Rüdiger Auguste geb. Löwenberg

* 21.08.1884


Polizeianmeldungskarte von A. Rüdiger vom 17.07.1945 aus Theresienstadt

letzter bekannter Wohnort vor der Deportation:
Spessartstraße 9 in Berlin-Wilmersdorf

Sie war mit dem Kunstmaler Rüdiger Otto verheiratet. Nach seinem Tod lebte sie in der Spessartstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf

Sie hatte die Transportnummer 73 (unter der Nummer wurde sie beim Transport geführt)

in Theresienstadt erhielt sie die Nummer 14608


Auguste war eine der wenigen die den Krieg überlebt hat.


Berlin-Wilmersdorf Spessartstraße 9


Transport

Dieser Transport, der letzte Transport vom Sammellager Grosse Hamburger Strasse, fuhr am 23. Februar 1944 vom Anhalter Bahnhof ab und kam am Abend desselben Tages in Theresienstadt an. Im Transport waren 73 Juden, darunter 42 Frauen und 31 Männer. Das Durchschnittsalter betrug 45.5, der Jüngste war unter einem Jahr und der Älteste war 76. Neun der Deportierten waren unter zwölf, zwei waren im Alter zwischen 13 und 18, 16 waren zwischen 19 und 45, 30 zwischen 46 und 60 und 45 zwischen 61 und 85.

Obwohl die Stadt Berlin offiziell als „judenrein“ galt, jagte und deportierte die Gestapo weiter Juden, bei denen die Kriterien für eine Deportation erfüllt waren. Die Deportierten wurden zum Sammellager gebracht und dort so lange eingesperrt, bis eine größere Gruppe von Juden zusammengekommen war und die Reichsbahn einen oder zwei Waggons für ihren Abtransport gestellt hatte.

Am Tag der Deportation mussten sie das Gebäude in der Großen Hamburger Straße verlassen. Sie wurden zum Anhalter Bahnhof oder zu einem Einstiegspunkt an der Bahnlinie gebracht. Dort mussten sie ein oder zwei Eisenbahnwagen dritter Klasse besteigen. Die Waggons waren an einen fahrplanmäßigen Personenzug angehängt, der in Richtung Dresden fuhr. Dort wurden die Waggons an einen anderen Zug in Richtung Prag angehängt.

Die Route führte die Deportierten von Berlin nach Dresden und den Fluss Elbe entlang nach Decin (Tetschen), Usti nad Labem (Aussig), Bohusovice (Bauschowitz) und schliesslich nach Theresienstadt. Seit 1. Juni 1943 fuhren die Züge direkt in das Ghetto, da die Gefangenen eine Verbindungsbahnlinie vom Bahnhof Bauschowitz nach Theresienstadt gebaut hatten. In den Büchern des Ghettos wurde der Transport mit der Nummer I/108 verzeichnet, die römische Ziffer I stand dabei für Berlin. Die in der Mehrheit älteren Deportierten, welche in diesen Transporten ankamen, starben aufgrund der Mangelernährung und der im Ghetto grassierenden Krankheiten oft bereits in den Monaten nach der Ankunft. Andere wurden später in Vernichtungslager in den Osten gebracht, wo sie ermordet wurden.
Nach Angaben der Historikerin Rita Meyhöfer sind 32 Überlebende dieses Transportes bekannt.

Dies war der 108. von 123 Transporten mit hauptsächlich älteren jüdischen Deportierten (Alterstransporte) von Berlin nach Theresienstadt bis zum Ende des Krieges.


Ghetto Theresienstadt