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Übersicht

Litauen, Bezirk Taurage

Jonikaten befindet sich in der Rajongemeinde Pagėgiai (Bezirk Tauragė) im Südwesten Litauens, nahe den Dörfern Dinkiai und Sūdėnai. Die Region ist ländlich geprägt.

Die Ortschaft ist sehr klein und hat etwa 65 Einwohner.

Vor 1920 und erneut von 1939 bis 1945 gehörte der Ort zum Deutschen Reich (Kreis Tilsit-Ragnit). Er war ursprünglich landwirtschaftlich geprägt und verfügte unter anderem über eine frühere Oberförsterei (Dingken).Wetter:

in der Nähe des Gutes Jonikaten wurden am 11. Oktober 1944 zehn gefallene deutsche Soldaten beerdigt. Kęstutis Zdanevičius, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die alten Gemeindefriedhöfe im Memelland zu fotografieren und zu dokumentieren, hat sich im Juni 2021 dieser verwahrlosten und fast zugewachsenen Grabstätte angenommen. In bemerkenswerter Eigeninitiative fertigte er ein Betonkreuz mit Inschrift an und zusammen mit fleißigen Helfern wurden Büsche gerodet und das neue Kreuz errichtet.

Die Namen der gefallenen Soldaten sind nicht bekannt. Ernst Janz, der letzte Besitzer des Gutes, schreibt in seinen Erinnerungen, daß die Familie am 9. Oktober 1944 das Gut verließ. Dort wurde ein Hauptverbandsplatz eingerichtet. Das Ehepaar Janz kam am 11. Oktober 1944 noch einmal kurzfristig und zum letzten Mal zurück nach Jonikaten und erfuhr, dass in ihrem Obstgarten zehn deutsche Soldaten, darunter zwei Offiziere und ein Jagdflieger, beerdigt worden waren.

Wegen des Anrückens der Russen erging am 2.8.1944 der Befehl zur Räumung der Gebiete nördlich der Memel. Das Vieh wurde in die Memelwiesen bei Pogegen getrieben, je zwei Familien packten einen Leiterwagen.
Nach vier Tagen wich die Front wieder zurück und die Flüchtlinge kehrten zurück, um die Ernte einzubringen.
Am 7.10.1944 kam der endgültige Befehl zur Räumung. Pferde, Schweine, Schafe und das Federvieh wurden in Freiheit gesetzt. Der Treck wurde in Richtung Tilsit in Marsch gesetzt.
Nach langer Flucht mit vielen Unterbrechungen, Plünderungen und Verlusten erreichte die Familie Janz am 30.6.1945 Lübeck und wurde letztlich in Waakhausen bei Worpswede ansässig

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Rottenführer
Wirbinski Max
* 13.08.1896 in Jonikaten
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz