Hannover

Hannover


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Deutschland, Bundesland Niedersachsen, Region Hannover, Landeshauptstadt Hannover

Hannover ist die Hauptstadt des Landes Niedersachsen.

an Hannover grenzen: Langenhagen, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg, Gehrden, Seelze und Garbsen,
und besteht aus den 51 Stadtteilen: Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten, Kirchrode-Bemerode-Wülferode, Südstadt-Bult, Döhren-Wülfel, Ricklingen, Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken und Nord.


17.08.1906

In Hannover wird eine Bäuerin wegen Pfandverschleppung zu einem Tag Gefängnis verurteilt. Der Gerichtsvollzieher hatte ihr Schwein gepfändet, es ihr aber einstweilig zur Verwahrung überlassen. Gleichzeitig wurden ihr auch die Kartoffeln gepfändet. Um nun das Schwein bis zur Versteigerung nicht verhungern zu lassen, fütterte es die Frau mit den gepfändeten Kartoffeln. Wegen dieser Tat wurde sie unter Anklage gestellt.


15.07.1922

In den Hanomag-Werken Hannover verlässt die 10000. dort gebaute Lokomotive die Fabrik.


18.09.1922

Aus finanziellen Gründen muss der Zoo in Hannover geschlossen werden. Die Stadtverwaltung plant den Verkauf der Tiere.


1935

Der Sieg-Verlag mit Sitz in der Georgstraße Nr. 46 druckte in seinem antisemitischen Hetzblatt "Stürmer-Freunde-Hannover" Anfang 1935 die Liste "Juden in Hannover" heraus. Ihr Inhalt: "Jüdische, jüdisch versippte und getarnte Firmen, Geschäfte, Händler, Handwerker, Banken, Rechtsanwälte, Ärzte und Einzelpersonen usw. usw. in Hannover". Die zweiseitige Liste ist nach Branchen geordnet. Sie enthält Personen- und Geschäftsnamen samt Adressen.
Im Vorwort verfasst vom Leiter des Verlags Heinz Siegmann, NSDAP-Mitglied und überzeugter Anhänger der Hitler Bewegung heißt es:
"Ausländische Zeitungen bringen immer noch Nachrichten über Greuel, die in Deutschland an Juden angeblich verübt worden sind, bzw. heute noch verübt werden. Um zu beweisen, daß alle diese Meldungen Lügen sind und daß den in Deutschland lebenden Juden niemals etwas Böses geschah bzw. heute noch geschieht, bringt der Verlag diese Liste heraus. Wer kann beweisen, daß an folgenden Juden in Hannover jemals Greuel verübt worden sind?"
Die Verlogenheit der Nazis wird am Schluss des Artikels deutlich, wo der Verlag auf Anordnung Heinz Siegmanns eine "wichtige Anordnung" der NSDAP-Reichsleitung vom 16. August 1934 abdrucken lässt.

Darin wird den Parteimitgliedern der berufliche und öffentliche Umgang mit Juden weitgehend verboten und bei Verstößen eine parteigerichtliche Ahndung angedroht. Zur Begründung hieß es: "Die Partei hat im Kampf gegen die Vorherrschaft des volkszerstörenden jüdischen Geistes in Deutschland ungeheure Opfer bringen müssen und muß es als  würdelos  verurteilen, wenn zu einer Zeit, da immer noch Millionen deutscher Volksgenossen im Elend leben, Parteigenossen für  die  eintreten, die namenloses Unglück über unser deutsches Volk gebracht haben."


Pogrom

Am 9. November 1938 wurde die von Edwin Oppler 1870 in neuromanischen Formen entworfene Synagoge in der Calenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 kam es durch die vom NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig initiierte Aktion Lauterbacher zu einer Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien. Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert. Organisiert hatte die Deportationen und die Arisierung von Kunst- und Kulturgütern der Stadtbaurat Karl Elkart.
Insgesamt wurden mindestens 2.400 Menschen deportiert. Als am 10. April 1945 amerikanische Truppen in Hannover einrückten, lebten hier keine 100 mehr.


Zwangsarbeit

Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme mit mehreren Tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten. Vier Tage vor der Befreiung Hannovers wurden rund 150 von ihnen erschossen. Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000 verschleppte und in rund 500 Lagern internierte Zwangsarbeiter in Hannover, vorwiegend in der Rüstungsindustrie.


23.07.1942

Am 23.07.1942 verläßt der Sonderzug VIII/1 Reichsbahnbezeichnung Da 75 den Bahnhof Hannover-Fischerhof über Dresden und Bauschowitz (Bohusovice) mit Ziel Theresienstadt. Der Zug bestand aus uralten Wagen der 'Holzklasse' und schäbig-schmutzigen Viehwaggons. Mit diesem Transport wurden 779 Menschen (im NS Jargon unerwünschte Elemente) ,,umgesiedelt“. Mindestens 114 Personen aus Bremen wurden zu diesem Zug angehängt. Der Transport erreicht das Ghetto Theresienstadt am 24.07.1942. Aus diesem Transport haben 75 Menschen das Ende der Nazi-Diktatur überlebt.


20.02.1945

Mit diesem Transport (VIII/5) werden 220 Personen vom Güterbahnhof Moehringsberg nahe der Sandbrücke an der Kapernikusstrasse in Hannover ins Ghetto Theresienstadt (Terezín) deportiert. Der Transport erreicht Theresienstadt am 25.02.1945


Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Unterscharführer
Albrecht Bruno
* 22.4.1901 in Lodz
† 14.08.1966 in Hannover
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Buchenwald u. KL Bergen-Belsen
nach 1945 Arbeiter in einer Ziegelei (Hannover)

SS-Mann u. Oberleutnant der Wehrmacht
Bockenkamp Walter
* 19.09.1909 in Groß Dahlum
† 21.6.1994 in Hannover
vor 1945 SS-Mann u. Hauptstellenleiter der NSDAP
nach 1945 Politiker u. Major der Reserve in der Bundeswehr

NSFK Brigadeführer u. SA-Standartenführer
Brinkmann Friedrich (Georg)
* 16.03.1898 in Bad Essen
† 06.03.1975 in Hannover
vor 1945 Stadtkämmerer und Polizeichef in Neumünster
nach 1945 Politiker (Abgeordneter)


SA-Truppenführer u. Rechtsstellenleiter der DAF
Erbacher Josef
* 08.04.1910 in Grünsfeld
† 08.11.1974 in Hannover
vor 1945 SA-Truppenführer u. Rechtsstellenleiter der DAF
nach 1945 Politiker u. Landtagsabgeordneter


SA-Standartenführer u. Jurist
Haltenhoff Henricus Dr.
* 22.07.1888 in Bad Lauterberg
† 03.09.1956 in Hannover
vor 1945 Jurist u. Bürgermeister in Frankfurt/Oder, Cottbus u. Hannover
nach 1945 Landtagsabgeordneter in Niedersachsen


SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei
Hellwig Otto
* 24.02.1898 Nordhausen
+ 20.08.1962 Hannover
vor 1945 SS- und Polizeiführer (SSPF)


SS-Oberscharführer
Hermel Walter
* 25.04.1911 in Böhmisch Leipa
letzter bekannter Wohnort: Hannover
ab September 1940 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz

SS-Rottenführer
Hundsdörfer Otto
* 26.04.1905 Masuren (Kreis Treuburg)
† 19.03.1983 in Hannover
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Unterscharführer
Jasper Karl
* 26.02.1912 in Hannover
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

Regierungsrat und Regierungsassessor
Kessler Gerhard Dr. iur.
* 25.11.1903 Memel
† nach 1973
vor 1945 dt. NS Jurist und Polizeibeamter


SS-Sturmbannführer u. Major der Gendarmerie
Konrad Erich
* 04.06.1910 in Berlin
† 26.06.1987 in Hannover
vor 1945 Angehöriger Res.Pol.Btl. 101 u. 102
nach 1945 Angehöriger der dt. Polizei u. Md des Niedersächsischen Landtags


Oberwachtmeister der Polizei
Kuckuck Otto
* 28.07.1898 in Succase
letzter bekannter Wohnort: Hannover
vor 1945 Kriminalsekretär der Gestapo u. Oberwachtmeister der Polizei
nach 1945 Mitarbeiter des BND


SS-Hauptsturmführer u. Jurist
Lutz Oskar Dr.
* 01.04.1902 in Reval
† 05.10.1975 in Hannover
vor 1945 stellvertretender Ortsbauernführer u. Jurist
nach 1945 Jurist u. MdL im Niedersächsischen Landtag


SS-Obersturmbannführer
Liebau Siegfried Dr. med.
* 12.01.1911 in Schochwitz
† 20.04.1995
vor 1945 Anthropologe und NS Mediziner


SS-Rottenführer
Niemeyer (Niemeier) Heinrich
* 17.01.1922 in Hannover
Vor 1945 Angehöriger der Wachmannschaft im KL Natzweiler, KL Auschwitz u. NL Janinagrube

SS-Standartenführer
Sens Otto
* 14.04.1898 in Dessau
† 07.04.1970 in Hannover
vor 1945 Insp.d.Sipo u.d.SD Stettin u. Kdr. Einsatzkommando 1/II in Polen


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


A

Aren Gertrud
Wohnort:
Hannover
 

Bir

Birnbaum Max
* 11.08.1893 Hannover Linden
Hameln Neue Marktstraße 13
Niedersachsen, Landkreis Hameln-Pyrmont
.
Inhaftierung 09. November 1938 Konzentrationslager
Buchenwald
1939 Gerichtsgefängnis Hameln
dep.
31.03.1942 Gelsenkirchen - Münster - Hannover - Ghetto Warschau

Ros

Rose Elise
* 09.10.1866 Hannover
Haaren
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Detmold, Kreis Paderborn, Gemeinde Bad Wünnenberg, Amt Haaren
.
Deportation 31.07.1942 Münster – Bielefeld - Ghetto Theresienstadt
überstellt 23.09.1942 Ghetto Theresienstadt – Vernichtungslager Treblinka