SS-Unterscharführer

* 06..07.1916 in Dräszen (der Ort konnte bisher nicht eindeutig ermittelt werden)
letzter bekannter Wohnort:
Unterlüß

Volksdeutscher aus Litauen

bis 00.02.2941
Dienst in der itauischen Armee

Umsiedlerlager, in Zdunska Wola..

Umsiedlerlager in Deutsch-Krone

Umsiedlerlager, in Schneidemühl.
(gemustert, auf Wehrtauglichkeit untersucht und dann zur Waffen-SS eingezogen)

ab 23.10.1941 - 00.01.1945
Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Auschwitz
((6. Kompanie zur Ausbildung, bis Anfang Januar..Dann bin ich zum SS-Revier gekommen.)

Bin während der Ausbildungszeit schon bei der 6. Kompanie in die Schreibstube gekommen als Rechnungsführer. Dort habe ich die erste Ausbildung als Rechnungsführer bekommen und bin von dort aus ins SS-Revier, Dienststelle SS-Standortarzt, versetzt worden.

Aufgaben als Rechnungsführer:
ch habe die Auszahlung des Wehrsoldes gehabt, die Berechnung der Reisekosten, die Verpflegung für die SS Staffel, so nannte die sich damals, und auch für die Kranken, die im SS Revier lagen.

1942
Aussage Wilks (Vergasung)
Ich habe gesehen wie Leute in dem Kleinen Krematorium vergast worden sind
ch nehme an, das war das Jahr 1942. Ich glaube, es war das Jahr 1942. Dann kam der Befehl hier in unsere Schreibstube. Ich hatte eine Stube für mich. Es kam der Befehl durch: »Gardinen zuziehen, alles vom Fenster weg!« Und ich habe die Gardinen zugezogen und bin vom Fenster weggegangen, war aber trotzdem neugierig, weshalb der Befehl. Das war das erste Mal, daß so was durchkam. Und da bin ich ans Fenster wieder rangegangen, als ich merkte, daß die Luft rein war, und habe die Gardinen etwas zurückgezogen und konnte sehen, daß auf dem Bunker einige Leute eilends etwas aus der Büchse leerten
Die Leute, die oben waren, es waren zwei, vielleicht drei, ich kann es heute nicht mehr sagen, hatten Gasmasken auf und waren sehr eilends. Ich habe nur ganz kurz geschaut, dann habe ich mir ein Bild machen können, was das eventuell bedeuten könnte.

ch bin dann zurückgegangen. Das bedeutete, daß hier Menschen getötet worden sind. Es wurde nach dem gesagt, es sollen angeblich russische Soldaten oder, besser gesagt, Kommissare gewesen sein. So wurde das gesagt

Ich habe nur einmal hingeschaut, weil der Befehl kam, man sollte nicht ans Fenster ran. Als ich dann die Schwere des Verbrechens sah, bin ich nicht mehr ans Fenster gegangen. Ich habe mir gleich denken können, was da los ist

Dienstplan
Ein Dienstplan lag bei Doktor Wirths und ein Dienstplan beim Spieß. (
Wilhelmy)

Häftlinge totgeschlagen
Aussage Wilks nach 1945
ch habe es gesehen. Ich habe sehr viele Tote gesehen. Zuerst sind wir untergebracht worden in einem = das war ein Lager gewesen, ein polnisches, möchte ich sagen. Ein Lager. Und da mußten wir, wenn wir zur Küche gingen, vorbei an einer Kiesgrube. Und da hat dieses Strafkommando gearbeitet. Und da sahen wir tagtäglich, wie die Leute vom Strafkommando da erschlagen herumlagen.
Das direkt habe ich nicht gesehen. Die Leute, die SS Leute, die beim Strafkommando tätig waren, die kannte ich ja nicht. Unter anderem konnten wir von unserem Bau sehen, daß sich an dieser Tötung sogar auch Häftlinge, die in ihrer gestreiften Uniform waren, beteiligt haben.

vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz
(Personal der Abteilung Sanitätswesen im KL Auschwitz)

15.07.1943
Beförderung zum SS-Unterscharführer

Sommer 1943
ein SS Angehöriger wird von Auschwitz vom Zigeunerlager aus nach Sankt Nikolai überwiesen (Wegen einer Kopfverletzung)

Auschwitz, 1. September 1943
Standortbefehl Nr. 36/43
SS-Uscha. Martin Wilks,
Besuch der Ehefrau vom 6.9.-15.9.43
Wohnung: vom 6.9-8.9.43 Haus der Waffen-SS,
vom 9.9.-15.9.43 Rajsko Nr. 758 bei SS-Strm. Tost.

00.01.1945
Angehöriger der Lagermannschaft im KLNordhausen-Oranienburg (Hamburg-Neuengamme)

oo.05.1945
amerikanische Gefangenschaft

Dezember 1945.
ändert seinen Namen, diesen Namen hat er geführt, bis er sich selbst bei der Staatsanwaltschaft in Celle angezeigt hat (wegen falscher Namensführung mit 100 Mark Geldstrafe bestraft)

nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft war er in verschiedenen Arbeiten tätig und ist schließlich bei der Gemeindeverwaltung in Unterlüß als Verwaltungsangestellter geblieben.(Ein Jahr lang)

07.06.1961
polizeiliche Vernehmung vom 07.06.1961 in Unterlüß, Krs. Celle

21.08.1962
Richterliche Vernehmung vom 21.08.1962 in Celle

21.08.1964
Vernehmung des Zeugen Martin Wilks

Aussage Martin Wilks
Unser Spieß Wilhelmy war von Anfang an im SS Revier, ist dann weggekommen. Und ich möchte sagen, in dieser Zeit; Ich weiß nicht mehr genau, wann Wilhelmy von uns zur Landwirtschaft rüberwechselte, ob damals schon Transporte kamen, also Transporte in diesen Massen für die Vernichtung

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main
90. Verhandlungstag, 17.9.1964
Vernehmung des Zeugen Martin Wilks

im ersten Frankfurter Auschwitzprozess berichtete der ehemalige polnische Häftling Edward Pys von einem Gaskammermord im Alten Krematorium, den er im Sommer oder Herbst 1942 im Verborgenen von einem Fenster seiner Arbeitsstelle aus beobachten konnte. Nachdem zwei mit Planen bespannte Lastwagen vor dem alten Krematorium vorgefahren waren, wurden männliche sowie weibliche Personen in Zivilkleidung in das Gebäude verbracht. Koch und Theuer stiegen mit Gasmasken ausgestattet auf das Dach des Gebäudes und füllten das Zyklon B in die dafür vorgesehenen Öffnungen ein. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Motor eines vor dem Gebäude stehenden Wagens für eine Viertelstunde angelassen, um das Schreien der Mordopfer zu überdecken, was aber laut Pys nicht gelang. Pys „hörte geradezu tierische Schreie, die nichts Menschliches mehr an sich hatten. Wenn ich nicht gewußt hätte, daß sich Menschen in dem Krematorium befanden, hätte ich niemals geglaubt, daß diese Schreie von Menschen herrührten. Diese fürchterlichen Schreie dauerten ein paar Minuten“
Der Rechnungsführer beim Standortarzt, Martin Wilks, der seine Unterkunft in Auschwitz mit Hans Koch teilte, sagte ebenfalls als Zeuge im Frankfurter Auschwitzprozess aus, dass diesem seine Tätigkeit Spaß gemacht habe und er „sich damit rühmte, was er für ein guter Deutscher war“. Koch habe oft gesagt, die Vergasung „wäre nicht so schlimm“ für die Opfer.Derart belastende Aussagen über Koch waren kurz nach Kriegsende vermutlich noch nicht bekannt. Daher wurde er als Angeklagter im Krakauer Auschwitzprozess am 22. Dezember 1947 anders als viele Mitangeklagte nicht zum Tode, sondern zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Im Urteil wurde vermerkt, dass Koch während seiner Dienstzeit oftmals morgens unter Müdigkeit litt, „da er die ganze Nacht Häftlinge [habe] vergasen“ müssen

Ghetto
Zdunska Wola

Vater
Wilks Martin
✶ 08.12.1886 in Draeszen
† 01.02.1929 in Draeszen
15.12.1910 Wirtssohn in Draeszen
15.12.1910 Wirtssohn in Draeszen
Erklärt, dass er seine Vaterschaft zu dem Christof Pawils, Sohn seiner jetzigen Ehefrau, anerkenne.
19.07.1911 Landwirt in Draeszen
15.01.1912 Besitzer in Draeszen
22.09.1912 Besitzer witwer in Dräszen
26.04.1914 Besitzer in Dittauen
27.05.1915 Besitzer in Draeszen
06.07.1916 Besitzer in Draeszen
05.11.1919 Besitzer in Draeszen
05.09.1920 Besitzer in Draeszen
26.10.1921 Besitzer in Draeszen
02.11.1923 Besitzer in Draeszen
24.02.1925 Besitzer in Draeszen
16.02.1928 Besitzer in Draeszen
01.02.1929 Besitzer in Draeszen
Trauzeuge 1919 bei Mickel Wilks oo Anne Matzas

Mutter
Schaknies Anna
26.04.1914 Besitzerfrau in Dittauen
27.05.1915 Besitzerfrau in Draeszen
06.07.1916 Besitzerfrau in Draeszen
05.09.1920 Besitzerfrau in Draeszen
26.10.1921 Besitzerfrau in Draeszen
02.11.1923 Besitzerfrau in Draeszen
24.02.1925 Besitzerfrau in Draeszen
16.02.1928 Besitzerfrau in Draeszen
02.02.1929 Besitzerfrau in Draeszen

Bruder
Wilks Johann
✶ 26.04.1914 in Dittauen

Bruder
Wilks Wilhelm
✶ 27.05.1915 in Draeszen

Schwester
Wilks Helene
✶ 05.09.1920 in Draeszen
nach 1945 in Dräszen

Bruder
Wilks Heinrich
✶ 26.10.1921 in Draeszen

Bruder
Wilks Walter Christoph
✶ 02.11.1923 in Draeszen

Wilks Michel Max
✶ 24.02.1925 in Draeszen
† 13.03.1925 in Draeszen