Transport 15.06.1942 Köln-Deutz

Transportliste

Dieser Transport bestand aus Nummer:
III/1-589, III/1-590, III/1-597, III/1-914, III/1-915

Die Betroffenen wurden meist durch Boten verständigt und erhielten eine Transportnummer, die für die Dauer ihre Aufenthaltes in Theresienstadt gleichsam zu einem Bestandteil ihres Namens wurde und im amtlichen Verkehr angegeben werden mußte. Man hatte etwa die Transportnummer W 982 oder AA 475 oder Cv 13, was besagte, daß die Person mit dem Transport W oder AA oder Cv nach Theresienstadt gekommen war und in der entsprechenden Transportliste unter der Position 982, 475 oder 13 geführt wurde. Die Transportlisten wurden im Auftrag der Zentralstelle von der JKG zusammengestellt, mehrfach ausgefertigt und dem Kommandanten der deutschen Begleitmannschaft nach Theresienstadt mitgegeben, wo je ein Durchschlag an das Zentralsekretariat und an die Zentralevidenz, also an jüdische Stellen gelangte.

Auch die Transporte aus anderen Ländern nach Theresienstadt brachten in der Regel Verzeichnisse mit, aber ohne Bezeichnungen, die im Lager übernommen worden wären. Endgültige Listen aber wurden erst in Theresienstadt von der Transportabteilung oder in der Zentralevidenz angelegt. Die Transporte wurden benannt, die Deportierten bekamen ihre Transportnummer. Als Grundlage wählte man römische Ziffern von I bis XXVI, jede einem oder mehreren Ankunftsorten vorbehalten, die meist den einzelnen Gestapobereichen entsprachen. So besagte I Berlin, IV Wien und XXIV Holland. Den einzelnen Transporten wurde eine arabische Nummer zugesetzt, so war I/90 der neunzigste Transport aus Berlin. Die Transportnummern wurden diesen Deportierten in fortlaufender Reihenfolge zugewiesen, so daß sich die individuellen Nummern, z.B. unter römisch I, nicht wiederholten und die Personalziffern bei Berlin, Wien usw. in die Tausende gingen. Für jeden Alteingesessenen war die Nummer eines jeden Insassen Hinweis auf die Herkunft und Aufenthaltsdauer in Theresienstadt.


Namensliste

Julie von der Walde geb. Marx, geb. 23.2.1868 in Kaisersesch
zuletzt wohnhaft in Bonn
getrennt lebend von ihrem Ehemann Julius von der Walde (geb. 28.07.1876 Wittlich), vier Kinder
als Julie Walde am 15.06.1942 von Köln nach Theresienstadt und von dort am
19.09.1942 nach Treblinka deportiert