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übersicht

Polen, Woiwodschaft Schlesien, Kreisfreie Stadt Gleiwitz (Gliwice)

Stadtteile:
Bojków (Schönwald), Brzezinka, Czechowice (Schechowitz), Kopernik, Ligota Zabrska (Ellguth Zabrze), Łabędy (Laband), Obrońców Pokoju, Ostropa (Ostroppa), Politechnika (Technische Universität), Sikornik, Sośnica (Sossnitza), Stare Gliwice (Alt-Gleiwitz), Szobiszowice (Petersdorf), Śródmieście (Innenstadt), Trynek (Trinneck), Wilcze Gardło (Eichenkamp-Siedlung), Wojska Polskiego, Wójtowa Wieś (Richtersdorf), Zatorze, Żerniki (Zernik).

Nachbargemeinden:
Gierałtowice, Pilchowice, Rudziniec, Sośnicowice, Knurów, Pyskowice, Zbrosławice und Zabrze.

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Unterscharführer
Czernek (Jakob) Max
* 23.12.1900 in Gleiwitz
† 13.05.1981 in Bad Bentheim
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz

SS-Sturmscharführer
Dewald Max
* 31.08.1896 in Gleiwitz
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Unterscharführer
Holz Max
* 16.05.1910 in Gleiwitz
† 1963 vom AG Coburg für tot erklärt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

Lager und Haftstätten 1933-1945

Konzentrationslager Auschwitz (Außenlager Gleiwitz I)
Reichsbahn (Reichsbahnausbesserungswerk)

Konzentrationslager Auschwitz (
Außenlager Gleiwitz II)
Deutsche Gasrußwerke GmbH (DGW) (Degussa AG)

Konzentrationslager Auschwitz (
Außenlager Gleiwitz III)
Zieleniewski-Maschinen- und Waggonbau GmbH, Krakau

Konzentrationslager Auschwitz (
Außenlager Gleiwitz IV)
Organisation Todt

Konzentrationslager Auschwitz (
Kommando Gliwice-Sosnica)
SS-Interessengebiet Auschwitz

Zwangsarbeiter bei
(Vereinigte
Oberschlesische Hüttenwerke Aktiengesellschaft)

20.03.1921

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 musste die Bevölkerung entscheiden, ob sie zu Polen oder Deutschland gehören wollte. 32.029 Wahlberechtigte (78,7 % der abgegebenen Stimmen) stimmten für einen Verbleib bei Deutschland, 8558 für Polen (21,0 %). 113 Stimmen (0,3 %) waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 97,0 %.

09.04.1922

15 französische Soldaten kommen in der oberschlesischen Stadt Gleiwitz (Gliwice) bei einer Explosion ums Leben, als sie in einem Gebäude nach versteckten Waffen suchten.

18.04.1922

In Gleiwitz (Gliwice) erschießt ein unerkannt bleibender Mann einen Stadtverordneten und Führer der polnischen Partei Oberschlesiens. Über Gleiwitz und Umgebung wird daraufhin der Belagerungszustand verhängt.

31.08.1939

Am 31. August 1939 war der Sender Gleiwitz Ziel eines vorgetäuschten Überfalls. Hitler sprach in seiner Rede vom 1. September 1939 jedoch nicht ausdrücklich davon, sondern allgemein von 14 Grenzzwischenfällen, die sich in der Nacht ereignet hätten.

05.09.1941

Mit diesem Transport werden 5 "Erziehungshäftlinge" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte auf Weisung der Gestapo aus Kattowitz. Nach der Übernahme ins KL erhielten die 5 Übernommenen "Erziehungshäftlinge" die Häftlingsnummern 20510 - 20514.

20.10.1941

Mit diesem Transport werden ? "Häftlinge" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte auf Weisung der Gestapo aus Kattowitz. Nach der Übernahme ins KL erhielt 1 Übernommener "Häftling" die Häftlingsnummer 21864

31.10.1941

Mit diesem Transport werden 12 "Erziehungshäftlinge" aus Sosnowitz, Gleiwitz u. Rybnik ins KL Auschwitz deportiert. Die Einweisung erfolgte durch die Gestapo Kattowitz. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die 12 Übernommenen "Erziehungshäftlinge" die Häftlingsnummern 22359 - 22364 u. 22388 - 22393

14.11.1941

Mit diesem Transport werden 27 "Erziehungshäftlinge" aus Bielitz, Beuthen u. Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert. Die "Erziehungshäftlinge" waren von der Stapoleitstelle Kattowitz eingewiesen worden. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 27 Übernommene "Erziehungshäftlinge" die Häftlingsnummern 22658 - 22684

20.11.1941

Mit diesem Transport werden 2 "Häftlinge" aus Bielitz u. Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert. Es handelt sich um 1 jüdischen Häftling u. 1 Erziehungshäftling. Die Einweisung erfolgte durch die Stapoleitstelle Kattowitz. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 2 Übernommene "Häftlinge" die Häftlingsnummern 22738 u. 22739

05.12.1941

Mit diesem Transport werden 22 "Erziehungshäftlinge" aus Sosnowitz, Gleiwitz u. Beuthen ins KL Auschwitz deportiert. Die "Erziehungshäftlinge" wurden von der Stapoleitstelle Kattowitz eingewiesen. Nach der Übernahme ins Lager erhalten 22 Übernommene "Erziehungshäftlinge" die Häftlingsnummern 23690 - 23708 u. 23710, 23727, 23728

16.05.1942

Mit diesem Transport werden 54 "Juden" aus Gleiwitz ("Judenhäuser" Oberwallstr. 14 und Bahnhofstr. 4. in Gleiwitz) ins KL Auschwitz deportiert

20.05.1942

Mit diesem Transport werden 167 "Juden u. unerwünschte Elemente aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert

28.05.1942

Mit diesem Transport werden 145 "Juden u. unerwünschte Elemente" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert

08.06.1942

Mit diesem Transport werden 33 "Häftlinge" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert

23.06.1942

Mit diesem Transport werden 116 "Häftlinge" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert

29.06.1942

Mit diesem Transport werden 57 "Häftlinge" aus Gleiwitz ins KL Auschwitz deportiert

23.01.1945

Die Russen sind über Gleiwitz, am 23.01.1945 gegen 14:00 Uhr gekommen. Der Hass hat sich dort entladen. In Gleiwitz haben die Sowjets gewütet wie die Wilden. Vergewaltigt wurde alles, was weiblich war: Kind, Mädchen, Frau, Greisin. Die Vergewaltigten sollten sich in den Krankenhäusern melden, dort wurden spezielle Dienste eingerichtet. Es gab Scheiden-Spülungen, sie konnten so den Sowjet-Schmutz aus dem Körper waschen. Eine "postkoitale Empfängnisverhütung". Die Mädchen hatten schlimme Verletzungen erlitten. Viele haben diese schlimmen Vergewaltigungen nicht überlebt. Es wird von einem Mädchen berichtet, das 128 Mal vergewaltigt worden ist. Die Sowjets standen Schlange, wobei die ungeduldigen, den, der dran war an der Hose zogen: "Mach´ mal, ich will auch noch". Nach dem 15 Russen ist sie ohnmächtig geworden. Die Familienmitglieder haben gezählt, wie oft sich die Russen bedient haben.

Am Dienstag, dem 23. Januar 1945, zogen Russen, aus dem nordwestlichen Teil des oberschlesischen Gleiwitz kommend, die Stadtwaldstraße entlang, zur Bergwerkstraße hin. Von dort marschierten sie in Richtung Hindenburg.
In Hindenburg musste erst die Potenz der Russen aufgeladen werden.
In Hindenburg, in den südlichen Vororten, wurde alles, was sich auf den Strassen befand erschossen. Das Zentrum der Stadt Hindenburg wurde zunächst nicht besetzt, die Sowjet-Armee zog weiter in Richtung Hindenburg-Südost. Dort stand der Rest der 17. Armee die heftigen Widerstand leistete. Die Brutalität, die in Gleiwitz gezeigt wurde, wurde später in Hindenburg noch übertroffen. Es wurde Vergewaltigt, Gemordet und Geplündert. Tausende Hindenburger Männer (16 bis 60 Jahre alt) wurden eingefangen und zu Zwangsarbeit verschleppt.

In den ersten Tagen der Besetzung herrschte chaotisches Durcheinander, Angst und Ungewißheit. Aus einem Befehl der russischen Kommandantur vom 31. Januar 1945 ging hervor, daß sich alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren zwecks Registrierung zu melden hätten,

Die Geschichte von Günther Nowack
Günther Nowack HJ 16 Jahre
Ritterkreuz am 14.Feb. 1945 für die Vernichtung von 9! Russischen Panzern innerhalb 2 Stunden am 23-Jan-1945 ,auf der Straße zwischen Hindenburg und Gleiwitz. Er ging verwundet in Russische Gefangenschaft

"Nowak, Günther, Hitlerjunge, Verleihung am 14. Februar 1945 für Tat in Hindenburg (Oberschlesien), bisher immer als jüngster Ritterkreuzträger der Wehrmacht dargestellt, hat in Wirklichkeit nie existiert.

Ein fahnenflüchtiger Volkssturm-Bataillonsführer war aufgegriffen worden und gab - aus Angst vor Strafe - an, er kämen eben aus Oberschlesien, wo er noch nach dem Abzug der Wehrmacht 5 Panzer abgeschossen habe. Er wurde daraufhin zum Gaupropagandaleiter gebracht und so geehrt, daß er Angst bekam und deshalb seine Tat "verkleinern" wollte, indem er einen Hitlerjungen Nowak erfand, der 11 Panzer nach dem Abzug der Wehrmacht abgeschossen habe, den er mit zurückgebracht habe.
Dies wurde bei der Gauleitung in Ziegenhals in einem Bericht an Reichsleiter Bormann mit Fernschreiber gegeben, worauf innerhalb von 24 Stunden dem fahnenflüchtigen Volkssturm-Bataillonsführer Sachs das Deutsche Kreuz in Gold und dem von ihm erfundenen Hitlerjungen Nowak das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes direkt verliehen wurde. Dies alles "beichtete" der Standartenführer Vogel von der Gauleitung, nachdem er vom Armeestab fast 4 Wochen gedrängt wurde, endlich Nowak zur Aushändigung des Ritterkreuzes zum Armeestab zu bringen."

06.08.1945

Am 6. August 1945 begann offiziell die Vertreibung der örtlichen deutschen Bevölkerung in die Britische Besatzungszone. Der größte Teil der deutschen Bevölkerung der Stadt wurde aufgrund der Bierut-Dekrete vertrieben.

01.01.1999

Seit dem 1. Januar 1999 liegt Gliwice in der Woiwodschaft Schlesien und erhielt durch die Verwaltungsreform den Status einer kreisfreien Stadt.