Aumeier Hans

SS-Sturmbannführer

* 20.08.1906 in Amberg/Bayern
+ 28.01.1948 in Krakau (gehängt)

Ausbildung:
keine abgeschlossen Schullaufbahn (Abbruch nach 6 Jahren)
ungelernter Arbeiter

Beruf: Eisendreher ?

1929 Eintritt in die NSDAP (NSDAP Nu. 164 755)
1931 hauptamtlich SA, Arbeit als Fahrer
1931 Wechsel zur SS (SS Nu. 2 700)

1934 Kompanieführer Angehöriger des 1. Wachbataillons „Oberbayern“ (KL Dachau)
ab April 1936 Angehöriger des 4. SS-Totenkopfregiment „Ostfriesland“ (KL Esterwegen)
ab Dezember 1936 Kompanieführer beim 2. SS-Totenkopfregiment „Elbe“ (KL Lichtenburg)
Kompanieführer beim 3. SS-Totenkopfregiment „Thüringen“ (KL Buchenwald)
Anfang August 1938 Schutzhaftlagerführer im KL Flossenbürg.
01.02.1942 - 16.08.1943 Schutzhaftlagerführer im KL Auschwitz
August 1943 - Sommer 1944 Lagerkommandant im KL Vaivara (Strafversetzt)
Danach war er für die Landsberger Arbeitslager, Außenstellen des KL Dachau, zuständig.
Januar 1945 - 08. Mai 1945 Lagerkommandant im KL Grini (Norwegen)

am 11. Juni 1945 von der britischen Armee in Norwegen verhaftet
Nach der Auslieferung an Polen wurde Aumeier im Krakauer Auschwitzprozess zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 24. Januar 1948 durch Erhängen vollstreckt.

Beförderung
1934 SS-Untersturmführer
1935 SS-Obersturmführer
1938 SS-Hauptsturmführer
1944 SS-Sturmbannführer

Gefängnis Akershus, Norwegen, dem 29.10.1945
Aus dem Vernehmungsprotololl des ehemaligen Schutzhaftlagerführers im KL Auschwitz: SS-Sturmbannführer Aumeier Hans
Im November 1942 wurden 50-80 Gefangene in der Leichenkammer des Krematoriums im Stammlager streng geheim mit Gas getötet. Am nächsten Tag eröffnete Höß unter äußerster Geheimhaltung ihm, dem Lager-Gestapo-Chef Grabner, dem Lagerführer Hößler, dem Arbeitseinsatzführer Schwarz und dem Lagerarzt, er habe über das RSHA einen Befehl Himmlers empfangen, alle schwachen, kranken oder arbeitsunfähigen jüdischen Gefangenen "zu vergasen", um einer weiteren Ausbreitung der Epidemien vorzubeugen. Höß habe berichtet, daß er in der vorigen Nacht die ersten Vernichtungen vollzogen und sich dabei herausgestellt habe, daß die improvisierte Gaskammer überhaupt nicht den Notwendigkeiten entspreche. Deshalb seien bei der Errichtung der neuen Krematorien in Birkenau Gaskammern als ständiges Zubehör zu bauen. Das Ganze sei eine Geheime Reichssache, Indiskretionen oder sorgloses Geschwätz würden mit dem Tode bestraft, was die Anwesenden wie auch weiter hinzugezogene Mittäter schriftlich bestätigen mußten.


Bericht von Hans Aumeier vom 25. Juli 1945
“Meiner Erinnerung nach war es im Monat November oder Dezember 1942, als die erste Vergasung von ungefähr 50-80 jüdischen Häftlingen vorgenommen wurde. Dies geschah im Leichenaufbewahrungsraum des Krematoriums I im Lager I, unter Leitung des Lagerarztes, des Untersturmführers Grabner, des Lagerkommandanten und verschiedener Sanitäter. Ich selbst war damals nicht dabei und wusste auch vorher nicht, dass diese Vergasung stattfand. Der L.K. war mir gegenüber immer sehr misstraurisch und verschlossen. Erst am nächsten Tag, musste der Lagerarzt, Grabner, Ustfhr Hössler, Hptsfhr Schwarz und ich zum Lagerkommandanten und er teilte uns mit, dass vom RSHA Berlin der Befehl des RFSS gekommen ist, dass sämtliche arbeitsunfähige jüdische Häftlinge und kranke, welche nach der Beurteilung des Arztes nicht mehr einsatzfähig werden, zwecks Verhinderung von weiteren Seuchen vergast werden sollen. Er teilte weiter mit, dass die Nacht vorher
die ersten Häftlinge] vergast wurden, doch wäre das Krematorium zu klein und könne die Leichenverbrennungen nicht schaffen, so dass beim Neubau der Krematorium in Birkenau, Gaskammern mit errichtet werden.
In der Folgezeit wurden ungefähr 3-4 mal noch Vergasungen in dem alten Krematorium vorgenommen. Dies wurde stets zur Abendstunde durchgeführt. Es befanden sich im Leichenraum 2-3 Luftschächte und durch diese wurde durch 1-2 Sanitäter, welche Gasmasken trugen, Blaugas geschüttet. Wir selbst durften nicht nahe ran und erst am nächsten Tag wurde der Bunker geöffnet. Wie der Arzt sagte, wären die Menschen in einer 1/2 bis 1 Minute tot gewesen.”