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Übersicht

Deutschland, Bundesland Schleswig-Holstein, Kreis Steinburg

Itzehoe wurde im 12. Jahrhundert erstmals als „Ekeho“ von Saxo Grammaticus erwähnt. 1196 schrieb eine weitere Nennung „de Ezeho“.

Nachdem Itzehoe über lange Zeit weitgehend von Kriegen verschont geblieben war, wurde die Stadt 1657 im Dänisch-Schwedischen Krieg (1657–1658) von schwedischen Soldaten fast völlig zerstört.

Während des Ersten Weltkrieges war Itzehoe nicht direkt von den militärischen Auseinandersetzungen betroffen, litt jedoch wie viele deutsche Städte unter der Hungersnot durch die britische Seeblockade in der Nordsee; viele Bürger der Stadt kamen von den Schlachtfeldern Europas nicht wieder und die Einwohnerzahl sank stark.

Am 19. November 1935 wurde ein Eingemeindungsvertrag der Stadt Itzehoe mit der Gemeinde Itzehoer Klosterhof geschlossen. Damit vergrößerte sich das Stadtgebiet um 679 Hektar auf 2397 Hektar. Die Einwohnerzahl wuchs allerdings dadurch nur um 176. Zwischen 1935 und 1937 wurden im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht in Itzehoe zwei Kasernen errichtet, die Hanseaten-Kaserne und die Gallwitz-Kaserne, später zur Hanseaten-Gallwitz-Kaserne zusammengefasst.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es in Itzehoe mehrere Zwangsarbeiterlager: Das Lager Fuchsberg für die Firma Siemen & Hinsch mit 150 Personen, das Lager Schulenburg für die Alsensche Portlandzementfabrik mit 130 Personen, das Lager Leuenkamp für die seit 1937 in Itzehoe ansässige Sauerkohlfabrik Hengstenbergmit 100 Frauen und das Lager der Heeres-Munitionsanstalt mit 135 Personen. Daneben befand sich in der früheren Tapetenfabrik am Feldschmiedekamp ein Lazarett für weißrussische Wehrmachtsangehörige und im Saal des Hotels „Adler“ ein Kriegsgefangenenlager für Franzosen.

Itzehoe war Garnisonsstandort im Wehrkreis X, Hamburg. Während des Zweiten Weltkrieges beherbergte die Stadt Ersatzeinheiten u. a. der 20. Infanterie-Division (mot.), der 225. Infanterie-Division, die 1940 am Massaker von Vinkt in Belgien beteiligt war, und der 269. Infanterie-Division der Wehrmacht.

Zum Ende des Krieges wurde Deutschland schrittweise von den Alliierten besetzt. Am 4. Mai unterschrieb Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz, der sich zuvor mit der letzten Reichsregierung nach Flensburg-Mürwik abgesetzt hatte, bei Lüneburg, die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande. Noch am 5. Mai 1945 besetzten britische Truppen Itzehoe. Damit war für Itzehoe der Krieg vorbei.

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Rottenführer
Peimann Heinrich
* 02.02.1921 in Itzehoe
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz


SS-Unterscharführer
Peters Ernst
* 05.01.1903 in Wewelsfleth
† 18.08.1984 in Itzehoe
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz