07.05.1906

Hitler schickt seinem Jugend- und Duzfreund Kubizek August eine erste Ansichtskarte.
Sicherlich hat Adolf dafür ein für seine Begriffe schönes Stück Geld geopfert. Die Karte läßt sich nämlich auseinanderfalten und stellt eine Art Tryptichon dar, das eine Gesamtansicht des Karlsplatzes, mit der Karlskirche im Mittelpunkt, wiedergibt.
Wortlaut:
„Diese Karte dir sendend, muß ich mich zugleich entschuldigen, daß ich solange nichts hören lies. Ich bin also gut angekommen, und steige nun fleißig umher. Morgen gehe ich in die Oper in Tristan” übermorgen in „Fliegenden Holländer” u. s. w. Trotzdem ich alles sehr schön finde sehne ich mich wieder nach Linz. Heute ins Stadttheater. Es grüßt dich dein Freund
Adolf Hitler.”

Noch am gleichen Tage, schickt Adolf eine zweite Karte an Kubizek August ab, auf der die Bühne des Hofoperntheaters zu sehen ist.
Wortlaut:
„Nicht erhebend ist daß Innere des Palastes. Ist außen mächtige Majestät, welche dem Bau den Ernst eines Denkmales der Kunst aufdrückt, so empfindet man im Inneren eher Bewunderung, den Würde. Nur wenn die mächtigen Tonwellen durch den Raum fluten und das Säuseln des Windes dem furchtbaren Rauschen der Tonwogen weichen, dann fühlt man Erhabenheit vergißt man das Gold und den Sammt mit dem das Innere überladen ist.
Adolf H.”

Auf der Vorderseite der Karte ist der „Gruß an deine werten Eltern” beigefügt

08.05.1906

Hitler schickt seinem Jugend- und Duzfreund Kubizek August eine weitere Ansichtskarte mit der Außenansicht der Wiener Hofoper.
Auf dieser Karte schreibt er:
„Es zieht mich doch wieder zurück nach meinem lieben Linz und Urfar. Will oder muß den Benkieser wiedersehen. Was er wohl macht, also ich komme Donnerstag um 3.55 in Linz an. Wenn du Zeit hast und darfst hole mich ab. Dein Freund Adolf Hitler. Einen Gruß an Deine werten Eltern!”

Das Wort „Urfar”, in der Eile falsch geschrieben, ist unterstrichen, obwohl Adolfs Mutter damals noch in der Humboldtstraße, also gar nicht in Urfahr, wohnte.