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Deutschland, Bundesland Niedersachsen, Landkreis Celle
Bereits 1569 wurde der Flur- und Waldname Lüß erwähnt. Nach diesem Forst Lüß, der sich südwestlich des Ortes befindet, ist Unterlüß wohl benannt.Bis 1910 hieß lediglich die Bahnstation Unterlüß, die Siedlung trug den Namen „Siedenholz“. 1909 beantragte die Gemeindeversammlung beim Preußischen König, die Siedlung in Unterlüß umzubenennen. Der König genehmigte den Antrag, und seit dem 2. Februar 1910 führt die Gemeinde offiziell den Namen Unterlüß
https://de.wikipedia.org/wiki/Unterl%C3%BC%C3%9F
Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht wurde das Werk ab 1934 erweitert. Rheinmetall und Borsig wurden verstaatlicht und fusionierten zu Rheinmetall-Borsig. Im heutigen Ortsteil Hohenrieth (1942 eingemeindet) wurde 1936 eine Werkssiedlung errichtet. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden polnische Zwangsarbeiter im Rheinmetall-Borsig-Werk eingesetzt, nach 1941 auch sowjetische Zwangsarbeiter. Daran erinnert ein im Februar 2022 eingerichteter Gedenkort.In Unterlüß befand sich im Ortsteil Hohenrieth am Frauenlager I auch eine Ausländerkinder-Pflegestätte, ein Säuglingsheim mit Entbindungsstation für Zwangsarbeiterinnen. Die Kinder (in der Nazi-Terminologie: „rassisch minderwertiger Nachwuchs“) sollten, „entweder durch Abtreibung oder durch kalkulierte Vernachlässigung nach der Geburt getötet“ werden. Im Januar 1945 war es mit 47 Kindern, darunter zwölf über Einjährigen, belegt. Die Todesfälle lassen sich den einzelnen Lagern nicht zuordnen. In Unterlüß sind 59 Geburten und 40 Todesfälle sowjetischer Kinder registriert; bei den polnischen Kindern kamen 16 Todesfälle auf 61 Geburten.1944 wurden ungarische Jüdinnen durch Rheinmetall-Borsig in einem Außenlager Unterlüß des KZ Bergen-Belsen in der Produktion beschäftigt. Nach Kriegsende 1945 wurde der Ort von den Briten besetzt und die teilweise zerstörten Werksanlagen sowie die Werkssiedlungen wurden beschlagnahmt. Im Ort existierten etwa zwanzig Barackenlager für mehr als 4000 ausländische Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene (etwa 2500 Polen, 1000 Sowjetbürger, 500 Jugoslawen und 1000 aus anderen Ländern).
Täter und Mitläufer 1933-1945
SS-Unterscharführer
Wilks Martin
* 06..07.1916 in Dräszen
letzter bekannter Wohnort: Unterlüß
23.10.1941 - 00.01.1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz