonderkommandos Eichmann" bekommen habe, wenn er doch, wie er behaupte, angeblich nicht tragbar gewesen sei, blieb Krumey allerdings die Antwort schuldig. Als Abgeordneter des BHE im Korbacher Kreistag, dem er trotz seiner Vergangenheit mehrere Jahre angehörte, trat Krumey wesentlich forscher auf. Die Korbacher erinnern sich an zündende Ansprachen des ehemaligen SS-Führers, in denen allerdings nie von der Schuld der Nazis die Rede war, dafür um so mehr von dem „Unrecht, das den Deutschen zugefügt wurde".

Nach Ausführungen des in Israel lebenden 68 Jahre alten Hofrats Philipp Freudinger, der damals in Budapest dem Judenrat angehörte, war der SS-Obersturmbannführer Krumey jedoch für die Juden„die höchste Instanz". Die ungarischen Juden erkannten damals noch nicht in Eichmann, der sich in der Öffentlichkeit kaum zeigte, den Hauptverantwortlichen für die Verschleppung. Es sei Krumey gewesen, der zusammen mit dem SS-Sturmbannführer Wisliceny die Juden belogen habe, sie kämen nur zum Arbeitseinsatz. Dabei soll Krumey dem Zeugen eines Tages selbst indirekt eingestanden haben, daß die Juden nach Auschwitz verschleppt würden.

Der Zeuge bezeichnete Krumey als den Mann,der vom Judenrat viereinhalb Millionen Pengö in Empfang genommen habe. Sie galten als erste Rate zum Freikauf der ungarischen Juden. Insgesamt hätten nach dem Vorschlag Wislicenys, den Himmler jedoch nie akzeptiert habe, die ungarischen Juden für einen Betrag von zwei bis drei Millionen Dollar losgekauft werden können. Nachdem Krumey die erste Rate in Empfang genommen habe, habe sich das Sonderkommando Eichmanns nie mehr zu diesem Freikauf dem Judenrat gegenüber geäußert. Das Geld habe jedoch keinem Juden das Leben gerettet, denn „auf Grund dieser Zahlung erfolgte nichts". Er habe, sagte der Zeuge, auch Krumey vergeblich gebeten, für diese Summe wenigstens 600 Kinder, die wegen der Besetzung Ungarns durch die Deutschen im März 1944 nicht mehr wie geplant nach Palästina ausreisen konnten, jetzt doch noch ziehen zu lassen.

„Die ungarischen Behörden hielten auf Befehl der Deutschen die Fiktion aufrecht, die Juden würden nur ausgesiedelt und es passiere ihnen nichts." Als am 15. Mai jedoch mit der Deportierung der ersten dreihunderttausend Juden begonnen worden sei, habe Krumey immer noch behauptet, sie müßten in Deutschland nur arbeiten. Des Zeugen Frage, warum denn auch Greise und Kinder deportiert würden, habe Krumey mit der Lüge beantwortet, die Deutschen hätten gelernt, daß man Familien nicht zerreißen dürfe, wenn man „anständige Arbeit haben will". Sie würderi nach Waldsee in Thüringen gebracht. Als Krumey nach einigen Wochen unter den Juden einige hundert Karten von bereits verschleppten Familienmitgliedern verteilen ließ, entdeckte Freudinger auf einer Karte das eingekratzte Wort Auschwitz. Die Karten sollten angeblich aus Waldsee stammen.

Über die Vernehmungsmethoden der Verteidigung empörte sich eine Zeugin: „Bin ich hier die Angeklagte? Wir waren damals nur kleine Drecksjuden, die versuchten, Menschenleben zu retten. Wir wußten, als die SS und auch Krumey in Ungarn erschienen, daß die Mörder unserer Landsleute kamen.“ Prozeßbeobachter machen dem Gerichtsvorsitzenden Vorwürfe, daß er es zu derartigen Szenen kommen läßt. Sie sind ungehalten, daß er nicht einschreitet, wenn die Verteidigung einen Zeugen fragt: „Sie hassen Krumey? Wollen Sie, daß Krumey hier verurteilt wird?“
Dagegen zeigte sich der Schwurgerichtsvorsitzende, Landgerichtsdirektor Arnold Schmidt, dem Anklagevertreter gegenüber sehr energisch. Staatsanwalt Steinbacher hatte auf weitere Fragen an Hunsche mit dem Hinweis verzichtet, „im Moment sind ohnehin keine konkreten Antworten zu erwarten“. Darauf Schmidt: „Geben Sie bitte keine Erklärungen ab. Wenn Sie keine Fragen haben, setzen Sie sich bitte.“ Steinbacher: „Ich bin sehr erstaunt über diesen Ton“. Schmidt: „Sie werden sich an meine Prozeßführung halten müssen.“

Ist dieser Prozeß um die Ermordung der ungarischen Juden so schwierig zu führen? Für den „Ungarn-Komplex“ gibt es genügend Material „schwarz auf weiß“. Neben den Akten, die dem Verfahren zugrunde liegen, hat Joel Brand – vergeblich – einen „Berg von Dokumenten“ angeboten, genauso – vergeblich – der Schriftsteller Jenö Levai aus Budapest. Der Nebenkläger, Rechtsanwalt Ormond, beantragte während der Beweisaufnehme die Verlesung eines Dokumentes. Darüber kam es zu Meinungsverschiedenheiten.

„Offensichtlich wollen Sie davon keine Kenntnis nehmen“, resignierte der Anwalt.
„Wollen Sie mir etwa Rechtsbeugung und Voreingenommenheit vorwerfen?“ erregte sich der Gerichtsvorsitzende.
„Jawohl“, sagte Ormond unbeirrt. „Ich betrachte Sie als voreingenommen. Die Nebenkläger haben sich bereits vor der Beweisaufnahme überlegt, den Schwurgerichtsvorsitzenden als befangen abzulehnen, haben aber davon abgesehen, um den Prozeß nicht noch weiter hinauszuzögern.“

Ormond erhielt keine Gelegenheit, seinen Vorwurf zu begründen. Die Verhandlung ging weiter, nachdem sich Landgerichtsdirektor Schmidt die „beleidigenden Ausführungen verbeten“ hatte.

Die Zeugenaussagen in der Verhandlung boten nach Ansicht des Gerichts "keine geschlossene Indizienkette", die eine Verurteilung gemäß den Strafanträgen gestattet hätte. Dem Gericht muß bestätigt werden, daß "Selbsterlebtes mit nachträglich Gehörtem" sich wieder und wieder unüberhörbar mischte, daß die Rollen Krumeys und Hunsches während der "Endlösung der Judenfrage in Ungarn" nicht deutlich wurden.

Wieweit, von wann an und in welcher Haltung sie zur Täuschung der Opfer beitrugen, die lange erfolgreich hoffen gemacht wurden, sie kämen wenigstens in Arbeitslager, ist nicht klargeworden. Es blieb offen, ob nicht entscheidende Zeugen Krumey mit dem 1948 in Preßburg hingerichteten SS -Hauptsturmführer Wisliceny verwechselt haben, der nach Angaben des Angeklagten Eichmanns tatsächlicher Vertreter gewesen sein soll. Nicht geklärt wurde durch Aussagen, in welcher Funktion Krumey und Hunsche 1944 in Budapest an Konferenzen teilgenommen haben, während derer der von der SS befohlene "Judenrat" infam getäuscht wurde. Wieweit die Angeklagten mit den judenräten außerhalb Budapests in Verbindung standen, blieb gleichfalls ungeklärt. Ob sie "reine Verwaltungsarbeit" taten oder auch noch Aktivisten des Regimes waren, wurde nicht sichtbar. Lediglich was Krumey angeht, fand das Gericht Gesichtspunkte, die seine glimpfliche Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord ermöglichten.
Nicht einmal "räuberische Erpressung", die Mitwirkung Krumeys und Hunsches bei dem Versuch Eichmanns, jüdische Menschen gegen Ware anzubieten, konnte bewiesen werden. Zwar hatte ein jüdischer Teilnehmer an diesen Verhandlungen, Joel Brand, noch kurz vor seinem Tod 1964 dazu ausgesagt. Aber gerade Joel Brand hatte in verständlichster Ungeduld seine Aussage getrübt, als er dem Gericht vorwarf, es vernachlässige seine Pflicht, die historische Wahrheit zu erforschen. Eine Aufgabe, die nicht die erste Pflicht des Gerichts sein konnte.

Vorwürfe gegen den Vorsitzenden des Schwurgerichts und daraus abgeleitete Kritik am Urteil zielen vor allem auf seinen Umgang mit der Verteidigung. Landgerichtsdirektor Schmidt habe die Verteidigung nicht in die Schranken gewiesen.

Die Verteidigung spielte zweifellos eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt jedoch, weil ihr ein ethisch starkes, sachlich schwaches Anklagegebäude gegenüberstand. Sie tat, was Pflicht der Verteidigung ist: Sie rang um jede Aussage. Als es ans Plädieren ging, konnte sie - wenigstens - auf verbliebene Zweifel hinweisen. Anklage und Nebenklage sprachen zwar jedem aus dem Herzen, der eine Meinung von den Schreibtischtätern hat, aber sie drangen nicht vor zum Gewissen und Verstand der Mehrheit des Gerichts, der drei Berufsrichter und der Frau und der fünf Männer, die ihm als Geschworene angehörten.Das Gericht war der Meinung, seine Achtung vor den Opfern durch strengste Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze bei der Beweiserhebung und Beweiswürdigung ausdrücken zu müssen. Herr Hunsche befindet sich auf freiem Fuß. Die U-Haft Krumeys dauert an, in einer anderen Sache laufen noch Ermittlungen gegen ihn.Hier hat das unselige, nach dieser Verhandlung unvermeidliche Urteil einen Makel: Das Strafmaß für Krumey deckt die Zeit seiner U-Haft. Hier leistete das Gericht einen Beitrag zum Thema "U-Haft in Deutschland". Hätte Krumey nicht vier Jahre Zuchthaus bekommen, wenn er sich seit drei Jahren und neun Monaten in U-Haft befunden hätte?
Staatsanwaltschaft und Nebenklage haben Revision eingelegt. Das Urteil mag schon deshalb der Überprüfung nicht standhalten, weil die zeitweise turbulente Verhandlung zu formalen Fehlern geführt haben kann. Doch auch eine neue Verhandlung gegen Krumey und Hunsche würde gegen den immer dunkleren Hintergrund getrübter Erinnerung, verstorbener Zeugen und dagegen geführt werden müssen, daß die Männer in den ersten Reihen und in der Mitte einer Mörderkolonne privilegiert sind. Sie haben nicht mit eigener Hand gemordet. Sie haben Tinte an den Händen. Sie sind erst durch das NS -Regime zu einer Aufgabe der Gerichte geworden.

Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe gegen Hermann Krumey wurde im April wegen lebensbedrohlichen Krankheitszustandes unterbrochen. Am 27. 11. 1981 ist Krumey verstorben.


Proteste gegen Freilassung Krumeys

Der Verband der tschechoslowakischen Widerstandskämpfer hat bei Bundesjustizminister Schäffer gegen die abermalige Freilassung des SS-Obersturmbannführers Hermann Krumey protestiert.

In seinem Schreiben erklärt der Verband:

„Im Namen der ermordeten Kinder aus Lidice und Lezaky, im Namen ihrer trauernden Mütter, im Namen aller Teilnehmer des antifaschistischen Kampfes protestieren wir gegen die evidente Bevorzugung des nazistischen Verbrechers seitens der gerichtlichen Organe und fordern die Verhaftung und Verurteilung von Hermann Krumey."

Nach den in den NS-Archiven von Litzmannstadt gefundenen Dokumenten, so heißt es in dem Protestschreiben weiter, sei eindeutig festgestellt worden, daß Krumey aktiv an der Deportierung von fast hundert Kindern aus den Gemeinden Lidice und Lezaky teilgenommen hat. In einem Brief vom 22. Juni 1942 an das Reichssicherheitsamt habe Krumey die Übernahme des Transportes der unglücklichen Kinder bestätigt. Krumey habe gewußt, welches Schicksal den Kindern bevorstand. In seinem eigenhändig unterschriebenen Brief heiße es: „Ich habe IV B 4 des Reichssicherheitsamtes von der Überstellung dieser Kinder in Kenntnis gesetzt, in der Annahme, daß dieselben für eine Sonderbehandlung vorgesehen sind." Der letzte bekannte Aufenthaltsort der Kinder sei das Auffanglager bei Lodz gewesen, das unter Krumeys Leitung gestanden habe. Von hier aus verschwänden alle Spuren der Kinder mit Ausnahme der sieben, die zur „Eindeutschung" vorgesehen gewesen seien.

Krumey habe am 30. September 1947 in Nürnberg seine Teilnahme an der Deportierung der Kinder bekannt und erklärt: „Meines Erachtens habe ich bei diesem Vorgang selbst mitgearbeitet."

„Wir können nicht begreifen", heißt es in dem Brief an Justizminister Schäffer, „wie man einen Menschen, der seine aktive Teilnahme an Verbrechen, die seinerzeit das Gewissen der ganzen Welt erschütterten, nicht einmal leugnet, freilassen kann."