SS-Hauptsturmführer

* 03.04.1906 in Berlin
letzter bekannter Wohnort: Kiel

Beruf: Vertreter

1930
Eintritt in die NSDAP (Mitglieds Nu. 372 343)

1932
Eintritt in die SS (Mitglieds Nu. 18229)

1937
Eintritt in die SS-Verfügungstruppe

1937
zum Inspektionsstab der SS-Verfügungstruppe in München berufen

00.06.1941
Verwaltungsführer im SS-Infanterie-Regiment "Deutschland"

00.06.1941
Beförderung zum SS-Hauptsturmführer

Oktober 1942
Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Mauthausen

November 1942
Angehöriger der Lagermannschaft im KL
Auschwitz
(zeitweise Kompanieführer der 3. SS-Wachkompanie)
Befreundet mit dem Arzt SS-Untersturmführer Rohde Werner

00.07.1943
SS-Pionier-Ausbildungs- und Ersatz-Bataillon 1

16.08.1943
Strafmeldung wonach die jüdische Gefangene Marie Tajfelbaum, Häftlingsnummer 47332, geb. am 21.09.1920, zu 5 Tagen Stehzelle (90 x 90 cm) verurteilt wird. Ihr Vergehen: »Weil sie am 05.08.1943 um 11:40 Uhr bei der SS-Unterkunft Birkenau Äpfel abgeschlagen bez. dabeigestanden und das Abschlagen still geduldet hat.

30.01.1944
Verleihung Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern

zur 22. SS-Kavalleriedivision versetzt

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main
78. Verhandlungstag, 17.08.1964
Vernehmung des Zeugen Günther Kramer
Zeuge Günther Kramer:
jungen Menschen, die meistens nicht Wahldeutsche waren, aus Ungarn und aus der Slowakei, die soldatischen Grundlagen beizubringen, also die Grundausbildung des Soldaten – sie soweit auszubilden, bis sie gefechtsreif waren. Das war meine vorwiegendste Aufgabe. Außerdem oblag mir die Betreuung, die Stellung erst mal der Großen Postenkette – ich wurde dadurch in meinem Betrieb immer unterbrochen, weil die Große Postenkette gestellt werden sollte – und diese Soldaten, die auf Posten waren, zu beobachten, daß sie auch treu und ordentlich ihre Aufgabe als Wachsoldaten erfüllten.

Herr Zeuge, ich hätte noch eine Frage. Es liegt mir hier vor – schreiben Sie ins Protokoll, bitte: Vorhalt aus der Mappe 2c, Kommandanturbefehle, Seite 94. Hier ist ein Befehl des Standortältesten, Auschwitz, vom 19. Januar 1944, also zu einer Zeit, wo Sie nicht mehr dort waren, aber immerhin unmittelbar nach Ihrem Weggang. Und da stand: »Standortbefehl. 1.) Belobigung. Der SS-Unterscharführer Johann Ratzka, 3. Kompanie, hat am 10.1.44 durch besondere Aufmerksamkeit und entschlossenes Handeln die Flucht von zwei Häftlingen verhindert. Ich spreche ihm für sein umsichtiges Verhalten meine besondere Anerkennung aus. Ratzka erhält als Belohnung fünf Tage Sonderurlaub. Ich spreche dem SS-Schützen Paul Korhamer, 5. Kompanie, meine besondere Anerkennung aus, weil er am 4.1.44 durch umsichtiges Verhalten die Flucht eines Häftlings in Jaworzno verhindert hat. Korhamer erhält als Belohnung fünf Tage Sonderurlaub.«
Wodurch diese Fluchten verhindert worden sind, weiß ich nicht. Etwa durch Erschießen auf der Flucht oder durch Einfangen, das steht nicht da drin, das weiß ich nicht. Aber Sie sehen doch, daß die Leute Belobigungen bekommen haben und Sonderurlaub bekommen haben, wenigstens am 19. Januar 1944 wegen eines Verhaltens am 10. Januar und am 4. Januar 44, also unmittelbar nach Ihrem Weggang, wenn sie Fluchten verhindert haben. Vorhin haben Sie gesagt, Ihnen sei nichts davon bekannt. Wollen Sie dazu sich noch äußern, wieso das kommt? Oder haben Sie Fälle, wo Leute belohnt worden sind, weil sie zwar nicht die Häftlinge erschossen haben, die da fliehen wollten, sondern weil sie sie eingefangen haben?

nach 1945 Versicherungs-Kaufmann