Funktionshäftling

letzter bekannter Wohnort: Berlin
† 28.07.1941

Beruf: Friseur

Charakter
Dick, untersetzt, von starkem Körperbau, war imstande, einen Häftling umzubringen, indem er seinen Kopf mit einem Faustschlag an der Mauer zertrümmerte.

vor seiner Einweisung ins KZ wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

am 29. August 1940 mit einem
Transport von 100 deutschen politischen und so genannten asozialen Kriminellen aus dem KL Sachsenhausen ins KL Auschwitz überstellt. (Auschwitz Häftlingsnummer 3210)

Der für die Strafkompanie zuständige Kapo Krankemann ist auch gleichzeitig Kapo für das Kommando Straßenbau.

Unter seiner Aufsicht beginnen die Häftlinge der Strafkompanie, die vor eine Straßenwalze von ca. zwei Meter Durchmesser gespannt sind, mit dem Feststampfen der Straßen und des Appellplatzes im Lager. Krankemann ermordet viele Häftlinge. Eine der von ihm angewandten Tötungsarten ist das Erwürgen, wobei er mit dem Fuß auf einen Stock tritt, der dem zu Boden geworfenen Häftling den Hals zuschnürt. In anderen Fällen verpaßt er mit den Stiefeln Fußtritte in die Brust oder läßt Häftlinge in die gestanzte Erde eindrücken.

Viele der SS-Männer mochten ihn nicht, aber er hatte zwei mächtige Gönner: Karl Fritzsch, den stellvertretenden Lagerkommandanten, und Gerhard Palitzsch, den Rapportfiihrer.

Aussage des Auschwitz Häftlings Bieleckig Jerzy
Als ich ihn das erste Mal sah, walzten sie den Platz zwischen den zwei Blocks, und weil die Walze so schwer war, konnten die zwanzig oder fünfundzwanzig Männer der Einheit sie nicht ziehen. Krankemann hatte eine Peitsche und schlug auf sie ein. "Schneller, ihr Hunde!", rief er. Ich sah, daß die Gefangenen den ganzen Tag ohne Unterbrechung den Platz walzen mußten. Gegen Abend brach einer von ihnen zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. Krankemann befahl den anderen aus dem Strafkommando, die riesige Walze über ihren anderen aus dem Strafkommando, die riesige Walze über ihren daliegenden Kameraden hinwegzuziehen. »Ich war es gewöhnt, Tod und Prügelstrafen zu sehen«, »aber was ich da sah, ließ mich erstarren. Mir wurde eiskalt.«

Aussage von Auschwitz Häftlingen:
Zwei Stunden vor dem Frühappell habe er seine Strafkompanie vor dem Block antreten und in Kniebeuge bis zum Appell verbringen lassen. Im Block 11 gab es bei der Strafkompanie fast täglich mehrere Tote. Als Kapo des Kommandos Straßenbau, habe er auf der Deichsel einer großen Walze sitzend, von morgens bis abends vor diese Walze gespannte Priester antrieb. Wer zu Boden gefallen sei, sei überrollt worden.

28.07.1941
Auf Anordnung von Horst Schumann wurde er in die NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein geschickt und wurde vermutlich auf dem Transport dorthin von Häftlingen erhängt. (Wahrscheinlich ist er dort jedoch nie angekommen, denn er wurde im Eisenbahnwaggon von Häftlingen, die auf diese Weise den Tod seiner Opfer rächen wollten, erhängt.)