SS-Obersturmführer

* 08.01.1893 in Kiel
† 02.10.1950 (durch das Amtsgericht Kiel für tot erklärt)

Reichsdeutscher

1 Klasse Mittelschule

Beruf: Kaufmann

27.11.1914 - 15.09.1919 (I Weltkrieg)
Dienst in der Reichswehr
(Infanterie-Regiment 266 / letzter bekannter Dienstgrad: Vizefeldwebel)

Mitglied der Deutschen Arbeitsfront (DAF)

ab 01.11.1931
Mitglied der NSDAP (Mitglieds Nu. 704 095)

ab 01.04.1932
Mitglied der Allgemeinen SS (Mitglieds Nu. 35 889)

ab 01.09.1939
Mitglied der Bewaffneten Verbände der SS

30.01.1942
Beförderung zum SS-Untersturmführer

ab 00.02.1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Ravensbrück
(Arbeitseinsatzführer)

ab Ende 1942 Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Auschwitz
(Im August 1943 folgte er Schwarz, der nun Schutzhaftlagerführer im Stammlager war, als Arbeitseinsatzführer nach und blieb in dieser Funktion bis Januar 1945. Sell war u. a. an Selektionen von Häftlingen beteiligt, die arbeitsunfähigen Häftlinge wurden in der Gaskammer ermordet.)

20.04.1944
Beförderung zum SS-Obersturmführer

ab 00.02.1945
ab Februar 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Mittelbau-Dora
(Arbeitseinsatzführer)

Orden, Ehrenzeichen und Medaillen
Eisernes Kreuz II. Klasse
Frontkämpferehrenkreuz (1914-1918)
Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern (30.01.1944)
Verwundetenabzeichen in Schwarz
Sudetenland-Medaille
SA-Sportabzeichen in Bronze
Julleuchter

Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen Ludwigsburg
Herta Hoffmann, die im 03.1943 in das Konzentrationslager Auschwitz eingeliefert und im 04.(1943) dem oben Genannten als Häftlingssekretärin zugeteilt wurde, macht folgende Aussage:Sell war Leiter des Arb.-Eins. Ihm unterstanden alle Häftlinge der Lager Auschwitz I, II, III. Er leitete die Kommission, welche die Transporte am Bahnhof in Auschwitz-Birkenau in Empfang nahm und entschied wer für den Arb.-Eins. geeignet oder für die Vergasung bestimmt ist. Außerdem wurden Häftlinge, die die von ihnen verlangten Arb. wegen Schwäche nicht ausführen konnten, Sell vorgeführt und es kam vor, daß er sie mißhandelte bis sie zusammenbrachen und in den Krankenbau eingeliefert werden mußten. Auch bei Selektionen im Lager und Krankenbau war Sell dabei.

Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen Ludwigsburg
R. M., die am 02.03.1943 aus dem Arbeitslager Dresden in das Konzentrationslager Auschwitz kam, macht folgende Aussage:Mit ca. 30 Frauen in das Lager Birkenau transportiert. Die ersten 4 Wochen bei Außenarb. eingesetzt.Dann vom oben Genannten zusammen mit mehreren Frauen nach Auschwitz, Stabsgebäude, als Stenotypistin ausgesucht. Dort Unterziehung einer Quarantäne, wo sie Flecktyphus bekam. Persönliche Rettung durch poln. Häftlingsärztin. Vergasung der übrigen Typhuskranken. Nach überstandener Krankheit zum Arb.-Eins. im Männerlager Auschwitz bis 18.01.1945. Chef dieses Kommandos war der Arb.-Eins.-Führer Max Sell, SS-Ustuf. Seine Aufgabe war, die Einteilung der Arb.-Kommandos und Arb.-Eins. zu bestimmen. Beim Empfang der Transporte bestimmten sie, wer zum Arb.-Eins. oder zur Vergasung kam. Außerdem beteiligte er sich an Selektionen und Mißhandlungen männlicher Häftlinge.

Amtsgericht Potsdam
Die vorgeladene Zeugin Ruth Meier, die vom 02.03.1943 - 18.01.1945 im Konzentrationslager Auschwitz inhaftiert war, macht folgende Aussage:
Sell nahm fast täglich die Transporte entgegen, die er für das Lager und die Gaskammer aufteilte. Außerdem sind Mißhandlungen von Lagerinsassen durch Sell bekannt.