SS-Oberscharführer

* 24.12.1904 in Bickenbach
letzter bekannter Wohnort: Seeheim an der Bergstraße Albert-Schweitzer-Straße 6

Reichsdeutscher

Volksschule
Gymnasium bis zur mittleren Reife

Verheiratet

Beruf: Versicherungskammerangestellter

ab 01.04.1933
Mitglied der NSDAP

Mitglied der SA
(höchster Dienstgrad SA-Oberscharführer)

Februar 1940
Freiwillig zur Waffen-SS gemeldet

Mai 1940
zur Waffen-SS eingezogen
(Ich war bei den sogenannten weißen Jahrgängen und hatte vorher den SA-Sturm in Bickenbach geführt. Die Unterführer, die wurden im August damals oder im Juli eingezogen zur Wehrmacht für einen Kurzlehrgang. Und als dann der Krieg ausbrach, da wollte ich mir nicht nachsagen lassen: Ja, jetzt sind die Unterführer weg, und er sitzt zu Hause. Innerhalb der Partei wurde damals ein Aufruf verlesen, wonach sich all diejenigen, die sich körperlich dazu in der Lage fühlen, freiwillig zur SS melden sollten. Da habe ich mich auch gemeldet.)

Ausbildung
4. SS-Infanterieregiment in Prag

Einsatz (eigene Aussage)
Wir waren zuerst in Prag. Da bekamen wir die Grundausbildung. Dann kamen wir nach Holland zur Küstenwache. Und von Holland aus kamen wir dann nach Polen. Von Polen fuhren wir, als der Rußlandfeldzug ausbrach, rauf nach Memel und haben uns dann durch das Baltikum durchgekämpft bis an den Ladoga-See. Und da waren wir bei der Einschließungsfront von Leningrad. Das war bis zum Dezember 41. Dann wurde unsere Einheit da rausgezogen, kam nach Krakau. Und da wurden die älteren Jahrgänge kurz auf Weihnachtsurlaub geschickt. Da war ich auch dabei. Und als ich zu Hause ankam, da kam schon wieder ein Telegramm: »Sofort zur Truppe zurück!« Als ich hinkam, da war die Einheit schon mit Flugzeugen zur Front weggeflogen. Ich kam also zu spät und bekam dann einen Marschbefehl nach Neuengamme bei Hamburg.

Januar 1942 bis Ende März 1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Neuengamme
(eigene Aussage)
Das war Januar 1942 bis ungefähr Ende März 1942. Und da wurde eine Gruppe zusammengestellt für das Volkswagenwerk, Spezialhäftlinge, also Spezialisten, Maurer und so weiter und so fort. Und da war ich dann bei der sogenannten Wachmannschaft. Es war nur ein kleines Kommando. Wir wurden ins Volkswagenwerk verlegt.

Herbst 1942
Truppenübungsplatz Dębica

Februar 1943 bis Januar 1945
Angehöriger der Kommandantur im KL
Auschwitz
(Schreiber der Kommandantur u. Personalsachbearbeiter)

Vergasen der Häftlinge
(eigene Aussage)
wir hatten auf der Kommandantur als Hilfskräfte noch drei Schreiberinnen, das waren jüdische Häftlinge gewesen. Und die haben ab und zu mal gesagt: »Gestern abend haben wieder Verbrennungen stattgefunden, man hat das riechen können« und so weiter. Also ich muß selbst sagen, es hat manchmal gerochen. Aber daß man da sagen könnte, so und so... Bei uns, wo unsere Baracken waren, war auch die Fleischerei gewesen, die Schlachterei, will ich mal sagen. Und da waren mehrere Schlachttiere aufgetrieben worden, zum Beispiel Kühe und so weiter. Die wurden geschlachtet. Und der Abfall, die Hörner, Hufe und so weiter, die wurden da auf einen Haufen gelegt und wurden auch verbrannt. Und das hat natürlich auch gerochen nach Horn. Ich habe dann immer angenommen: Ja, wenn es da riecht, das wird das Horn sein.

Gerichtsverfahren nach 1945
22.04.1948
Urteil des Bezirksgerichts in Kraków, Az.: VII K 988/47
zu 3 Jahren Haft verurteilt
(Akte kann angefordert werden)
(eigene Aussage)
Man konnte mir nichts vorwerfen. Wir wurden verschiedentlich vor Häftlinge gestellt, ehemalige polnische Häftlinge, die im KZ Auschwitz waren. Und die haben dann genau festgestellt, wo man war und so weiter, ob irgend etwas vorliegt gegen den Betreffenden. Und gegen mich lag nichts vor. Nach dem polnischen Gesetz wurde ich verurteilt mit der Mindeststrafe von drei Jahren wegen Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation.

Seeheim an der Bergstraße Albert-Schweitzer-Straße


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