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Übersicht

Deutschland, Bundesland Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt

Ortsbezirke:
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Nachbargemeinden:
Taunusstein, Niedernhausen, Eppstein, Hofheim am Taunus, Hochheim am Main,
Ginsheim-Gustavsburg, Mainz, Budenheim, Walluf, Eltville am Rhein, Schlangenbad.

01.06.1919

In Mainz und Wiesbaden wird die Rheinische Republik im Verband des Deutschen Reichs proklamiert. Obwohl Frankreich das Gelingen dieses Separatistenputschs begünstigt, scheitert er an der Gegnerschaft der Bevölkerung.

08.06.1922

Wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem deutschen Offiziersbund werden 17 ehemalige deutsche Offiziere in Wiesbaden von dem Kriegsgericht der französischen Rheinarmee zu Gefängnis und zu Geldstrafen verurteilt.

12.02.1923

Der Regierungspräsident von Wiesbaden, Konrad Haenisch wird von der französischen Besatzungsbehörde in das unbesetzte Deutsche Reich ausgewiesen. Der Beamte habe sich im Rahmen des passiven Widerstands französischen Anordnungen widersetzt.

24.03.1933

Am 24. März, abends gegen 19 Uhr, stürmten zwei SA Leute in Zivil in die Wohnung der Arndts, nachdem Betty Arndt die Tür geöffnet hatte in dem Glauben, es handele sich um Bekannte ihres Mannes. Sie kamen offenbar mit Mordabsichten. Konrad Arndt wurde mit zwei Messerstichen lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Erst nach einiger Zeit konnte er seine Arbeit als Gewerkschaftssekretär wieder aufnehmen.

10.11.1938

Am Morgen des 10. November 1938, wurde die 1869 von Philipp Hoffmann im maurischen Stil erbaute große Synagoge am Michelsberg zerstört.

28.03.1945

Am 28. März 1945 wurde Wiesbaden von US-amerikanischen Truppen besetzt.

22.04.1933

Am 22. April 1933 wurden in Wiesbaden die ersten jüdischen Mitbürger (Milchhändler Max Kassel und der Kaufmann Salomon Rosenstrauch) ermordet.

1954

1954 wurde der ehemalige Politiker der NSDAP (SS-Standartenführer 1944) Erich Mix (FDP) (* 27. Juni 1898 in Labuhnken (Westpreußen), + 9. April 1971 in Wiesbaden) zum Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden gewählt. Mix hatte dieses Amt bereits 1937–1945 inne. Damit war Wiesbaden die größte westdeutsche Stadt, in der ein Oberbürgermeister des NS-Regimes zugleich Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg war. Die Wahl war möglich, weil die Wiesbadener CDU nicht den eigenen Kandidaten Hermann Callies, sondern Erich Mix wählte. Als Begründung hieß es, Callies sei 1937 aus der Kirche ausgetreten und damit für die CDU unwählbar. Diese Wahl war bereits im Vorfeld heftig umstritten.

Lager und Haftstätten 1933-1945

Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück
Außenlager des SS-Sonderlagers Hinzert
Gemeinschaftslager für Zwangsarbeiter "Arbeitsgemeinschaft Industrie"
KZ-Außenkommando "Unter den Eichen"
Zwangslager für Sinti und Roma
Zwangsarbeiterlager (Chemische Werke Albert Wiesbaden)

Täter und Mitläufer 1933-1945

HJ Führer u. Politiker
Arndt Rudi
* 01.03.1927 in Wiesbaden
† 14.05.2004 in der Nähe von Kiew
vor 1945 HJ Führer u. Flakhelfer

SS-Oberscharführer
Köhler Rudolf
* 09.05.1902 in Gladenbach
† 31.03.1972 in Wiesbaden
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. NL Golleschau

SS-Oberführer
Ax Adolf
* 23.06.1906 in Mouscron
† 06.02.1983 in Wiesbaden
vor 1945 Kommandeur der 32. SS-Grenadier-Division

Politiker der NSDAP (SS-Standartenführer 1944) nach 1945 Mitglied der FDP
Erich Mix, * 27. Juni 1898 in Labuhnken (Westpreußen), + 9. April 1971 in Wiesbaden
seit dem 12. November 1923 mit Erna Mix, geb. Thiem, Tochter eines Gutsbesitzers aus Greifenhagen, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor (* 1929 und *1931).
Als Hauptvertreter des NS-Regimes wurde Mix 1945–1946 von der US-amerikanischen Besatzungsmacht in Darmstadt inhaftiert. Hierbei handelte es sich nicht um eine einfache Kriegsgefangenschaft. Von der Spruchkammer Darmstadt wurde er im Februar 1947 als belastet (Stufe II) eingestuft. Aufgrund seiner Position wäre eine Einstufung als Hauptschuldiger (Stufe I) möglich gewesen. Nach seiner Entlassung ging er gegen dieses Urteil in Berufung. Sein Verteidiger war der hessische Landtagsabgeordnete Heinrich von Brentano. Das Berufungsverfahren vor der Spruchkammer Wiesbaden stufte ihn als Minderbelastet (Stufe III) ein. Nach einer Bewährungsfrist von sechs Monaten wurde er automatisch als Mitläufer (Stufe IV) eingestuft. Erich Mix konnte erneut eine politische Karriere beginnen.
1949–1954 war Mix zunächst als Angestellter und dann als freier Mitarbeiter für das Rechtsamt der Stadt Wiesbaden tätig. Dabei vertrat er u.a. auch die Stadt vor der Wiedergutmachungskammer, wo er sich gegen den Rückerstattungsanspruch eines von ihm selbst 1938 enteigneten Wiesbadener Juden einsetzte.
Von 1952 bis 1954 war Mix für die FDP Mitglied der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung, 1953/54 auch Stadtverordnetenvorsteher. 1954 wurde Mix erneut Oberbürgermeister von Wiesbaden. Er ist damit der einzige Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt, der dieses Amt sowohl im „Dritten Reich“ als auch in der Bundesrepublik innehatte. 1960 schied er wegen veränderter politischer Mehrheitsverhältnisse aus diesem Amt aus, und widmete sich allein der Landespolitik. So war er 1958 bis 1966 Mitglied des Hessischen Landtags und von 1961 bis 1963 Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion; das Amt des Landtagsvizepräsidenten bekleidete er von 1962 bis 1966. Zeitweise war Mix Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes und Vorstandsmitglied des Hessischen Städteverbandes.

SS-Sturmmann
Hanson Adolf
* 04.03.1899 in Wiesbaden
ab 29.06.1944 Angehöriger der Wachmannschaft im KL Auschwitz

SS-Hauptsturmführer
Seiboth Frank
* 09.05.1912 in Proschwitz
+ 04.07.1994 in Wiesbaden
vor 1945 Gauhauptstellenleiter u. Angehöriger im Einsatzstab Rosenberg
nach 1945 Mitglied des Deutschen Bundestag u. Staatssekretär