Witten

Witten liegt im Süden und Osten des Ruhrgebietes im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Das Stadtgebiet Wittens ist in acht Stadtteile eingeteilt.
Diese sind weiter in mehrere Stadtbezirke unterteilt:
Witten-Mitte (Innenstadt, Oberdorf-Helenenberg, Industriegürtel-West, Krone, Crengeldanz, Hauptfriedhof, Stadion, Industriegürtel-Nord, Hohenstein)
Düren (Düren-Nord, Düren-Süd)
Stockum (Stockum-Mitte, Dorney, Stockumer Bruch, Wilhelmshöhe, Tiefendorf)
Annen (Wullen, Annen-Mitte-Nord, Annen-Mitte-Süd, Kohlensiepen, Wartenberg, Gedern)
Rüdinghausen (Industriegebiet-Ost, Rüdinghausen-Mitte, Buchenholz)
Bommern (Steinhausen, Bommerbank, Bommerfeld, Wettberg, Buschey, Bommeregge)
Heven (Papenholz, Hellweg, Wannen, Heven-Dorf, Lake)
Herbede (Herbede-Ort, Vormholz, Bommerholz-Muttental, Durchholz, Buchholz-Kämpen)

An Witten grenzen
Dortmund, Herdecke, Wetter (Ruhr), Sprockhövel, Hattingen sowie Bochum


Geschichte der Stadt Witten



Die älteste Erwähnung des Stadtteils Herbed geht auf das Jahr 851 zurück. Witten selbst wurde erstmals 1214 urkundlich erwähnt, jedoch geht man davon aus, dass an der Stelle, an der heute die Johanniskirche im Herzen der Stadt steht, bereits im 9. Jahrhundert eine Kapelle errichtet worden ist. Die beiden Ruhrmühlen wurden 1321 erstmals erwähnt.

Am 22. April/2. Mai 1675 erhält Witten in Kleve das Marktrecht durch den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Gemäß der durch den Regierungs-, Justiz- und Hofgerichtsrat Mordio von der Reck überbrachten Urkunde wurde der Donnerstag als Markttag festgelegt. Zudem wurde der Ausbau der zerstörten Ruhrbrücke nach Bommern zur Auflage gemacht. 1776 wird die Ruhr in Witten schiffbar gemacht..

Bis 1806 gehört Witten zur preußischen Grafschaft Mark und von 1807 bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, unter dem 1809 die Gründung der Mairie Witten erfolgte. Anschließend gehörte Witten vorübergehend zum preußischen Gouvernement zwischen Weser und Rhein und ab 1815 endgültig zu Preußen (Provinz Westfalen). Der Ort wird dem Kreis Bochum zugeordnet. Die Bürgermeisterei Witten umfasst neben Witten die Gemeinden Langendreer, Stockum, Düren, Somborn und Werne. 1823 erhält Witten die Stadtrechte, scheidet dann 1899 aus dem Kreis Bochum aus und wird eine kreisfreie Stadt.

Am 28. November 1906 treffen ein Brand und zwei Explosionen die Roburit-Fabrik nahe der Stadtgrenze zu Annen. 41 Menschen starben bei der Katastrophe, zudem kam es zu Schäden im Umfeld.

Am 1. Juli 1921 wird die Gemeinde Heven und am 1. August 1929 werden die Gemeinden Annen (mit dem am 1. April 1922 eingemeindeten Rüdinghausen), Stockum, Düren, Teile von Bommern sowie Teile von Langendreer (Krone) eingegliedert.

Die Verwaltung Wittens lag bis Ende des 18. Jahrhunderts in den Händen des Patrimonialgerichtsherrn, des Besitzers des Hauses Witten. Diese Struktur wurde 1806 aufgehoben und 1809 erhielt Witten während der Besetzung der Region durch französische Truppen eine bürgerliche Verwaltung. An der Spitze der Stadt stand danach der Bürgermeister. Nachdem Witten 1823 die Stadtrechte erhalten hatte wurde 1841 die revidierte Städteordnung, 1842 jedoch die Landgemeindeordnung eingeführt. 1850 wurde die westfälische Städteordnung eingeführt. Nach Erlangung der Kreisfreiheit trug der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit der
Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Mit der Eingliederung in den Ennepe-Ruhr-Kreis 1975 trugen die Stadtoberhäupter die Titel Bürgermeister bzw. Stadtdirektor. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seitdem nimmt der hauptamtliche Bürgermeister beide Funktionen in Personalunion wahr.


Bürgermeister, seit 1946: Oberbürgermeister

1809–1813: Schmieding
1813–1825: Clason
1825–1839: Geißel
1839–1850: Kämper
1851–1856: Wichelhausen
1856–1869: Bauer
1869–1873: Wegener
1873–1877: Geisenheimer (entlassen)
1877–1883: Haarmann, Brickenstein, Grieben, (vertretungsweise)
1883–1889: Bürkner, Bürgermeister
1890–1911: Dr.
Gustav Haarmann, Nationalliberale Partei
1911–1933: Otto Laue, Deutschnationale Volkspartei
1933–1944: Dr. Erich Zintgraff
1944–1945: Dr. Karl-August Wietfeld
1945: Wilhelm Zimmermann
1945: Johannes Grimm
1945–1946: Alfred Junge
1946–1950: Albert Martmöller, SPD
1950–1952: Walter Rieckesmann
1952–1953: Albert Martmöller, SPD
1954–1967:
Fritz Reincke, SPD
1967–1978:
Friedhelm Ottlinger, SPD
1978–1983:
Klaus Lohmann, SPD
1983:
Arthur Raillon, SPD
1983–1989:
Friedhelm Trepper, SPD
1989–2004:
Klaus Lohmann, SPD
2004−0000:
Sonja Leidemann, SPD
Oberstadtdirektoren bzw. Stadtdirektoren [
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1946–1947:
Alfred Junge, Oberstadtdirektor
1947–1959: Ludwig Lehmann, Oberstadtdirektor
1959–1982: Dr.
Emil Dreidoppel, Oberstadtdirektor
1982–1993:
Reinhard Wiederhold, Stadtdirektor
1993–1999: Dr.
Gert Buhren, Stadtdirektor


Seit 1815 sind Juden in Witten urkundlich belegt. Die jüdische Gemeinde zeigte nach der Niederlassungsfreiheit von 1847 eine stetig zunehmende Tendenz mit einem Maximum von über 500 Personen. Am 20. März 1885 wurde der Grundstein der Synagoge in der Kurzen Straße (heute Synagogenstraße) gelegt. Diese wurde im November 1938 durch vom nationalsozialistischen Staatsterror angeleitete Wittener Bürger geplündert, in Brand gesetzt und vollständig zerstört. Die jüdischen Bürger wurden von Staats wegen ihrer Besitztümer beraubt, zur Emigration gezwungen oder ermordet. Da es keine jüdische Gemeinde mehr in Witten gibt, gehören die wenigen heute in Witten lebenden Juden den Gemeinden in Bochum und Hagen an.


Im Zweiten Weltkrieg wird Witten wegen der industriellen Bedeutung Ziel von fast 100 sehr zerstörerischen Luftangriffen. Gegen Kriegsende hatte Walter Model, Oberkommandierender der deutschen Truppen im Westen, kurzzeitig sein Hauptquartier in der Dorfschule in Heven. Das gesamte Stadtgebiet, vor allem der Bereich um die Ruhrbrücken, wurde zum Schauplatz eines erbitterten Abwehrkampfes zwischen US- Truppen und Wehrmachtsverbänden, die den Ort jedoch bald nach und nach räumen mussten.


Nach der offiziellen Lesart der Stadt Witten hat die Stadt keine Ehrenbürger. Im Rahmen einer hitzigen im Jahre 1979 geführten Diskussion, in deren Verlauf die Behauptung aufgestellt wurde, Adolf Hitler sei nach wie vor Ehrenbürger der Stadt Witten, stellt der damalige Stadtdirektor Fritz Schäfer fest: „Voraussetzung für das Bestehen eines Ehrenbürgerrechts ist die Rechtsfähigkeit, die mit der Geburt beginnt und mit dem Tode endet. Die von der Stadt Witten verliehenen Ehrenbürgerrechte sind mit dem Tod der Beliehenen erloschen.“ Dies würde demnach auch für Paul von Hindenburg und Otto von Bismarck gelten, die fälschlicherweise in verschiedenen Schriften als Ehrenbürger der Stadt genannt werden.

Mitbürger aus
Witten die zwischen 1933-1945 verfolgt und deportiert wurden


Sch

Schlösser Emma geb. Wolf
* 18.03.1899
Nesselröden  
Witten
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Ennepe-Ruhr-Kreis
.
Deportation
13.12.1941 Münster - Ghetto Riga
Todesdatum/-ort für tot erklärt 
   
Schlösser Max
* 12.12.1893 Ahaus i.Westf. 
Witten
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Ennepe-Ruhr-Kreis
.
Deportation
13.12.1941 Münster - Ghetto Riga
Todesdatum/-ort für tot erklärt