SS-Oberscharführer
* 02.09.1910 in Forbach (Moselle)
† 29.03.1945 bei Steinfischbach
Vater: Oberkellner
Ehefrau:
Willhaus Elisabeth verw. Willhaus (geb, Riedel )
* 17.11.1913
verheiratet mit Willhaus Elisabeth verw. Willhaus (geb, Riedel geb 17.11.1913) Tochter Heike
(Liesel schoss am liebsten nachmittags. Wenn Gäste zu Kaffee und Kuchen da waren. Mit der Pistole. Noch lieber mit dem Flobert-Gewehr, das eigentlich dafür gedacht war, die Kaninchen im Vorgarten zu erledigen. Wenn Liesel Willhaus traf, applaudierte die Tochter von Liesel und Gustav Willhaus.)
(Ehefrau von Gustav Willhaus dem Lagerkommandanten des KZ Lemberg. Sie wurde nie verurteilt, da die Klage aufgrund von Mangel an Beweisen eingestellt wurde)
nach Abschluss der Volksschule Lehre als Bauschlosser
1924 - 1928
Mitglied der SA
1928 - 1929
Auslandsaufenthalt in Frankreich
1929 - 1930
Mitglied der HJ
ab Sommer 1932
Mitglied der NSDAP (Mitglieds Nu. 292.965)
ab Sommer 1932
Mitglied der Allgemeinen SS (Mitglieds Nu. 40.675)
(In einer Straßenschlacht erlitt er beträchtliche Verletzungen, die einen längeren Krankenhausaufenthalt notwendig machten.)
1935
Willhaus wur Vertriebsleiter der nationalsozialistischen Zeitung Westmark.
(Diese Beschäftigung übte er trotz seiner gravierenden Rechtschreibschwäche aus – in manchen Berichten wird er als Analphabet bezeichnet.)
11.07.1935
Gustav Willhaus und Liesel R. hatten ihren Heiratsantrag am 11. Juli 1935 beim Rasse- und Siedlungshauptamt-SS gestellt. In ihrem Lebenslauf schilderte sie ihrem beruflichen Werdegang: So war sie drei Saisonjahre (von Februar bis September) Lehrling auf einer Geflü-
gelfarm, besuchte danach einen achtmonatigen Handelsschulkursus, arbeitete in einer Schnellgaststätte als Kochlehrerfräulein und in einem Büro als Kontoristin. Zum Zeitpunkt ihres Heiratsgesuches war sie bei der Zeitung «NSZ-Rheinfront» angestellt.
1935
1935 hatte das Rasse- und Siedlungshauptamt-SS in einem besorgten Brief an den Führer der 85. SS-Standarte in Cottbus/Niederlausitz geschrieben, Willhaus habe in seinem Heiratsgesuch erklärt, er beabsichtige eine katholische Trauung, da die zu-künftige Braut katholischer Konfession sei. Der Führer der SS-Standarte wurde ermahnt: «Es ist streng vertraulich zu veranlassen, dass der Antragsteller darauf hin-
gewiesen wird, dass sämtliche Kinder aus der beabsichtigten Eheschliessung kathoisch erzogen werden, sodass der Antragsteller selbst die weltanschauliche Erziehung seiner Kinder völlig aus der Hand gibt. Er ist ferner darauf aufmerksam zu machen, dass der Katholizismus heute vielfach nicht nur als Religion, sondern vorallen Dingen sich als politische Organisation im Kampf gegen den Nationalsozialis-
mus betätigt. Es bedeutet daher für die nationalsozialistische Erziehung seiner Kinder eine erhöhte Gefahr, dass sie der nationalsozialistischen Weltanschauung entfremdet werden. Das Bestreben eines jeden Angehörigen der Schutzstaffel muss essein, seine spätere Familie unbedingt im Sinne der nationalsozialistiscWelchauung zu beeinflussen. Die Tatsache, dass der Antragsteller die Trauung nach einer anderen Konfession zulässt, lässt befürchten, dass er bereit ist, die weltanschauliche Führung seiner Familie aus der Hand zu geben. Nach allem, was wir über Willhaus wissen, waren die Befürchtungen des Rasse- und Siedlungshauptam-tes-SS unbegründet und der KZ-Kommandant bei weitem nicht der Einzige, der sei-nen Kindern eine hundertprozentige nationalsozialistische Erziehung angedeihen
liess.
ab 1940
Angehöriger der Waffen-SS.
ab 00 11.1941
Untersturmführer im SS-Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. Zwangsarbeitslager für Juden (DAW) Lemberg Janowska-Straße 132–134 Das Bestreben eines jeden Angehörigen der Schutzstaffel muss es
sein, seine spätere Familie unbedingt im Sinne der nationalsozialistischen Weltan-
schauung zu beeinflussen. Die Tatsache, dass der Antragsteller die Trauung nach
einer anderen Konfession zulässt, lässt befürchten, dass er bereit ist, die weltan-
schauliche Führung seiner Familie aus der Hand zu geben.»19 Nach allem, was wir
über Willhaus wissen, waren die Befürchtungen des Rasse- und Siedlungshauptam-
tes-SS unbegründet und der KZ-Kommandant bei weitem nicht der Einzige, der sei-
nen Kindern eine hundertprozentige nationalsozialistische Erziehung angedeihen
liess.
00.11.1941
Im November 1941 war SS-Untersturmführer Gustav Willhaus in das D.A.W. Lager versetzt worden, dessen Erweiterung er beaufsichtigen sollte. Er brachte, wie auch sein Chef, seine Familie mit: sein Frau Elisabeth "Liesel" und die dreijährige Tochter Heike. Er wurde gleichzeitig Vertreter Gebauers, mit dem er aber nicht auskam. Die beiden gingen sich aus dem Weg oder stritten sich vor den Häftlingen und Willhaus benannte sogar seinen Dackel nach Gebauers Vornamen Fritz.
01.03.1942
Am 1. März 1942 wurde Willhaus vom D.A.W. zum Zwangsarbeiterlager und damit zu Katzmann versetzt, der vermutlich daran mitgewirkt hatte. Leon Weliczker (später Wells) und andere Lagerinsassen vermuteten sogar (fälschlicherweise), daß Willhaus Katzmanns Schwager sei. Das gute Verhältnis zwischen Willhaus und Katzmann rührte aber wohl eher daher, daß beide das gleiche Ziel hatten, statt eines kleinen Arbeitslagers ein großes Konzentrationslager zu errichten. Das Verhältnis von Gebauer zu Willhaus war nun endgültig gestört, da letzterer für eigene Zwecke Zwangsarbeiter aus den D.A.W. in das Zwangsarbeiterlager abzog.
00.07.1942 - 00.06.1943
Kommandant des Lagers Lemberg-Janowska (von Friedrich Katzmann eingesetz)
(Sein Nachfolger als Lagerkommandant wurde Friedrich Warzok)
(Als Lagerkommandant trug Willhaus die Verantwortung für die völlig unzureichenden Zustände im Lager. Unter seiner Aufsicht wurden Zwangsarbeiter selektiert und ermordet. Dabei ließ er morgens „Probeläufe“ durchführen, bei der die Brigaden im Laufschritt die Lagerstraße entlang liefen. Manchmal wurden auf solche Weise 150 Häftlinge selektiert und anschließend umgebracht. Willhaus wird als „ausgesprochener Sadist“ geschildert, der – wie seine Frau Liesel von der Veranda seiner Dienstwohnung aus Häftlinge erschossen haben soll. Willhaus ließ ferner Kranke auf dem Appellplatz erfrieren oder in Wasserfässer stecken.
Er tötete Menschen wie ein anderer Häcksel schneidet.
(Willhaus und Rokita überboten sich förmlich in Mißhandlungen und Tötungen der Gefangenen. Nach dem Krieg berichteten diverse Überlebende des Lagers wie Simon Wiesenthal oder Leon Weliczker über die Greultaten. Auch in den Zeichnungen des Überlebenden Ochs (später Porath) finden sich zahlreiche Darstellungen der sadistischen Taten. Willhaus erschoß so z.B. vom Balkon seines Wohnhauses - in Anwesenheit von Frau und Tochter - Gefangene auf dem Appellplatz, Rokita zwang Häftlinge im Winter in Wasserfässer zu steigen und ließ sie dort erfrieren. Reihenweise erschoß er mit seinem Revolver Gefangene mit Genickschuß und verfiel dabei diverse Male in einen regelrechten Blutrausch. Nackte Frauen band er öffentlich an eine "Affenschaukel" und peitschte sie aus. Gleichzeitig brachte er jede Nacht in betrunkenem Zustand jüdische Frauen in sein Haus.)
Februar-August 1943
Korrespondenz RFSS/ Pers. Stab, SS-Personalhauptamt, Willhaus, Februar-August 1943: Zurückweisung (nicht vorhandener) Leistungsbericht SS-Untersturmführer Willhaus über den Aufbau Zwangsarbeiterlager Lemberg wegen Eigenlob, Bewerbung Willhaus um Versetzung zur Feldeinheit, 3 030-3 039; 3)
ab 10.07.1943
einer kroatischen SS-Freiwilligen-Division zugeteilt und später noch bei anderen Einheiten der Waffen-SS eingesetzt
00.08.1944
ein gegen ihn eingeleitetes Verfahren wegen Plünderung wird eingestellt.
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. Vernichtungslager Lemberg-Janowska
(Kommandant des Zwangsarbeitslagers Lemberg-Janowska)
20.08.1941
Beförderung zum SS-Oberscharführer
09,12.1858
Zentralerat von Juden in Zentraler Rat von Juden in Düsseldorf
die Frau des ehemaligen blutigen Kommandanten der Lemberg-Janowska Konzentrationslager, die in Saarbrücken lebt, eine Witwenrente als Kriegswitwe
Willhaus war einer der blutigsten Henker in der Märtyrergeschichte der Juden im Osten Galicien, Er zeichnete sich durch einen persönlichen Sadismus aus. Sein "Konto" umfasst den Tod von 70.000 Juden. Zahlreiche Überlebende der Lwiw Konzentrationslager können die Grausamkeiten, betätigen.
Er besaß eine Villa mit einer großen Terrasse in der Nähe des Appellplatzes der Konzentration Lager, vom Lager nur durch einen Doppeldrahtzaun getrennt.
In Anwesenheit seiner Frau und seiner Kinder auf der Terrasse amüsierte er sich immer wieder, indem er von diesem Ort aus auf Gefangene im Lager schoss. Wir alle kennen immer noch ein Bild davon, wie er einige Maurer (Gefangene) erschossen hat, die gearbeitet haben Gegenüber seiner Villa, einfach um seine Genauigkeit gegenüber seiner Frau und seinen Kindern zu demonstrieren.
Frau. Willhaus selbst war eine Begünstigte des Regimes, da sie Der Ehemann, selbst zu der Zeit, als das Lemberger Ghetto existierte, ließ sich Möbel, Kleidung usw. aus jüdischen Wohnungen beschlagnahmen, die das Konzentrationslager Gefangene brachten sie dann in die private Wohnung des Kommandanten.
Gustav Willhaus ruht auf der Kriegsgräberstätte in Steinfischbach .
Endgrablage: auf diesem Friedhof
Friedhof Steinfischbach (Waldems, Rheingau-Taunus-Kreis)
Auf dieser Grabstelle sind verzeichnet:
Ama, Johann * 1914, + 1945
Becker, Kurt * 1909, + 1945
Willhaus, Gustav * 1910, + 1945
