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Übersicht

Deutschland, Bundesland Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreisfreie Stadt Darmstadt

Stadtteile:
Darmstadt-Mitte, Darmstadt-Nord, Darmstadt-Ost, Darmstadt-West, Arheilgen, Eberstadt, Wixhausen, Kranichstein.

Nachbargemeinden:
Egelsbach, Langen, Dreieich, Messel, Groß-Zimmern, Roßdorf, Ober-Ramstadt, Mühltal, Seeheim-Jugenheim, Pfungstadt, Griesheim, Weiterstadt, und Erzhausen

18.03.1919

Aus Darmstadt wird gemeldet, das der hessische Großherzog Ernst Ludwig offiziell auf den Thron verzichtet hat.

30.04.1919

Die hessische Volkskammer in Darmstadt billigt die Vereinbarungen mit dem ehemaligen Großherzog Ernst Ludwig und dem hessischen Volksstaat. Ernst Ludwig erhält jährlich 440 000 Mark und eine Abfindungssumme von 10,9 Millionen Mark sowie das Jagdschloss Wolfsgarten, Schloss Rumrod und das Dominialgrundstück von Schloss Kranichstein. Das Neue Palais in Darmstadt ist Privateigentum des ehemaligen Großherzogs, das Hoftheater geht an den hessischen Staat über.

06.04.1920

Als Protest gegen den Einmarsch von Reichswehrtruppen in die entmilitarisierte ostrheinische Zone werden Einheiten der französischen Armee in die Städte Frankfurt, Darmstadt, Hanau und Dieburg verlegt. Am 7. April wird auch Homburg besetzt.

11.11.1938

Darmstadt, den 11. November 1938

An SA-Gruppe Kurpfalz, Mannheim

Am 10.11.1938, 3 Uhr erreichte mich folgender Befehl:
„Auf Befehl des Gruppenführers sind sofort innerhalb der Brigade 50 sämtliche jüdischen Synagogen zu sprengen oder in Brand zu setzen. Nebenhäuser, die von arischer Bevölkerung bewohnt werden, dürfen nicht beschädigt werden. Die Aktion ist in Zivil auszuführen. Meutereien oder Plünderungen sind zu unterbinden. Vollzugsmeldung bis 8.30 Uhr an Brigadeführer oder Dienststelle.“

Der Führer der Brigade 50 (Starkenburg)

20.02.1940

Johanna Simon bittet die Israelitische Kultusgemeinde in Darmstadt, sie weiterhin für ihre Tätigkeit in der Notstandsküche zu entschädigen

27.05.1940

Bericht der Kripo Darmstadt über die Vorbereitung einer Deportation von „Zigeunern“ aus Asperg

Der Schnellbrief des RFSSuChdDtPol. im RMdI. vom 27.4. 1940 ging am 6. 5. 1940 mit Ihrem oben angeführten Schreiben hier ein. Nach Eingang des fraglichen Schreibens fand sofort eine Dienstbesprechung statt, nach deren Beendigung umgehend die notwendigen Sofortmaßnahmen eingeleitet wurden.

An Hand des vorhandenen Zigeunermaterials wurde festgestellt, daß in den Städten Mainz, Ingelheirn und Worms mindestens 200 Zigeuner erfaßt werden konnten, auf die die Voraussetzungen für die Abschiebung zutreffen. Da jedoch damit zu rechnen war, daß eine Reihe von Personen unter die in dem Erlaß vorgesehenen Ausnahmebestimmungen fallen, wurde es erforderlich, auch verschiedene rechtsrheinische Orte aufzusuchen, um hier die erforderliche Personenzahl für einen evtl. Ausfall
nahmhaft zu machen.

Am 7. 5. 1940 fand eine Dienstfahrt nach Groß-Gerau, Mainz, Ingelheim, Worms und Lorsch statt.
Hierbei wurde die Angelegenheit mit den Sachbearbeitern und Dienststellenleitern eingehend besprochen. Bei der ersten Besprechung ergab sich, daß die Kripo Mainz 88 und Worms 92 Zigeuner ohne nähere Nachprüfung für die Umsiedlung namhaft machen konnte. In Ingelheim ergaben sich bei der Sippe Kuhl-Dupont dahin Bedenken, weil die Erfassungsbogen noch nicht vorgelegt worden waren.
(Wegen mangelhafter Ausfüllung mußten die Erfassungsbogen wiederholt an die Ortspolizei in Ingelheim zurückgereicht werden). Der Erlaß sagt bei der Bestimmung des Personenkreises, daß Zigeuner und Zigeunermischlinge abgeschoben werden, die erfaßt und gemeldet wurden. Beides trifft für die in Ingelheim ansässigen Zigeuner zu, so daß sie für die Umsiedlung in Frage kommen, soweit nicht die Ausnahmebestimmungen für sie Platz greifen.

Die zweite Vorbesprechung mit den Sachbearbeitern in Mainz, Ingelheim und Worms fand am 10.5.1940 statt.

Beim Aufstellen der Listen machte sich das Fehlen des rassebiologischen Untersuchungsergebnisses vom Reichsgesundheitsamt stark bemerkbar, denn ohne diese Unterlagen war es sehr schwierig zu sagen, wer von den in Betracht kommenden Personen als Zigeuner, Zigeunermischling oder als Landfahrer angesprochen werden muß. Trotz des Fehlens der vorerwähnten Unterlagen wurden die geforderten Listen von den einzelnen Dienststellen nach sorgfältigster Prüfung aufgestellt und Ihnen mit Schreiben vom 11. 5. 1940 zugeleitet. Nach den vorgelegten Listen meldeten
die Kripo Mainz 99 Personen
die Kripo Worms 81 Personen
die Ortspolizeibehörde Ingelheim 15 Personen

zusammen 195 Personen

Lager und Haftstätten 1933-1945

Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof (Dr. Ing. H. Heymann, Darmstadt, Werk Auerbach)
IX. SS-Baubrigade, dem Konzentrationslager Sachsenhausen unterstellt
Judenhaus Mauerstraße 20

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Obersturmbannführer
Best Werner (Karl Rudolf) Dr.
* 10.07.1903 in Darmstadt
† 23.06.1989 in Mülheim an der Ruhr
vor 1945 Mitarbeiter im RSHA, Kriegsverwaltungschef beim Militärbefehlshaber in Frankreich u. Bevollmächtigter des Reiches in Dänemark

SA-Rottenführer
Emil Vollert
* 21.10.1884 in Darmstadt
+ 28.07.1964 in Stadtlohn
vor 1945 Direktor der Luisenschule in Mülheim

SS-Unterscharführer
Häuser Jacob
* 30.10.1893 in Darmstadt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Unterscharführer
Heppert Willi
* 02.10.1920 in Darmstadt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Schütze
Hubert Franz
* 09.03.1909 in Deronje (Dornau)
letzter bekannter Wohnort: Darmstadt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Monowitz, NL Golleschau, NL Eintrachthütte u. NL Neu-Dachs

SS-Sturmbannführer
Jöckel Walter
* in Damstadt
† 11.03.1992
vor 1945 Kr Pz Gr Brig 51 (Massaker in Buchères)

dt. NS Jurist
Keppel Otto
* 01.12.1908
vor 1945 Oberkriegsgerichtsrat in der Wehrmacht
05.10.1945 - 1954 Staatsanwalt in Darmstadt

SS-Obersturmführer
Möser Hans (Karl)
* 07.04.1906 in Darmstadt
† 26.11.1948 in Landsberg (gehängt)
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im Sonderlager Hinzert, KL Neuengamme, KL Auschwitz, KL Monowitz u. KL Dora-Mittelbau

SS-Rottenführer
Neu Otto
* 24.10.1902 in Freudenthal bei Wabern
† 17.06.1979 in Darmstadt
ab 00.06.1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Unterscharführer
Paschke Werner (Ewald Fritz)
* 12.02.1920 in Freital
† 23.07.1978 in Darmstadt
ab 30.09.1940 Angehörige der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Untersturmführer
Stark Hans
* 14.06.1921 Darmstadt
+ 29.03.1991 Darmstadt
vor 1945 Angehöriger der Lagermanschaft im KL Auschwitz
nach 1945 Fachberater bei Shell Agrar GmbH in Darmstadt

von den Heyden Karl (Wilhelm)
* 18.10.1887 in Darmstadt
ab Sommer 1944 Aufsicht Postamt 2 am Bahnhof Auschwitz